Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 2.5.2011

Sachverständigenrat: “Strom-Vollversorgung aus erneuerbaren Energien möglich”

Nach Ansicht des Sachverständigenrates für Umweltfragen ist eine hundertprozentige Vollversorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien ”möglich, sicher und bezahlbar“. Diese Auffassung vertritt der Sachverständigenrat in einem von der Bundesregierung als Unterrichtung vorgelegten Sondergutachten (17/4890) mit dem Titel ”Wege zur 100% erneuerbaren Stromversorgung“. Eine detaillierte Analyse des Potenzials der regenerativen Energiequellen zur Stromerzeugung in Deutschland, Europa und Nordafrika zeige, ”dass eine ausschließlich auf regenerativen Energiequellen basierende Stromversorgung bis 2050 unter Beachtung strenger Anforderungen des Naturschutzes und bei Vermeidung von anderen Nutzungskonflikten möglich ist“, schreibt der Rat.

Die nutzbaren Potenziale an erneuerbaren Energien in Deutschland und Europa würden es bei einem entsprechenden Ausbau von Netzen und Speichern erlauben, zu jeder Stunde des Jahres die maximal anzunehmende Nachfrage nach Strom zu bedienen. ”Die Sicherheit der Versorgung kann somit, trotz der Schwankungen in der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien, zu jeder Zeit gewährleistet werden“, stellt der Rat fest. Bis zum Jahr 2050 wird/soll dabei ...

  • der Windenergie, besonders im Offshore-Bereich, eine herausragende Bedeutung zukommen,
  • die Rolle der Solarenergie je nach Szenario unterschiedlich stark beurteilt werden und
  • der Anteil der Biomasse wegen möglicher Landnutzungskonflikte und hoher Kosten nicht über 7 Prozent steigen.

Zur Erinnerung siehe auch Beitrag "Erneuerbare Energien deckten 2010 rund 17% des deutschen Stromverbrauchs" vom 11.4.2011.

Zur Stromerzeugung mit Kohle- und Atomkraftwerken stellt der Rat fest: ”Weder eine Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken noch der Bau neuer Kohlekraftwerke mit Kohlendioxidabscheidung und -speicherung sind notwendig.“ Bereits der Bestand an konventionellen Kraftwerken mit einem geringen Zubau an Gaskraftwerken reiche als Brücke hin zu einer regenerativen Stromversorgung aus. In den Handlungsempfehlungen des Sachverständigenrates wird die Einsparung von Strom als wichtigste Brückentechnologie auf dem Weg zur regenerativen Vollversorgung betrachtet. Um Marktanreize zu stärken, wird unter anderem die Einführung von ”Verkaufsobergrenzen für Energieversorgungsunternehmen“ empfohlen.

Eine zentrale Rolle beim Übergang zu einer vollständig erneuerbaren Stromversorgung spielt nach Ansicht des Sachverständigenrates insbesondere der Ausbau der Energieinfrastruktur in Form von Übertragungsnetzen und Speichern. ”Dieser wird mit hoher Wahrscheinlichkeit den zentralen Engpass für den schnellen Ausbau der Nutzung der regenerativen Energiequellen für die Stromversorgung in Deutschland und Europa darstellen“, heißt es in dem Sondergutachten. Zur Schaffung von Speicherkapazitäten soll vor allem die Wasserkraft in Norwegen genutzt werden. Die norwegische Wasserkraft scheine sich mit der erneuerbaren Stromerzeugung in Deutschland ”sehr gut zu ergänzen“, heißt es. Allerdings sieht der Rat Versäumnisse in der deutschen Energiediskussion. Der Ausbau der Übertragungsnetze und Speicher hätte schon viel früher ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt werden müssen. ... zumal wir es wahrscheinlich nicht schaffen werden, trotz immer energieeffizienterer Geräte den Energiebedarf zu drosseln (siehe z.B. auch Baulinks-Beitrag "Lassen LED-Lampen den Stromverbrauch steigen?" vom 7.12.2010) sowie gleich den ersten Beitrag im heutigen Raumklima-Bauletter:
  

Studie zum Energiebedarf für Kältetechnik
Etwa 6,8% des Primärenergieverbrauchs in Deutschland entfällt auf die Kältetechnik (und 14% des gesamten Stromverbrauchs). Der Primärenergieverbrauch der über 121 Millionen Kältesysteme in Deutschland hat sich damit in den letzten zehn Jahren um knapp einen Prozentpunkt erhöht.

