Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 6.9.2015

„Die aktuelle Flüchtlingswelle ist eine riesige Chance für Deutschland“

Einer der bekanntesten Zukunftsforscher Deutschlands, Sven Gábor Jánszky, Direktor des Trendforschungsinstituts „2b AHEAD ThinkTank“, hält die aktuelle Flüchtlingswelle für eine „riesige Chance für Deutschland … nahezu ein un­er­wartetes Geschenk.“ Denn sie werde uns vor dem Rückgang unseres Lebensniveaus bewahren, so Janszky.

Vor der Flüchtlingswelle haben diverse Trendforscher prognostiziert, dass in den kom­menden zehn Jahren 6,5 Millionen Menschen aus dem deutschen Arbeitsmarkt ver­schwin­den. Vor uns stand demnach eine Zukunft mit 2 bis 5 Millionen unbesetzbaren Jobs in Deutschland. Jánszky hat das Szenario 2013 in dem Buch „2025 - So arbeiten wir in der Zukunft“ ausführlich beschrieben (erhältlich u.a. bei Weltbild und Amazon). Eine Welt der Vollbeschäftigung, die wir durch den massiven Verlust an Arbeitskräften erleben werden, wird dann für die Unternehmen zur Katastrophe. Die Prognose des Zukunftsforschers erwartet einbrechende Bilanzen bei Unternehmen wegen Pro­duk­tions­einbrüchen aufgrund fehlender Menschen. Jánszky erwartetet, dass auch deshalb das gesetzliche Rentenalter über 67 hinaus auf 75 Jahre steigen müsste, und prog­nos­tiziert, dass deutsche Landstriche entvölkert und überaltert sein werden, weil die wenigen Jugendlichen entweder in die deutschen Metropolen oder ins Ausland streben.

All diese Gefahren schwinden laut Zukunftsforschung mit jedem jungen Flüchtling, der in Deutschland arbeiten, lernen und sich eine Zukunft aufbauen will. All jene Deut­schen die heute Angst und Vorbehalte haben, würden schon in zehn Jahren von der Leistung dieser Flüchtlinge leben. Die älteren Deutschen werden weiterhin mit 67 in Rente gehen können und nicht erst mit 75. Die jüngeren Deutschen werden erheblich weniger Steuern und Rentenversicherungsbeiträge zahlen müssen, als ohne Flücht­linge.

Was Deutschland der Zukunftsforschung zufolge jetzt tun muss

Die richtige Strategie wäre es, gezielt ein großes Kontingent von vielen tausenden jungen Menschen aus Syrien, Afghanistan und den anderen Ländern nach Deutschland zu holen und mit großer Schnelligkeit zu integrieren. Als erstes sollte Studenten aus diesen Ländern die Möglichkeit gegeben werden, ihr Studium in Deutschland ab­zu­schließ­en. Zudem sollten ausgebildete junge Fachkräfte aus diesen Ländern in Schnell­kursen auf die Anforderungen des deutschen Arbeitsmarktes trainiert werden. Dazu müssen sie die sofortige Studien- und Arbeitserlaubnis erhalten.

Eine zukunftsbewusste Einwanderungspolitik darf Janszky zufolge sich nicht davor scheuen, zwischen nützlicheren und weniger nützlichen Flüchtlingen für die Ent­wick­lung des Landes zu unterscheiden. Die Auswahl sollte demnach bereits vor Ort in den Flüchtlingslagern und Erstaufnahmeländern im Nahen Osten erfolgen und damit einen legalen Weg zur Einreise nach Deutschland bieten. Diese Menschen, die einen wich­ti­gen Teil der Zukunft Deutschlands sichern werden, sollten aus einem Flugzeug steigen und nicht aus Vieh-LKW oder von Todesschiffen. Andererseits müsse die humanitäre Katastrophe für „weniger nützliche“ Flüchtlinge gemildert werden, sowohl in den Aufnahmeeinrichtungen in Deutschland als auch in den Herkunftsländern.

Eine europäische Frage?

Wer beständig darauf hinweist, dass die Verteilung der Flüchtlinge nur durch einen europäischen Konsens zu lösen ist, der verkennt die große Chance, die sie vor allem für Deutschland bieten. Denn die Forderung nach einer gleichgewichtigen Verteilung in Europa versteht die Flüchtlinge nur als Belastung, die gleichermaßen getragen werden muss - nicht aber als Chance. Andere europäische Länder haben das demografische Problem auf dem deutschen Arbeitsmarkt nicht in diesem Maße - ziehen also keinen Nutzen aus einer umfangreichen Ein-wanderung. „Deshalb sollte Deutschland die Situation nutzen und mit einer proaktiven Einwanderungspolitik den best ausgebildeten und vielversprechendsten Flüchtlingen eine schnelle Perspektive zu bieten,“ resümiert Sven Gábor Jánszky. ... Ganz sicher wird die aktuelle Entwicklung diverse Studien der letzten Zeit über die Haufen werden, trotzdem fangen wir mit einer aktuellen zum Wochflächenkonsum heute an:

IW-Studie zum Wohnflächenkonsum: Weniger Deutsche brauchen mehr Wohnfläche
http://www.baulinks.de/webplugin/2015/1478.php4
Deutschlands Bevölkerung schrumpft (noch?), dennoch wächst die Nach­frage nach Wohnflächen. Und dieser Trend wird anhalten, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt. Ein Grund dafür ist der demografische Wandel. weiter lesen

BMWi stellt Novelle zum Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz vor, und die Branche nimmt Stellung
http://www.baulinks.de/webplugin/2015/1477.php4
Das Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie hat Ende Au­gust den Entwurf zur Novellierung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) vor­gelegt. Die dena, der BDEW, der VKU und der BSW-Solar haben da­rauf inzwischen reagiert. weiter lesen

„BIM und TGA“ - neues Fachbuch aus dem Beuth-Verlag
http://www.baulinks.de/webplugin/2015/1476.php4
„BIM und TGA“ ist die erste BIM-Publikation im deutschsprachigen Raum für den Bereich der Technischen Gebäudeausrüstung. Der Autor er­läu­tert so­wohl Chancen als auch Risiken beim Einsatz von Building Infor­mation Mode­ling (BIM) im Bereich der TGA. weiter lesen

EnEV 2016 - betroffene Bauvorhaben und Ausnahmen
http://www.baulinks.de/webplugin/2015/1475.php4
Auf dem Weg zum EU-weiten Niedrigstenergiege­bäude fordert die gel­tende Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) ab 2016 noch effizientere Neu­bauten - mit weniger Pri­märenergiebedarf für die Anlagentechnik und mit mehr Däm­mung für die Außenhülle. Welche Bauprojekte fallen aber nun konkret unter diese Verschärfung? weiter lesen

10 Jahre EPDs vom IBU - ehemals AUB
http://www.baulinks.de/webplugin/2015/1474.php4
Seit 10 Jahren veröffentlicht das Institut Bauen und Umwelt un­ab­hän­gig geprüfte Informationen über die Umweltwirkungen von Bau­pro­duk­ten in Form von Umwelt Pro­dukt­de­klarationen (EPD). Über 1.000 dieser EPDs, 100 ver­schiedene Bauproduktgruppen und die Veröffentlichung in der ÖKO­BAU­DAT sind ein Grund für einen Blick zurück. weiter lesen

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