Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 17.8.2015

Geht's noch klüger?

Werden die Menschen wirklich intelligenter? Seit über hundert Jahren zeigt sich weltweit in zahlreichen Studien eine Zunahme beim Intelligenzquotient der Allgemeinbevölkerung. Die Psychologen Jakob Pietschnig und Martin Voracek von der Universität Wien erforschten mögliche Ursachen dafür. In einer aktuellen Publikation in der Fachzeitschrift „Perspectives on Psychological Science“ gehen sie von einer durchschnittlichen IQ-Zunahme von drei IQ-Punkten pro Jahrzehnt seit dem frühen 20. Jahrhundert aus.

Seit der ersten systematischen Beschreibung von IQ-Testleistungszuwächsen der Allgemeinbevölkerung in den USA im Jahr 1984 beschäftigt dieses Phänomen Intelligenzforscher weltweit. Die Ursachen und der Verlauf dieser mittlerweile als „Flynn-Effekt“ bekannten Erscheinung sind unter Wissenschaftern umstritten.

Die Wiener Forscher untersuchten die Daten von nahezu vier Millionen Personen aus 31 Ländern aus einem Zeitraum von mehr als hundert Jahren (1909-2013). Die beobachteten Zuwächse von drei IQ-Punkten pro Jahrzehnt zeigten sich sowohl für schlussfolgerndes Denken als auch - obwohl in geringerem Ausmaß - für Wissen.

Basierend auf diesem enormen Datensatz machten es weitere Analysen möglich, die Ursachen für den Flynn-Effekt unter die Lupe zu nehmen: Insbesondere bessere Ernährung, Hygiene, medizinische Versorgung - alles Faktoren, die vor allem der frühkindlichen Entwicklung förderlich sind - sowie verbesserte schulische Ausbildung scheinen Ursachen für die IQ-Steigerungen zu sein.

Normierung von Intelligenztests

Intelligenztests werden auf einen Durchschnitt von 100 IQ-Punkten mit einer Standardabweichung von 15 normiert. Die Testergebnisse folgen einer Glockenkurve. Viele natürlich messbare Variable folgen solch einer glockenförmigen Kurve. Das heißt, dass im Durchschnitt zwei von drei Personen zwischen 85 und 115 Punkte und 96 von 100 Personen zwischen 70 und 130 IQ-Punkte erzielen. „Intelligenztests werden regelmäßig nachnormiert, um die Ergebnisse auf die durchschnittliche Soll-Leistung von 100 zu kalibrieren“, erklären die Studienautoren Jakob Pietschnig und Martin Voracek von der Universität Wien.

In der Meta-Analyse der Forscher zeigen sich IQ-Zuwächse von drei Punkten pro Dekade. Sie stellten sich daher die Frage: Bedeutet ein durchschnittliches Testergebnis von 100 IQ-Punkten heute das gleiche wie ein IQ von 130 Punkten vor hundert Jahren? Obwohl ein Zuwachs von 30 IQ-Punkten über ein Jahrhundert diese Vermutung nahelegt, ist diese Interpretation nicht gerechtfertigt: Nicht ein Zuwachs von allgemeinen kognitiven Fähigkeiten, sondern steigende Leistungen in spezifischen Fähigkeiten erklären den Zuwachs bei IQ-Testleistungen. „Eine Person mit einer durchschnittlichen IQ-Testleistung von 100 Punkten im frühen 20. Jahrhundert hatte mit großer Wahrscheinlichkeit andere kognitive Fähigkeiten als eine Person mit einer scheinbar ,äquivalenten‘ Leistung von 70 Punkten heutzutage“, meinen Jakob Pietschnig und Martin Voracek. Die beobachteten IQ-Zuwächse scheinen nicht globale Zunahmen der kognitiven Leistungsfähigkeit darzustellen, sondern dürften Ausdruck von höherer Fähigkeitsspezialisierung und besseren Testbearbeitungsstrategien von Teilnehmern sein.