Bis zu sechs Innengeräte an einem Multisplit-Klima-Außengerät
Das neue Inverter Multisplit-Klima-Außengerät CUR 6-120i premium von Stiebel Eltron kann mit bis zu sechs Innengeräten gekoppelt werden, die wie bei einem Baukastensystem aus Deckenkassetten (ACK i premium) sowie Wandgeräten (ACW i premium) und zudem noch aus unterschiedlichen Leistungsgrößen zusammengestellt werden können.

Easyair mit VRF Systemen der Baureihe Multi V kominierbar
Easyair-Geräte aus dem Hause AL-KO sind nun in Kombination mit VRF-Systemen der Baureihe Multi V erhältlich. Durch die reversiblen VRF-Systeme ist es möglich, sowohl im Heiz- als auch im Kühlfall, die Luft auf den gewünschten Wert zu temperieren.

Vollständig: Emcos Angebot für Raumklimatisierung gemäß VDI 3804
Mit seinem umfangreichen Produktprogramm bietet Emco Klima alle erforderlichen Komponenten zum Heizen, Kühlen, Lüften und Filtern an, um sämtliche in der VDI 3804 definierten Systemkombinationen komplett aus einer Hand realisieren zu können. Darauf wies der Lüftungs- und Klimatechnikhersteller anlässlich der ISH 2011 in Frankfurt explizit hin.

Frei konfigurierbares Klimazentralgerät von Trox
"Frei konfigurierbares Klimazentralgerät zur Be- und Entlüftung von Räumen und Gebäuden, zum Filtern, Heizen, Kühlen, zur Wärmerückgewinnung sowie Be- und Entfeuchtung", so beschreibt Trox das neue RLT-Gerät X-CUBE, das erstmals auf der ISH in Frankfurt präsentiert wurde.

Verbesserte Wärmerückgewinnung mit Kunststoff-Speichermassen
Für die regenerative Wärmerückgewinnung bei den Resolair Klimageräten präsentierte die Menerga GmbH auf der ISH 2011 in Frankfurt neu entwickelte Speichermassen aus Kunststoff. Das eingesetzte Material soll sich durch eine - bezogen auf das Gewicht - doppelt so hohe Wärmespeicherfähigkeit gegenüber dem üblicherweise verwendeten Aluminium auszeichnen und über eine erheblich bessere CO₂-Bilanz verfügen.

Planerfibel: Danfoss stärkt die Betreuung für Planer im HLK-Bereich
Danfoss VLT Antriebstechnik, Anbieter von Frequenzumrichtern für die Gebäudeautomation,  stellte auf der ISH  zur Unterstützung von Planern und Projektingenieuren im Bereich Gebäudetechnik die aktualisierte Planerfibel HVAC sowie das Planer-Cockpit vor.

Brummendes Ärgernis: Wohnungseigentümer musste Klimaanlage entfernen
In heißen Sommern, wie sie auch Deutschland in den zurückliegenden Jahren immer wieder erlebt hat, suchen die Menschen nach Abkühlung. Manchmal kommt es dabei allerdings auch zu Interessenkonflikten zwischen Nachbarn. Eine elektrisch betriebene Klimaanlage etwa darf nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS durch ihre Betriebsgeräusche andere Hausbewohner nicht nachhaltig in ihrer Ruhe stören.

 

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