Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 23.10.2011

Deutschland-Check: Ökonomen mehrheitlich gegen europäische Wirtschaftsregierung

Während in diesen Tagen europäische Politiker und ein deutsches Parlament mit Hunderten von Milliarden Euros sowie mit der zukünftigen Ausgestaltung Europas jonglieren, spricht sich eine Mehrheit von Wirtschaftsprofessoren in einer aktuellen Umfrage gegen eine gemeinsame Wirtschaftsregierung im Euro-Raum aus. Die Umfrage wurde von der IW Consult im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der WirtschaftsWoche (WiWo) durchgeführt. 60 von 96 Wissenschaftlern glauben danach nicht, dass der Euro-Raum eine gemeinsame Wirtschaftsregierung benötigt. 33 Experten stimmen aber dafür. Auch eine gemeinsame Fiskalpolitik lehnen die meisten der befragten Ökonomen ab - nämlich 52..

Besser wäre nach Expertenmeinung die Einführung nationaler Schuldenbremsen mit Verfassungsrang. Dafür sprechen sich 81 Befragte aus, nur 14 sind dagegen. "Langfristiges Vertrauen kann nur durch langfristig bindende Reformen wiedergewonnen werden", erklärt dazu Prof. Ulrich van Suntum, Direktor des Centrums für angewandte Wirtschaftsforschung an der Universität Münster, der an der Umfrage teilgenommen hat. "Wir brauchen einen Stabilitätspakt II, der die Schuldenmacherei in allen Euroländern ein für alle Mal beendet", fordert der Botschafter der INSM weiter.

Keine Lösung bietet aus Expertensicht die Vergemeinschaftung von Schulden. Euro-Anleihen lehnen die befragten Professoren mehrheitlich genauso ab, wie den Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB. "Die Vergemeinschaftung von Schulden und Risiken widerspricht den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft. Am meisten hilft man Europa mit glaubwürdigen Regeln, die das Subsidiaritätsprinzip wieder herstellen", erklärt der INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr. Beim Bund und den Ländern in Deutschland hätte die Schuldenbremse schon Wirkung gezeigt. So schafft es Bayern als bestes westdeutsches Bundesland bereits bis zum Jahr 2013 seinen Haushalt auszugleichen. "Schuldenbremsen sind ein probates Mittel zur Eindämmung der Staatsverschuldung", resümiert Pellengahr.

Uneinigkeit unter den Experten herrscht hingegen über den geplanten dauerhaften Rettungsschirm für Euro-Staaten (ESM). 44 Professoren halten den ESM für sinnvoll, 50 Ökonomen glauben nicht, dass ein permanenter Rettungsschirm die Euro-Zone stabilisiert. Die Möglichkeit einer geordneten Insolvenz innerhalb des ESM-Regelwerks befürworten aber 80 der 96 Professoren. "Wo die Märkte zum Staatsbankrott tendieren, kann sich der Staat auch mit noch so großen Summen nicht dagegen stemmen. Er kann nur versuchen, den Staatsbankrott in geordnete Bahnen zu lenken, um so einen Neuanfang zu erleichtern", sagt dazu der Umfrageteilnehmer Charles B. Blankart, Professor für öffentliche Finanzen an der Humboldt-Universität Berlin.

Für das Expertenvotum des INSM-Deutschland-Checks hat die IW Consult, eine Tochtergesellschaft des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, 96 Professoren für Wirtschaftswissenschaften an deutschen Universitäten zwischen dem 19. und 29. September 2011 online befragt. Die Umfrage ist Teil des Deutschland-Checks, einer Dauerstudie im Auftrag der INSM und der WirtschaftsWoche. ... ganz europäisch sind auch einige unserer heutigen Baulinks/Bauletter-Beiträge:
 

Cembrit lobt Designwettbewerb "Bullhorn" aus 
In Städten verbringen die Menschen immer mehr Zeit an den Knotenpunkten des öffentlichen Nahverkehrs. Doch obwohl sie als Lebensadern einer Stadt gelten, sind Bahnhöfe und Haltestellen für Bus, S- oder U-Bahn oftmals nur puristisch und zweckbestimmt gestaltet.

