Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 8.9.2011

Deutsche Unternehmen sind ungenügend auf geänderten Emissionshandel ab 2013 vorbereitet

Deutsche Unternehmen sind ungenügend auf die dritte Handelsperiode des EU-Emissionshandelssystems (EU EHS) ab 2013 vorbereitet. Dies zeigt das zum dritten Mal veröffentlichte KfW/ZEW CO₂-Barometer. Noch zu wenige deutsche Unternehmen haben bisher Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen in Angriff genommen. Bisher haben nur 40% der befragten Unternehmen die dafür zu erwartenden Kosten bewertet.

"Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass viele Investitionen, die erhebliche Emissionsreduktionen mit sich bringen würden, kurz- und sogar mittelfristig nicht zu erwarten sind. Sie kommen für die Energiewende zu spät", sagt Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. "Dies hängt mit der langen Restlebensdauer von im Schnitt 15 Jahren der im Emissionshandelssystem erfassten Anlagen zusammen."

Der Anteil der Unternehmen, die ab 2013 Investitionen planen, steigt aber. Insbesondere stehen Investitionen in Energieeffizienztechnologien an. "Erfreulich ist, dass die CO₂-Minderung zunehmend zum Hauptmotiv von Investitionen wird und nicht mehr nur einen willkommenen Nebeneffekt darstellt", sagt Prof. Dr. Andreas Löschel, Leiter des Forschungsbereichs Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement am Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).

Hintergrund für das gesteigerte Interesse der Unternehmen an der CO₂-Minderung ist der Umstand, dass eine deutlich sinkende kostenlose Zuteilung von Emissionsrechten ab dem Jahr 2013 die Unternehmen vor erhebliche Zusatzbelastungen stellt.

  • Gegenwärtig müssen nur 27% der Unternehmen Emissionsrechte zukaufen.
  • Ab 2013 wird dieser Anteil auf 63% steigen, so das Ergebnis des aktuellen CO₂-Barometers.

Die daraus entstehenden zusätzlichen Kosten unterscheiden sich stark zwischen den einzelnen am Emissionshandel beteiligten Unternehmen. Für Unternehmen, die einen hohen CO₂-Ausstoß haben, werden die Kosten in Millionenhöhe liegen. Da die tatsächliche Zuteilungsmenge erst im Verlauf der ersten Jahreshälfte 2012 feststehen wird, bleibt den befragten Unternehmen eine zu kurze Vorbereitungszeit. Diese schätzen wiederum, dass eine optimale Vorbereitung eine Zeitspanne von mehr als 20 Monaten bedarf.

Die Ergebnisse des diesjährigen KfW/ZEW CO₂-Barometers verdeutlichen, dass sich die Unternehmen besser auf die Herausforderungen des EU-EHS einstellen müssen. Gerade im Hinblick auf ein effizientes "Carbon Management" besteht hoher Nachholbedarf. Die meisten (70%) der vom Emissionshandel betroffenen Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern z.B. keinerlei Anreize zur Auffindung von CO₂-Minderungspotenzialen.

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie: 61% der Unternehmen mit mehreren Anlagen gleichen eine Über- oder Unterdeckung bestimmter Anlagen mit Emissionsrechten unternehmensintern aus. Deshalb gelangen die Emissionsrechte nicht in den freien Handel, worunter die Effizienz des Instruments Emissionshandel leidet. Die Effizienz des Emissionshandels kann auch beeinträchtigt werden, wenn Handelstätigkeiten aufgrund von Transaktionskosten erschwert werden. So muss nach dem KfW/ZEW CO₂-Barometer ein Unternehmen mit geringen Emissionen noch eine n Aufschlag auf den Zertifikatepreis von etwa 4% insbesondere für die Emissionsmessung und die erforderliche Berichterstattung kalkulieren, während ein Unternehmen mit hohem CO₂-Ausstoß im Schnitt lediglich 0,5% ansetzen muss.

Einigermaßen emissionslos - zumindest inhaltlich - auch unser heutiger Bauletter:
  

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Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) geht davon aus, dass im kommenden Jahr unterm Strich keine höheren Kosten für den Ausbau der Erneuerbaren Energien für die Verbraucher entstehen. Sollte die  EEG-Umlage dennoch angehoben werden, wäre das lediglich die Folge der mangelhaften gesetzlichen Berechungsgrundlage.

Niederspannungsrichtlinie für Wechselrichter in Kraft
Seit dem 1. August 2011 ist die Anwendungsregel VDE-AR-N 4105 in Kraft. Diese reguliert Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz. Ziel der Vorschrift ist es, dezentrale Anlagen besser in das Stromnetz zu integrieren.

Leckströmen in Photovoltaikanlagen wird der Kampf angesagt
SCHOTT Solar, Q-Cells und Solon SE sowie das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesystem (ISE), das Photovoltaik-Institut Berlin AG (PI-Berlin), der TÜV Rheinland und das VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut haben einen Test entwickelt, um direkt nach der Modulherstellung den so genannten PID-Effekt zu messen.

Organische Solarzellen versprechen Architekten viel Gestaltungsfreiheit
Bei organischer Photovoltaik gibt ein Farbstoff Elektronen ab. Der Stromfluss erfolgt durch eine elektrochemische Reaktion. Organischen Solarzellen lassen sich im Unterschied zu herkömmlichen bei niedrigen Temperaturen und somit Energie- und Ressourcen schonend fertigen. Konarka stellt sie wie Zeitschriften mit dem sogenannten Rolle-zu-Rolle-Verfahren her.

Organische Photovoltaik für Bauelemente aus Stahl
Dach- und Fassadenelemente aus Stahl mit integrierter organischer Photovoltaik stehen im Fokus einer Entwicklungskooperation von ThyssenKrupp Steel Europe und Konarka Technologies.

Informationsbroschüre Biogas
Mit der inzwischen 7. Auflage der Informationsbroschüre „Biogas“ (vormals: „Biogas – eine Einführung“) kommt die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. dem gewachsenen Interesse an diesem Thema nach. Die Auflage 2011 wurde komplett überarbeitet und beinhaltet auch Informationen zur aktuellen Novellierung des EEG.

Wolf-Gruppe übernimmt Mehrheit an Dreyer & Bosse Kraftwerke GmbH
Die Wolf-Gruppe hat mit Wirkung zum 31. August 2011 80% der Anteile der Dreyer & Bosse Kraftwerke GmbH, Gorleben, übernommen. Die 1997 gegründete Gesellschaft verfügt mit Biogas-Aufbereitungsanlagen und Blockheizkraftwerken (BHKW) über ein vollständiges Produktportfolio für die energetische Nutzung von Biogasen oder Biomethan.

Faire Spielregeln für Praktikanten - Leitfaden für die Praxis
Muss ein Praktikantenvertrag schriftlich abgeschlossen werden? Haben Praktikanten Anspruch auf Vergütung und Urlaub? Kann der Arbeitgeber einen Praktikantenvertrag auch vorzeitig kündigen? Welche sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften sind zu beachten? Diese und andere Fragen beantwortet ein neuer Leitfaden für Praktikanten und ihre Arbeitgeber.

getwittert: Kommunikation mit SHK-Entscheidern
Außerdem hat Freund und Baufachjournalist Karl Cerenko am Donnerstag von einer Medien-/Marketing-Veranstaltung beim Gentner-Verlag getwittert. Ihr Titel "Kommunikation mit SHK-Entscheidern" - siehe twitter.com/bautacheles

 

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