Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 19.11.2013

Energiewende trifft Archäologie

Die scheinbar gegensätzlichen Interessen von Archäologie und Bauwirtschaft lassen sich bei Bauprojekten im Zuge der Energiewende miteinander vereinbaren, wenn ein intensiver Austausch und eine frühzeitige Kommunikation aller Beteiligten stattfinden - das ist das Ergebnis einer jüngst in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) abgehaltenen Fachtagung „Energiewende und Archäologie“, das Archäologen, Netzbetreiber, Planer von Stromtrassen und Solaranlagen sowie Naturschützer positiv nach vorne schauen lässt. Schließlich seien der Ausbau und die Nutzung erneuerbarer Energien von allen gewollt. „Nun geht es darum, die Energiewende nachhaltig voranzutreiben und dabei Kulturgut und archäologische Schätze zu schützen, die durch unter- und oberirdische Stromtrassen, Solar- und Windparks auf historischen Flächen und durch den düngerintensiven Anbau von ‚Energiepflanzen‘ gefährdet sind“, resümierte Dr. Paul Bellendorf, DBU-Referent für Umwelt und Kulturgüter.

Die Energiewende könne und müsse nicht nur auf der technologischen und politischen Ebene verwirklicht, sondern auch durch die Archäologie mitgestaltet werden, betonte Dr. Henning Haßmann von der Abteilung Archäologie des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege. „Bei guter Planung und rechtzeitiger Absprache lässt sich das klischeehafte Gegeneinander von Denkmalschutz und Baumaßnahmen von Biogasanlagen, Wind- und Stromparks durchaus überwinden. Im Idealfall entstehen bei einem solchen Projekt sogar bislang ungenutzte Synergieeffekte zwischen Naturschutz und Denkmalpflege“, äußerte sich Haßmann optimistisch. So seien zum Beispiel bei sogenannten Notgrabungen im Zuge geplanter Erdgasleitungen Altsiedellandschaften oder Goldfunde aus der Bronzezeit entdeckt worden.

Vorausschauendes Denken ist gefragt

Doch trotz oder gerade wegen der Erfahrungen und positiven Beispiele der letzten zwanzig Jahre dürften die Probleme und zukünftigen Herausforderungen für die Denkmalpflege nicht aus dem Blick geraten: „Negative Auswirkungen durch die Installation von Fundamenten für Windkraftanlagen und Solaranlagen über historischen Klöstern, Befestigungen oder Siedlungen können durch eine sachgemäße Beteiligung von Archäologen verringert werden“, forderte Dr. Thomas Westphalen, Leiter der Abteilung Archäologische Denkmalpflege im Landesamt für Archäologie in Sachsen. Vorab durchgeführte Grabungen könnten die Befunde sichern und Schäden am kulturellen Erbe verhindern. Vorausschauendes Denken sei gefragt, um auch die langfristigen Probleme der Energiewende in den Griff zu bekommen. So müsse beispielsweise schon beim Errichten von Solaranlagen an die Zeit nach ihrer Nutzung gedacht werden, etwa an eine Wiederherstellung landwirtschaftlicher Flächen durch tiefgründige Bodenlockerungen.

Für den Erhalt kultureller Güter und archäologischer Zeugnisse in Feuchtgebieten seien intakte Moore die Ideallösung. „Doch das ist nicht zu erreichen, weil viele Flächen entwässert wurden. Eine Wiedervernässung wäre nicht nur aus denkmalpflegerischer Sicht sondern auch aus Gründen des Umweltschutzes wünschenswert“, erklärte Haßmann. Einig waren sich sowohl die Archäologen als auch die Planer, Netzbetreiber und Umweltschützer darin, dass die Aspekte der archäologischen Denkmalpflege und des Schutzes von Kulturlandschaften künftig stärker in die Agrarumweltförderung einfließen müssen. Bellendorf: „Die Energiewende führt zu massiven Eingriffen in historisch gewachsene Landschaften, die unbedingt archäologisch begleitet werden müssen. Dabei können viele wertvolle Funde gemacht werden, die wichtige Informationen über das Leben unserer Vorfahren liefern. Allerdings ist eine fachgerechte Dokumentation und Bergung der Funde für die Archäologen nur ein erster Schritt. Nur durch eine anschließende wissenschaftliche Aufarbeitung kann das ganze Potenzial der Grabungen genutzt werden.“ ... Und wir machen weiter mit der Planung potentieller archäologischer Funde von morgen:

