Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 14.11.2015

3D-Druck an der Schwelle der Massenfertigung!?

Der 3D-Druck hat die Experimentierphase verlassen und wird zum boomenden Geschäft. Im kommenden Jahr sollen die Um­sätze weltweit um rund 30% auf mehr als sieben Mrd. US$ steigen. Bis 2018 wird ein Anstieg der Erlöse um weitere gut 30 Prozent erwartet - auf dann 12,5 Mrd. US$ - zu diesem Schluss kommt zumindest die aktuelle Studie „Five questions to shape a winning 3D printing strategy“ der inter­na­tio­na­len Managementberatung Bain & Company - siehe zu­sam­men­fa­ssende Grafik rechts auch zum 2D-Druck (7,5 MB) und zur Ansicht.

Am 3D-Druck scheint kein Vorbeikommen mehr. Um die Tech­no­logie jedoch bestmöglich einzusetzen, müssen sich Unter­neh­men mit fünf stra­te­gi­schen Fragen befassen:

1. Wie groß ist der tatsächliche Bedarf?

Die Bandbreite des Einsatzes von 3D-Druck ist enorm. Manche Unternehmen bauen mittels dieser Technologie Prototypen für sehr spezielle Komponenten. Der Sportwagenhersteller Ferrari etwa nutzt den 3D-Druck für die Herstellung besonderer Mo­dell­teile oder für Komponententests in Windkanälen und Mon­ta­ge­komponenten für Formel-1-Rennwagen. Andere Firmen bauen die Technologie dagegen in die gesamte Wertschöp­fungs­kette ein - vom Design bis hin zum After Sales. Dazu zählt Flugzeughersteller Airbus. „Je detaillierter Unternehmen von Anfang an planen, in welchem Umfang sie 3D-Druck ein­set­zen wollen, desto klarer sind die daraus folgenden stra­te­gi­schen Schritte“, betont Michael Schertler, Partner und In­dus­trie­experte bei Bain & Company. Die Studie zeigt, dass Firmen mit großen Ambitionen beim 3D-Druck tendenziell kleine Pro­duk­tions­vo­lumina und anspruchsvolle Time-to-Market-Anforderungen haben, ihre Produkte sehr komplex und die Ansprüche der Kunden hoch sind.

2. Wie sieht der ideale Integrationsprozess aus?

Es gibt drei Wege für Industrieunternehmen, den 3D-Druck zu implementieren. Bei einigen der von Bain untersuchten Beispiele fällt der Startschuss bereits in der Kon­struk­tionsphase. Dies führt zwar zunächst zu längeren Entwicklungszeiten, ermög­licht aber gleichzeitig einen strukturierten und zuverlässigen Prozess des Voneinander-Lernens. Die zum General Electric-Konzern gehörende Avio Aero hat Ende 2013 ihr erstes 3D-Druckwerk eröffnet. Vorangegangen waren etliche Jahre der Forschung.

Andere Unternehmen haben die 3D-Drucktechnologie direkt in ihre Produktion inte­griert - hier mit den Schwerpunkten Fertigung und Mitarbeiterqualifizierung. MBDA, Hersteller von Lenkflugkörpersystemen, gehört dazu. Dieses Vorgehen beschleunigt den Einsatz des 3D-Drucks in der Produktion und involviert von Anfang an unter­schied­liche Abteilungen. Allerdings bleibt die Verwendung der Technologie suboptimal, da sie durch die Zwänge der traditionellen Fertigungsprozesse limitiert ist.

Schließlich gibt es Unternehmen wie BMW, Ducati und Logitech, die den 3D-Druck zur Fertigung von Prototypen einführen. „Hier hat sich die Technologie als überlegen bei Kosten und Schnelligkeit erwiesen“, so Produktionsexperte Schertler. Der Bau von Prototypen mittels 3D-Drucktechnik ist häufig eine gute Ausgangsbasis für die Aus­wei­tung der Produktion auf die Endkunden oder für das Produkt-Redesign.

