Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 30.4.2013

Straßen vermessen mit 100 Sachen zum Schutz von 470 Milliarden Euro Anlagevermögen

Wind und Wetter, Reifen und Stahl machen dem deutschen Straßennetz zu schaffen. Doch die Schäden an Asphalt und Beton zu erfassen war bisher umständlich und teuer. Ein neuer Laserscanner soll die Messung jetzt schneller, genauer und günstiger machen.

470 Milliarden Euro sind Deutschlands Straßen wert. In vielen Gemeinden machen die Fahrwege über 60 Prozent des kommunalen Anlagevermögens aus. Doch dieser Wert droht zu verfallen. Viele der Strecken sind über 30 Jahre alt. Witterung und vor allem Verschleiß haben den Asphalt- und Betonbelägen stark zugesetzt. Denn trotz des Bemühens, mehr Verkehr auf Schienen- und Wasserwege zu verlagern, laufen immer noch 65 Prozent des Güter- und 82 Prozent des Personenverkehrs über Straßen. Nicht nur die Berichte über zunehmende Schäden nehmen deshalb zu, auch das Budget zur Erhaltung des Netzes steigt stetig: 2016 soll es ein historisches Hoch von 3,5 Milliarden Euro erreichen.

Doch wie lassen sich der aktuelle Zustand und der Wert einer Straße ermitteln? "Ein wichtiger Faktor ist die Qualität der Oberfläche, genauer gesagt, der Grad ihrer Ebenheit", erklärt Dr. Alexander Reiterer, Leiter der Forschungsgruppe "Laser Scanning" am Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM in Freiburg. Er und sein Team haben den ersten Laserscanner entwickelt, den die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zur Messung der Straßenebenheit zugelassen hat. Die Technologie, die sich bereits in der Bahnmesstechnik bewährt hat, soll schneller, genauer und kostengünstiger als die bisher angewandte Methode sein. Ein einzelner hochauflösender Laserscanner genügt, um die Fahrbahnoberfläche auf einer Breite von vier Metern mit einem Laserstrahl abzutasten und zu vermessen.


Der Scanner - nicht größer als ein Schuhkarton - ist in drei Metern Höhe am Messfahrzeug befestigt. In dessen Innern rotiert ein achtseitiger Spiegelkörper, der den Laserstrahl quer zur Fahrtrichtung über die Straße lenkt. Ein Öffnungswinkel von 70 Grad genügt, um die komplette Straßenbreite auf vier Metern Breite abzutasten. Das Signal wird vom Asphalt zurück auf den Scanner reflektiert und trifft dort auf einen Detektorchip. Aus der Laufzeit des Laserlichts lässt sich dann die Distanz zwischen Scanner und Straßenoberfläche bestimmen. Die Genauigkeit soll zwischen 0,15 und 0,3 mm liegen. Breite Anbauten am Fahrzeug wie bei herkömmlichen Messapparaturen sind demnach nicht nötig. Es muss lediglich dafür gesorgt werden, dass Orientierung und Position des Messfahrzeugs bestimmt werden können.
Dies geschieht durch den Einsatz des globalen Navigationssatellitensystems GNSS und eines inertialen Messsystems. "Die Messung ist unabhängig von äußeren Lichteinflüssen und kann bei Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h erfolgen", beschreibt Reiterer die Vorteile.

Erste Praxistests soll der "Pavement Profile Scanner PPS" des IPM bereits bestanden haben. Deutschlandweit insgesamt 15.000 Kilometer Autobahnen und Bundesstraßen habe man zusammen mit den Straßengutachtern der Firma LEHMANN + PARTNER GmbH seit Sommer letzten Jahres gescannt. Im Frühjahr wollen die Vermessungsprofis die Start- und Landebahnen des Hamburger Flughafens unter die Lupe nehmen. "Für die Zulassung auf der Straße stellte die BASt strenge Kriterien auf: Der Laser sollte nicht nur auf 0,3 Millimeter genau messen, sondern auch augensicher sein. Das heißt, auch wenn man längere Zeit in den Laser blickt, darf dies für die Augen nicht gefährlich sein. Beide Hürden hat die Technologie der Entwicklungspartner problemlos genommen", berichtet Dr. Dirk Ebersbach, Geschäftsführer von LEHMANN + PARTNER. Das Erfurter Ingenieurbüro erfasst Daten für die Straßeninformationsbanken der Länder und Kommunen und bewertet die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland.

"Die durchschnittliche Lebensdauer einer Straße beträgt etwa 30 Jahre; die Asphaltdecke kommt meist nur auf zwölf Jahre. Die Erfassung von Unebenheiten oder Verformungen wie zum Beispiel Spurrinnen muss in einem frühen Stadium erfolgen, um durch rechtzeitige Sanierungsmaßnahmen Schädigungen an tiefer liegenden Schichten zu vermeiden", ergänzt Ebersbach.