Industriebaukongress im Rahmen der DEUBAUKOM
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Industrie und Wirtschaft investieren jedes Jahr zweistellige Milliarden­sum­men in Neubau und Erhalt von Produktions- und Lagerhallen, Büro- und Verwaltungsgebäuden. Vor diesem Hintergrund findet am 16. Ja­nuar im Rah­men der DEUBAUKOM ein Industriebaukongress statt, den die Fachzeit­schrift „industrieBAU“ zusam­men mit der Messe Essen GmbH und der Ar­beitsgemeinschaft Industriebau ausrichtet. weiter lesen

Wienerberger Mauerwerkstage inkl. Statikertage Anfang 2014 an 8 Veranstaltungsorten
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Wienerberger legt die bekannten Mauerwerkstage und Statikertage zu einem Forum mit zwei Seminarformaten zusammen. Die Veranstaltungen finden vom 16. Januar bis 19. Februar 2014 bundesweit an acht Stand­orten statt. weiter lesen

Arge Baurecht: FIDIC-Books sind Muster und müssen individuell geprüft werden
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FIDIC-Verträge sind Allgemeine Geschäftsbedingungen, wie es auch die deutsche VOB/B ist - erläutert die ARGE Baurecht. Die Vertragsmuster­bücher sind zwar gedruckt und gebunden und scheinen deshalb unver­änderlich, sind aber lediglich Muster und damit Vorschläge, die indivi­duell verändert, gemischt und ergänzt werden können. weiter lesen

Fachmediation im Planungsprozess: VBI und Steinbeis bieten Zertifikats-Lehrgang
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Der VBI hat mit dem Steinbeis-Beratungszentrum Wirtschaftsmediation einen Zertifikatslehrgang entwickelt, der speziell auf die Moderation und Mediation in Projekten vorbereitet und für diese Aufgabe qualifizier weiter lesen

Aufzeichnungen vom Architekten-Webkongress 2013
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„Oberflächlich? - Putz in der Architektur“ - so lautete der Titel des dritten Architekten-Webkongresses, den der Baustoffhersteller Saint-Gobain We­ber zusammen mit der db durchgeführt hat. Die zweitägige Veranstaltung beleuchtete den Stellenwert und das Potenzial von Putz für Architekten mit den Gästen Eike Roswag, Martin Bez, Jürgen Mayer H. und Pinar Gönül. weiter lesen

Sanieren oder Abreißen? Es antwortet ein neuer Ratgeber aus dem Fraunhofer IRB-Verlag
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Grundstückspreise steigen ständig, der Wert der Gebäude sinkt dage­gen mit der Zeit. Irgendwann stellt sich die Frage, ob eine Sanierung oder ein Abriss mit Neubau kosten­günstiger ist. weiter lesen

Steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung im Koalitionsgespräch
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Union und SPD haben sich in der Koalitions-Ar­beitsgruppe „Energie“ auf ein zwölfseitiges Papier geeinigt - berichtet die Initiative „Wärme im Dialog“ (WiD). Im Bereich der energetischen Gebäudesanierung schla­gen demnach die Verhandlungspartner vor, die steuerliche Förderung von ener­getischen Sanierungsmaßnahmen umzusetzen. weiter lesen

Baugenehmigungen für Wohnungen in den ersten neun Monaten mit 13,5% im Plus
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Von Januar bis September 2013 wurde in Deutschland der Bau von 202.100 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitgeteilt hat, waren das 13,5% oder 24.000 Wohnungen mehr als in den ersten 9 Monaten 2012. Der umbaute Raum der genehmigten neuen Nichtwohnge­bäude sank im gleichen Zeitraum um 4,9% auf 151,8 Mio m³. weiter lesen

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