12. Deutscher Fassadentag: "VHF: Die Energieeinsparfassade" 
Am 22. November 2011 veranstaltet der FVHF in Hamburg in Kooperation mit der Bundesstiftung Baukultur und der IBA Hamburg den 12. Deutschen Fassadentag mit fachlichen Inhalten, die sich unter dem Namen "VHF: Die Energieeinsparfassade" subsumieren lassen.

Biberacher Architekturgespräche 2011 zur "Grammatik" des Bauens 
Syntax und Matrix des Raumes: Mit diesem Thema beschäftigen sich die Biberacher Architekturgespräche 2011 "Grammatik" unter der Leitung von Prof. Felix Schürmann.

Neues Merkblatt der Industriegruppe Baugipse: Oberflächen aus Gipsputz 
Das Merkblatt Nr. 3 der Industriegruppe Baugipse „Putzoberflächen im Innenbereich“ liegt seit Oktober 2011 in einer grundlegend überarbeiteten Fassung vor. Es enthält ausführliche Hinweise sowohl für die Planung und Ausschreibung von Innenputzen auf Gips-, Gipskalk- und Kalkgipsbasis als auch für die Ausführung und Beurteilung ihrer Oberflächen.

Sto-Colorix App – ein digitales Beratungstool für unterwegs 
Mit der neuen Sto-Colorix App für iPhone, iPad und iPod lassen sich Bilder von Gebäuden, Wänden und Fassaden mit wenigen Fingerstrichen farblich verändern. Schnell entstehen verschiedene virtuelle Entwürfe auf dem Gerät, die dem Bauherren sofort gezeigt oder per E-Mail zugesendet werden können.

ift-App "FensterCheck" 
Oft stehen Bauherren, Energieberater oder Architekten, aber auch Fenster- und Glasexperten vor dem Problem, den U-Wert von Fenstern im Bestand vor Ort einfach zu bestimmen. Auch eine schnelle Berechnung der möglichen Einsparung nach Eingabe der neuen U-Werte sowie der Fensterfläche sind hilfreich für interessierte Wohnungsbesitzer oder Fensterexperten.

Fenster sind keine Kühlschränke - Bericht von den Rosenheimer Fenstertagen 2011 
Die Energiewende 2020 ist nur machbar durch eine Kombination aus Energie sparen und Energie gewinnen, da waren sich Politiker aus kommunaler, Landes- und Bundesebene und die technischen Experten einig. Dieser Themenkomplex führte am 13. und 14. Oktober über 1.000 Spezialisten aus 29 Ländern zu den Rosenheimer Fenstertagen, dem europaweit größten Fachkongress der Branche.

Bericht von der Beton-Insta 2011 
Die Beton-Insta 2011 in Dresden stellte die sach- und fachkundige Ausführung von Beton-Instandsetzungsarbeiten in den Mittelpunkt. Dabei wurden aktuelle Erkenntnisse zur Erhaltung und Instandsetzung von Betonbauwerken umfassend vorgestellt.

ZertBau: Entwicklung neuer Geschäftsfelder im Blickpunkt 
Als gleichwertige Alternative zur Gütesicherung Kanalbau RAL-GZ 961 bezeichnete der Geschäftsführer der Zertifizierung Bau e.V., Gerhard Winkler, die Fremdüberwachung für Kanalbaumaßnahmen aus dem eigenen Haus. Für das kommende Jahr, so Winkler weiter, stehe insbesondere die Entwicklung neuer Geschäftsfelder im Blickpunkt.

 

Impressum | Datenschutz © 1997-2018 ARCHmatic - Alfons Oebbeke (Google+, XING, linkedin)
ANZEIGE