Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 23.10.2012

ZDF: Architekten warnten Berliner Flughafengesellschaft seit Ende 2011 vor Terminproblemen

Die Berliner Flughafengesellschaft war bereits deutlich frĂŒher ĂŒber gravierende Terminprobleme gewarnt als bisher bekannt. In ihren monatlichen Berichten an den Bauherrn wiesen die Architekten seit Dezember 2011 auf kritische Störungen beim Bau des neuen Berliner Großflughafens hin. Das belegen zumindest Dokumente, die ein ZDF-Team recherchiert hat. Nach der geplatzten Eröffnung schienen fĂŒr die Berliner Flughafengesellschaft die Schuldigen schnell gefunden: Flughafen-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Rainer Schwarz feuerte die Architekten mit Billigung des Aufsichtsrats fristlos. Der Vorwurf: "Gravierende Fehlplanung". Wenig spĂ€ter folgte eine Feststellungsklage der Flughafengesellschaft, in der sie ĂŒber 80 Millionen Euro von den Architekten fordert.

Die Recherchen fĂŒr die ZDFzeit-Dokumentation "Der Fluchhafen Berlin" (Dienstag, 23. Oktober 2012, 21.00 Uhr; siehe ZDF-Mediathek) ergaben demnach, dass die Architektengemeinschaft um Meinhard von Gerkan die Flughafengesellschaft sehr deutlich auf Probleme bei der Fertigstellung des Flughafenterminals hingewiesen hat. Dem ZDF liegen die Monatsberichte der Architektengemeinschaft PG BBI vor. Der EmpfĂ€nger: die Flughafengesellschaft. Darin kennzeichnen die Architekten etliche VorgĂ€nge mit roten Symbolen. Zum Stand der Sicherheitstechnischen Anlagen, zu denen auch der viel diskutierte Brandschutz gehört, heißt es im Dezember-Bericht: "Inbetriebnahme und Gesamtablauf kritisch." Ein Insider, der an der Erstellung dieser Berichte beteiligt war, sagt dem ZDF dazu: "Mehr als Rot kann man das nicht darstellen. Das ist nun wirklich ĂŒberall ein Alarmsignal. Rot bedeutet schon klipp und klar, dass hier die Fertigstellung im Rahmen des Termins große Gefahren birgt."

FĂŒr ihre TV-Dokumentation konfrontieren die ZDF-Reporter Flughafenchef Rainer Schwarz mit den Dokumenten. Wörtlich sagte Schwarz: "Diese Dokumente waren nicht fĂŒr die GeschĂ€ftsfĂŒhrung bestimmt." Auf den Hinweis des ZDF-Reporters, dass die wichtigen Dokumente nachweislich die Flughafengesellschaft erreicht haben, entgegnet Schwarz: "Hier ist ein Mitarbeiter des Flughafens genannt. Das ist doch nicht mein BĂŒro." Anschließend spielt der Flughafenchef die Brisanz der Berichte herunter und verweist darauf, dass die roten Symbole lediglich auf einen ProjektrĂŒckstand von mehr als 20 Prozent hinweisen. Weitere Recherchen belegen jedoch, dass der Zeitplan von SachverstĂ€ndigen schon kurz nach Baubeginn als sehr ambitioniert eingestuft worden war. "Deswegen hĂ€tte ein RĂŒckstand von mehr als 20 Prozent die GeschĂ€ftsfĂŒhrung alarmieren mĂŒssen", sagt ZDF-Reporter Halim Hosny nach dem Interview mit Schwarz.

Die vier ZDF-Reporter Carsten Behrendt, Halim Hosny, Gunnar KrĂŒger und Nicolai Piechota sind der Frage nachgegangen: Was ist schiefgelaufen am Flughafen Berlin? Sie konnten erstmals mit den geschassten Architekten sprechen. Der neue Baustellenchef Horst Amann gewĂ€hrte ihnen fast eine Woche Zugang zur Baustelle, so dass sich die Reporter selbst ein umfassendes Bild machen konnten. Horst Amann selbst spricht im Interview deutlich von VersĂ€umnissen bei der Flughafengesellschaft. Er bringt den Vorwurf gegen seinen neuen Arbeitgeber mit diplomatischer ZurĂŒckhaltung auf den Punkt: "Auf Bauherrenseite fehlten oder fehlen starke Persönlichkeiten. Klare Köpfe, die wissen, was gebraucht wird." ... kommen wir von vereinzelten(?) Betonköpfen zu differenzierten Betonanwendungen heute im Bauletter:

   

Drainbeton: mit Zementleim umhĂŒllter Glasschaumschotter 
Um oberhalb von Glasschaumschotter noch eine Lage Drainasphalt aufgebringen zu können, muss sich die Schotterschicht mit dem Fertiger befahren lassen. Da aber die Festigkeit des Glasschaumschotters im Rohzustand dafĂŒr bei weitem nicht ausreicht, wird der Schotter stabilisiert, mit Zementleim umhĂŒllt und dann als Drainbeton eingebaut.

Fast 50% weniger RĂŒckprall beim Beton-Nassspritzen mit neuem StĂ€rkeprodukt 
In einem vom Bundesministerium fĂŒr ErnĂ€hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) geförderten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben hat SĂŒdzucker ein StĂ€rkederivat entwickelt, das den BetonrĂŒckprall in Praxisversuchen um bis zu 50 Prozent reduzieren konnte.

Beton-Kalender 2013 thematisiert Lebensdauer, Instandsetzung und Brandschutz 
Die Tragwerkplanung dient gewöhnlich der Pla­nung und Bemessung von standsicheren und gebrauchstaug­lichen Tragwerken nach den gĂŒltigen Normen und Regelwer­ken, wobei die Verpflichtung gemĂ€ĂŸ HOAI die Wirtschaftlich­keit fĂŒr die geplante Nutzungszeit mit einschließt.

„Betonbau“ vom Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau IRB 
Der Betonbau wurde in den letzten Jahrzehnten durch eine Reihe von bedeutsamen VerĂ€nderungen und inno­vativen Entwicklungen geprĂ€gt. Diese Änderungen rĂŒcken vor allem die QualitĂ€tssicherung immer weiter in den Mittelpunkt und fordern von allen Beteiligten ein umfassendes Wissen, das diese Betonbau-Reihe bietet.

Neue Fischer-Verbundankersysteme ohne EinschrĂ€nkungen in gerissenem Beton 
Die Fischer-Ankersysteme Highbond, Powerbond und Superbond dĂŒrfen ohne EinschrĂ€nkung in der Zug- und Druckzone des Betons verwendet werden.

Minimalinvasiv: Neue Technologie zur Bodenverbesserung bei weichem Baugrund 
Wenn Baugrund seine TragfĂ€higkeit verliert, sind Sackungen oder Setzungen der darauf liegenden Baukonstruktion hĂ€ufig unmittelbar die Folge. Mit den beiden bisherigen Injektionsverfahren hat Uretek eine etablierte Lösung fĂŒr viele Baugrundprobleme. ErgĂ€nzend wurde nun mit UPP HybridInjection eine neue Technologie fĂŒr schwachen und weichen Baugrund entwickelt.

 

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