Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 7.12.2011

Effizienhaus Plus in Berlin eröffnet … von Stuttgarter Forschern geplant

Das „Effizienzhaus Plus mit Elektromobilität“ wurde am Mittwoch in Berlin im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesminister Peter Ramsauer feierlich eröffnet. Geplant haben das Effizienzhaus Plus Prof. Werner Sobek, der Leiter des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart, und sein Team. Der großflächige Einsatz von Photovoltaik auf Dach- und Fassadenflächen des Gebäudes und eine hocheffizienten Wärmepumpe erzeugen hohe Energiegewinne. Diese lokal aus erneuerbaren Quellen erzeugte Energie deckt den Bedarf des Hauses komplett. Zudem minimieren die Isolierung der Gebäudehülle und die optimierte Gebäudetechnik die Wärmeverluste. So bleibt sogar noch genug Energie übrig, um damit Elektrofahrzeuge laden zu können.


Copyright: Werner Sobek, Stuttgart

Das nach einem Jahr Planungs- und Bauzeit fertig gestellte Gebäude auf dem Gelände des Bundesbauministeriums in Berlin ist das Ergebnis eines Wettbewerbs, den das Ministerium Ende 2010 durchgeführt hat. Ziel dieses Wettbewerbs war es, anhand eines architektonisch attraktiven Pilotprojekts den Stand der Entwicklung von energieeffizienten, nachhaltigen Gebäuden aufzuzeigen, bei denen Elektromobilität integraler Bestandteil des Gebäudekonzepts ist. Der Entwurf, den die Arbeitsgemeinschaft unter der Leitung von Prof. Werner Sobek eingereicht hatte, wurde mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Mitglieder der Arbeitsgruppe waren neben dem Büro Werner Sobek Stuttgart und der Firma WSGreenTechnologies (Werner Sobek GreenTechnologies) das Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart und beratend weitere Institute der Universität sowie andere Einrichtungen. Der prognostizierte Energiebedarf des Hauses und der Elektrofahrzeuge liegt deutlich unter dem erwarteten Energieertrag von mehr als 16.000 Kilowattstunden pro Jahr. Damit generiert das Haus mehr Energie als durch Nutzer und Fahrzeuge verbraucht wird.

Das Effizienzhaus Plus zeichnet sich aber nicht nur durch sein hervorragendes Energiekonzept aus. Ein Rückbau- und Recyclingkonzept ermöglicht den sorgsamen Umgang mit Rohstoffen. Das Haus wird so zu einem Ressourcenlager für zukünftige Generationen, das bei einem eventuellen Rückbau fast vollständig wiederverwertet werden kann. So wurde beispielsweise auf das Verkleben einzelner Schichten oder verschiedener Bauteile weitgehend verzichtet, um bei einem späteren Rückbau eine möglichst sortenreine Trennung zu erreichen.

Das architektonische Konzept beruht auf einer Dreiteilung:

  • Das sogenannte Schaufenster, das der öffentlichen Straße zugewandt ist und an dem sich Interessierte über das Haus und seine Eigenschaften informieren können.
  • In der Mitte befindet sich der Energiekern, der alle technischen Funktionen des Hauses beherbergt.
  • Die Wohnräume sind auf der von der Straße abgewandten Seite des Gebäudes.

Durch die vollflächige Verglasung der Ost- und Westseite entsteht ein großzügiges Raumgefühl, und es gelangt viel Tageslicht in das Gebäude. Ein außen liegender beweglicher Sonnenschutz verhindert im Bedarfsfall eine Überhitzung des Gebäudes. Wo erforderlich, wird das Haus durch energieeffiziente, dimmbare LEDs beleuchtet. Dem Schaufenster kommt eine besondere Funktion zu, es bildet eine Schnittestelle zwischen Mobilität und Immobilie. Hier parken die Elektrofahrzeuge des Hauses und können berührungslos aufgeladen werden.

Im Planungs- und Realisierungsprozess untersuchten die Ingenieure das Gebäude fortlaufend mittels dynamischer gekoppelter Anlagen- und Gebäudesimulationen. Dieser iterative Prozess führte zur Optimierung des Gebäudes im Hinblick auf Komfort und Energieeffizienz. Um weitere Erfahrungswerte zu sammeln, ist geplant, dass das Haus einige Zeit von einer Modellfamilie bewohnt wird. Nach einer Standzeit von maximal drei Jahren soll das Gebäude vollständig zurückgebaut und wiederverwertet werden.... Das soll natürlich bei den folgenden, ausgezeichneten und auszuzeichnenden Projekten ganz anders sein:
  

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