Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 29.3.2015

Elektromobilität im 450.000-Kilometer-Praxistest

75 Berufspendler in und um Leipzig nutzten zwischen Mai 2013 und Dezember 2014 jeweils für drei Monate ein Elektroauto BMW ActiveE im täglichen Einsatz. Dabei legten sie rund 450.000 Kilometer zurück. Die Professur Allgemeine und Arbeitspsychologie der Technischen Universität Chemnitz war für die wissenschaftliche Nutzerforschung verantwortlich. Gemeinsam mit ihren Projektpartnern - der BMW Group und den Stadtwerken Leipzig - untersuchten die Psychologen, wie ein Elektrofahrzeug mit einer heute üblichen Reichweite von rund 150 Kilometern auch im Grenzbereich der Reich­weite komfortabel eingesetzt werden kann. Im Ergebnis empfanden mehr als 80% der Fahrer die verfügbare Reichweite als ausreichend für den Alltag.

Im Schnitt absolvierten die Nutzer rund 90 Kilometer pro Tag mit dem ActiveE. 38 Prozent fuhren im Mittel sogar mehr als 100 Kilometer, einzelne Nutzer bis zu 6.000 Kilometer in den ersten sechs Wochen. Als längste Fahrstrecke legte ein Fahrer 367 Kilometer an einem Tag zurück. Über den gesamten Zeitraum konnten 91 Prozent aller getätigten Fahrten mit dem Elektrofahrzeug ausgeführt werden. Der Hauptgrund der Nicht- Nutzbarkeit war in der Hälfte der Fälle erwartungsgemäß eine zu große geplante Gesamtfahrstrecke.

Stress mit der Reichweitenprognose?

„Für uns war die Frage besonders spannend, wie die Nutzer den tagtäglichen Umgang mit ihrem Elektrofahrzeug und der verfügbaren Ladeinfrastruktur im Grenzbereich der Reichweite erleben“, erklärt Prof. Dr. Josef Krems, Inhaber der Professur Allgemeine und Arbeitspsychologie, und ergänzt: „Insgesamt zeigt sich, dass Elektromobilität auch für Nutzer funktioniert, die oftmals längere Strecken zurücklegen. Jedoch gibt es auch ein Potential für Assistenzkonzepte, welche die Interaktion mit der Reichweite noch weiter vereinfachen.“ Bestätigt hat sich die Annahme der Wissenschaftler, dass mit zunehmender Nutzungsdauer und Erfahrung die aufgrund der Reichweite erlebten Stresssituationen abnehmen – nach Gewöhnung an die Reichweite gab es im Durch­schnitt nur noch 1,35 solcher Situationen pro Monat. Dabei kamen die Nutzer durch­aus in den Grenzbereich der Reichweite: Im Mittel lag der geringste angezeigte Lade­stand pro Nutzer bei sechs Prozent. Die Hälfte der Probanden fuhr sogar mindestens einmal auf unter vier Prozent.

Die Ergebnisse geben Hinweise darauf, wie wichtig eine zuverlässige und nachvoll­zieh­bare Reichweitenanzeige ist, insbesondere für Strecken im Grenzbereich der Reich­wei­te. Probanden, die ein hohes Vertrauen in die Reichweitenprognose entwickelten, zeigten auch deutlich weniger Reichweitenstress. Gleichzeitig entwickelten die Nutzer auf Basis ihrer Erfahrungen Verbesserungsvorschläge. Beispielsweise, dass sich der Bezugszeitraum der Reichweitenprognose flexibler einstellen lassen sollte und dass dabei auch verschiedene Fahrertypen oder Fahrstile berücksichtigt werden sollten. Weiterhin würden die Nutzer von einer Reichweitenanzeige profitieren, die transparenter macht, welche Informationen wie stark in die Schätzung einfließen.