Mögliche Stagnation

Interessanterweise scheinen sich die Zuwächse nicht linear zu verhalten. Zeiträume relativ starker Zuwächse wechseln mit Zeiträumen schwächerer Zuwächse: Während höherer umgebungsbedingter Belastungen, wie zum Beispiel in Europa zur Zeit des 2. Weltkriegs, vermerken die Forscher schwächere Zuwächse.

Obwohl die Zuwächse momentan noch anhalten, zeigen die Studienergebnisse eine massive Abnahme der IQ-Steigerungen in den letzten Jahrzehnten. Dies könnte eine Folge von nachlassenden Effekten IQ-steigernder Faktoren, die ihren Höhepunkt erreicht haben könnten, sein und damit ein Vorzeichen für ein bevorstehendes Stagnieren von IQ-Zuwächsen. „Zukünftige Forschung wird zeigen, ob wir ein Ende und vielleicht sogar eine Umkehr des Flynn-Effekts beobachten werden“, so Pietschnig und Voracek abschließend. ... Wir starten traurigerweise mit dem Abschied von einem sehr klugen Mann, der zu unserer heutigen Sicht auf Wärmeschutz, Energieeinsparung und -effizienz nachhaltige beigetragen hat:

Prof. Dr.-Ing. Gerd Hauser im Alter von 67 Jahren verstorben
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Wie das Fraunhofer IBP heute mitgeteilt hat, verstarb Prof. Dr.-Ing. Gerd Hauser am 10. August 2015 im Alter von 67 Jahren. Von 2004 bis zu sei­nem Ruhestand 2014 leitete Prof. Hauser das Fraunhofer-Institut für Bau­physik IBP und war gleichzeitig in Personalunion Ordinarius des Lehr­stuhls für Bauphysik an der TU München. weiter lesen

Neues Effizienzlabel für alte Heizkessel kommt zum 1. Januar 2016
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Das Bundeskabinett hat am 12.8. die gesetzlichen Grundlagen zur Um­set­zung des „nationalen Effizienzlabels für Heizungsaltanlagen“ beschlossen. Es soll ab dem 1. Januar 2016 für Heizkessel gelten, die älter als 15 Jahre sind, und Verbrauchern kostenfrei Informationen über den individuellen Effizienzstatus ihrer Heizkessel liefern. weiter lesen

Lukas Droste Architekten / HHS gewinnen den Velux Architekten-Wettbewerb 2015
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Die Leser des Bauherrenmagazins „Wohnglück“ haben entschieden: Der erste Preis des zehnten Velux Architekten-Wettbewerbs geht an das Projekt „Dachgeschossumbau in Kassel“ von Lukas Droste Architekten / HHS Planer + Architekten AG. weiter lesen

Neue Velux Dachfenster-Variante mit RC 2 Einbruchschutz
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Velux bietet ab sofort Dachfenster mit erhöhtem Einbruchschutz an. Der Hersteller hat dazu die standardmäßige Widerstandsfähigkeit seiner Fens­ter durch gezielte Verstärkungen und zusätzliche Sicherheitskomponenten optimiert. weiter lesen

Glasoberlicht und RWA-/Lüftungsflügel: Brakel-Echtglasprodukte neu von Essmann
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Essmann hat mit der Glasdachkonstruktion Arcilite und dem RWA-/Lüftungsflügel Ventria zwei Echtglasprodukte des niederländischen Partnerunternehmens Brakel in sein Programm aufgenommen. weiter lesen

JET-Gruppe führt neue Verglasungsvariante für Sattellichtband JET-Vario-Therm S ein
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Die JET-Gruppe hat das komplett thermisch getrennte Sattellichtband­sys­tems „JET-Vario-Therm S“ weiter optimiert: So kann nun optional auch eine 32-mm-Fünf­fach-Stegplatte aus Polycarbonat in das Sattellicht­band eingesetzt werden. weiter lesen

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