In den Laboren am Freiburger IPM verfeinern die Forscher den Laserscanner währenddessen weiter. Sie wollen vor allem an der Messgenauigkeit schrauben: Der Prototyp der neuen Scannerversion misst mit einer Frequenz von 2 Megahertz (MHz); dies entspricht zwei Millionen Messungen pro Sekunde. Das aktuelle Modell kommt noch mit 1 MHz aus. "Zukünftig wollen wir nicht nur die Ebenheit einer Straße untersuchen, sondern auch gezielt kleinste Risse aufspüren. Das beugt Schäden besser vor. Bislang wird das noch mit Kameras gemacht", schildert Reiterer. Das Untersuchungsobjekt wird den Forschern jedenfalls nicht ausgehen: Das deutsche Straßennetz allein umfasst zirka 626.000 Kilometer. Das entspricht knapp der Distanz von der Erde bis zum Mond und wieder zurück. ... Und der Deut­sche Asphaltverband scharrt vermutlich schon mit den Hufen:


Trotz schlechtem Straßenzustand: Dramatischer Rückgang bei der Asphaltproduktion
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Die Produktion von Asphaltmischgut ging 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 18% zurück. Insgesamt wurden im zurückliegenden Jahr laut Deut­schem Asphaltverband (DAV) bundesweit 41 Mio. Tonnen Asphalt­misch­gut pro­duziert - der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung. weiter lesen

Tagung „20 Jahre Technische Regeln wassergefährdender Stoffe (TRwS)“
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Ob Tankstelle, Chemieanlage, Biogasanlage oder Heizöltank - techni­sche Anlagen müssen so gebaut sein, dass im Schadensfall austretende Stoffe die Gewässer nicht verunreinigen. Um den Umgang mit was­serge­fähr­den­den Stoffen zu regeln, begann die DWA 1993 damit, ein neues technisches Regelwerk zu erarbeiten. weiter lesen

Mall macht Abscheiden mit „NeutraRent“ mobil
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Mit der Abscheideranlage NeutraRent hat Mall einen Leichtflüssigkeits­ab­scheider für zeitlich be­grenzte Einsatzzwecke und Notfalleinsätze im Pro­gramm. Der mobile Abscheider soll in kürzester Zeit bundesweit zum Ein­satz kommen können, z.B. bei Ölunfällen bzw. Havarien oder als Über­gangs­lösung bei Grundwassersanierungen und Baustellenentwäs­serungen. weiter lesen

Planerhandbuch Pumpen- und Anlagentechnik neu von Mall
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Mit dem technischen Planerhandbuch „Mall-Pumpstationen und Arma­tu­ren“ hat die Mall GmbH eine Broschüre vorgelegt, die Planer und Inge­nieure an­hand von Projektbeispielen und technischen Hilfsmitteln bei der Planung von Druckentwässerungsanlagen unterstützt. weiter lesen

Grundfos bietet Finanzierungskonzept für Pumpen und Systeme an
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Da auch in Zukunft nicht auf Förder- und Verteilungsanlagen verzichtet werden kann, rücken effizient arbeitende Anlagen in den Fokus, denn viele bestehende Pumpensysteme sind nicht auf die Anforderungen der heutigen Zeit ausgerichtet. Viele Anlagen sind veraltet oder einfach falsch ausgelegt worden, auf alle Fälle sind es wahre „Stromfresser“. weiter lesen

fbr-Marktübersicht „Regenwassernutzung Regenwasserversickerung 2013/2014“
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Wer sich mit der Planung, Anschaffung oder Installation einer Regen­was­sernutzungsanlage oder der Regenwasserversickerung beschäftigt, findet in dem neu aufgelegten Sonderheft der fbr für 5 Euro wertvol­le Hinweise über fast alle am Markt vorhandenen Produkte. weiter lesen

Förderareale für junge Unternehmen auf der Light+Building; Anmeldung bis zum 31. Mai
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Zur Light+Building 2014 wird es wieder ein Förderareal für junge inno­vative Unternehmen geben. Ziel ist es, jungen Unternehmen eine Platt­form zu bieten, die den Markteintritt erleichtern und der Unternehmens­festigung dienen soll. weiter lesen

Dorma erhält Mittelstandspreis „Hidden Champion 2013“ in der Kategorie Marke
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Dorma wurde am 25. April mit dem Mittelstandspreis Hidden Champion des Nachrichtensenders n-tv in der Kategorie Marke ausgezeichnet. Der Preis würdigt Unternehmen, die der breiten Öffentlichkeit nicht unbedingt be­kannt sind, aber den deutschen Wirtschaftsmotor seit Jahren auf Hoch­tou­ren laufen lassen. weiter lesen

„Intelligenz ist der beste Baustoff“: Anzeigenkampagne mit „BoB-Award“ ausgezeichnet
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Vom Baustoff zum Gesprächsstoff: Die aktuelle Anzeigenkampagne der Xel­la Deutschland GmbH mit dem Claim „Intelligenz ist der beste Bau­stoff“ er­hielt bei der Vergabe des BoB Best of Business-to-Business Award am 18. April 2013 in der Kategorie „Print & Printserien“ den sil­bernen BoB-Award. weiter lesen

STO AG plant Formwechsel in SE & Co. KGaA
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Die Umwandlung der STO Aktiengesellschaft in eine STO SE & Co. KGaA soll den Einfluss der Familie Stotmeister auf das Unternehmen und den STO-Konzern auch nach dem in den nächsten Jahren anstehenden altersbedingten Ausscheiden von Jochen und Gerd Stotmeister sicher­stellen. weiter lesen

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