„Wir stehen als Projektteam gerade erst am Anfang der Auswertung der zahlreichen interessanten Daten. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse und darauf, welche Erkenntnisse sich daraus für eine nutzerzentrierte Weiterentwicklung nachhaltiger Elektromobilitätssysteme ableiten lassen“, so Dr. Thomas Franke, Mitarbeiter der Professur Allgemeine und Arbeitspsychologie. Die Professur Allgemeine und Arbeitspsychologie der TU Chemnitz forscht zu unterschiedlichen Themen im Bereich der Verkehrspsychologie, Elektromobilität und Usability. Wer als zukünftiger potenzieller Studienteilnehmer in der Probandendatenbank der Professur gelistet werden möchte, kann sich registrieren unter mytuc.org/dksz. ... Nach dem mobilen Stromspeicher starten wir die heutigen Baulinks-Beiträge mit stationären Stromspeichern:

FENES-Studie: mehr als 15.000 Haushalte in Deutschland mit Solarstrom-Speicher
http://www.baulinks.de/webplugin/2015/0522.php4
„Dezentrale Batterien tragen künftig zu einem sta­bilen Stromnetz bei. Sie ergänzen den Wind- und Solarstrom und helfen konventionelle Must-run-Kraftwerke abzulösen“, so Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneu­erbare Energie (BEE). weiter lesen

Weltweite Asbest-Aktionswoche vom 1. bis 7. April 2015
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Die Asbestos Disease Awareness Organization (ADAO), die Asbestop­fern weltweit eine Stimme geben will, hat zur weltweiten Asbest-Aktionswoche vom 1. bis 7. April 2015 aufgerufen. weiter lesen

TÜV und Sentinel Haus: „Gesunder Lebensraum Schule“ zur Raumluftqualität in Klassenzimmern
http://www.baulinks.de/webplugin/2015/0524.php4
Das Modellprojekt „Gesunder Lebensraum Schule“ von TÜV Rheinland und Sentinel Haus Institut kommt zu dem Ergebnis, dass Schüler und Lehrer mit dem Risiko leben, durch schadstoffhaltige Baumaterialien, schlech­te Möbel und Fehler bei Reinigung und Kleinreparaturen gesund­heitlich geschädigt zu werden. weiter lesen

Lichtinszenierung des 68-stöckigen Jugendkulturzentrums in Nanjing für 114 Euro/Tag
http://www.baulinks.de/webplugin/2015/0525.php4
Es sieht aus wie eine Szene aus einer fernen Zu­kunft. Bei dem moder­nen Gebäude mit der kühnen Lichtinsze­nierung handelt es sich aller­dings um das aktuelle internatio­nale Jugendkulturzentrum der chine­si­schen Stadt Nanjing, Hauptstadt der südlichen Provinz Jiangsu. weiter lesen

15. Facility Management: 4.769 Fachbesucher, 139 Aussteller, 510 Kongress-Teilnehmer
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In ihrem Jubiläumsjahr zählte die Facility Management 4.769 Fachbe­sucher, die sich bei 139 Ausstellern und 56 vertretenen Unternehmen über die aktuellen Angebote der Branche informierten. Das Angebot des parallel stattgefundenen FM Kongresses nahmen 510 Teilnehmer in Anspruch. weiter lesen

Stadtentwicklung : Bundesregierung soll sich hinsichtlich Habitat III positionieren
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Die Fraktionen von CDU/CSU und SPD fordern die Bundesregierung auf, sich im Vorfeld der UN-Gipfelkonferenz „Habitat III“ zu Urba­nisierung, Kommunal- und Stadtentwicklung zu positionieren. weiter lesen

Baukulturbericht „sollte nicht in den Bücherregalen der Abgeordneten verschwinden“
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Am 25.3. fand im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reak­tor­­sicher­heit ein öffentliches Fachgespräch zum Baukulturbericht 2014/15 statt, den die 2006 errichtete Stiftung Bundestag und Bundesregie­rung Ende 2014 vorgelegt hatte. weiter lesen

Nachhaltigkeit trifft auf Architektur beim DGNB-Preis „Nachhaltiges Bauen“
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Der Startschuss im Wettbewerb um den DGNB Preis „Nachhaltiges Bau­en“ ist gefallen. Bis zum 19. Juni werden wieder Gebäude gesucht, die sich durch eine nachhaltige Bauweise, eine hohe gestalterische Qualität und neuartige Lösungsansätze auszeichnen. weiter lesen

Landschaftsarchitektur-Preis 2015 mit 2 ersten Preisen, 5 Würdigungen, 4 Sonderpreisen
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Zum 12. Mal hat der bdla den Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis ver­geben. 2015 gingen zudem Sonderpreise an beispielhafte Projekte im Be­reich „Infrastruktur und Land­schaft“, „Wohnumfeld“, „Nachhaltige Außen­anlagen“ und „Licht im Freiraum“. weiter lesen

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