3. Welche Umsetzungsgeschwindigkeit ist richtig?

Für einige Firmen kann es sinnvoll sein, Schritt für Schritt Erfahrungen mit 3D-Druck zu sammeln und daraus zu lernen. Dieses Vorgehen dauert zwar länger, erfolgt aber angepasst an den Betriebsrhythmus und minimiert somit Störungen. Eine schnellere Implementierung bietet sich für Unternehmen an, die konkrete Möglichkeiten für den Einsatz von 3D-Druck identifiziert haben und die Installation von Fer­ti­gungs­ka­pa­zitä­ten oder Patent- und Lizenzverfahren beschleunigen wollen. In diesen Fällen empfeh­len sich vorübergehende Partnerschaften mit Anlagenherstellern und Service-Providern oder auch gezielte Neueinstellungen von 3D-Druckspezialisten.

4. Wie stark soll 3D-Drucktechnologie integriert werden?

Industrieunternehmen mit langjähriger Erfahrung im 3D-Druck integrieren diese Ak­ti­vi­täten in die Wertschöpfungskette, um so Wettbewerbsvorteile zum Beispiel bei der Materialentwicklung zu erzielen. Das erfordert jedoch hohe Investitionen und die Veränderung eingespielter Prozesse. Gleichzeitig müssen auf jeder Wert­schöp­fungs­stufe neue Qualitäts- und dementsprechende Kontrollmechanismen etabliert werden, um nachsteuern zu können. Grundsätzlich gilt, dass je tiefer die Integration von 3D-Druck in den traditionellen Fertigungsprozess geht, desto höher sind Risiko und Initialisierungskosten und desto länger dauert die Implementierung. Wie auch immer sich ein Unternehmen entscheidet: 3D-Druck wirkt sich in jedem Fall auf die Lie­fer­ket­te aus, da die Technologie Entscheidungen beeinflusst, ob Produkte zugekauft oder selbst hergestellt werden. „Deshalb müssen die Folgen für die wichtigsten Lieferanten gut geprüft werden“, sagt Schertler.

5. Wie verändert sich die Organisationsstruktur?

Die Integration von 3D-Drucktechnologie führt zu Veränderungen in der Unter­neh­mens­or­ga­ni­sation. Wie weit diese reichen, hängt davon ab, an welcher Stelle in der Wertschöpfungskette 3D-Druck eingesetzt wird und wie tief die Integration geht. Möglich ist, dass Verantwortlichkeiten wechseln, aber sich auch ganze Abteilungen vergrößern oder verkleinern. Typischerweise verschiebt die Einführung der 3D-Druck­tech­no­logie den Schwerpunkt - weg vom Betrieb der Produktionsanlage und dem Supply Chain Management hin zu Engineering und Produktionsplanung. 3D-Druck ist eine kapitalintensive Technologie, die Kapazitäten im Betrieb der Produktionsanlage, im Rohstoffmanagement und in der Nachbearbeitung freisetzt. Gleichzeitig ist mehr Augenmerk auf Maschinenauslastung und -leistung zu legen.

„Unternehmen, die eine 3D-Druckstrategie entlang der skizzierten Fragen haben und ihre Organisationsstrukturen sowie Fähigkeiten rechtzeitig anpassen, werden jahrelang einen echten Wettbewerbsvorsprung haben“, resümiert Bain-Experte Schertler. ... Bevor es allerdings Häuser aus dem 3D-Drucker gibt, müssen sie erst einmal konstruiert werden:

Vectorworks 2016 – die deutsche Version ist verfügbar
http://www.baulinks.de/bausoftware/2015/0082.php4
Die neue Version der CAD- und BIM-Software Vectorworks Architektur 2016 ist auf dem deutschen Markt nun erhältlich - mit Projekt Sharing für die Arbeit im Team, integriertes grafisches Scripting, neue BIM-Funk­tionen, Energieanalyse und der Unterstützung von Punktwolken. weiter lesen

Sieger des internationalen Anwenderwettbewerbs von Allplan und SCIA gekürt
http://www.baulinks.de/bausoftware/2015/0081.php4
Allplan und SCIA haben die Gewinner ihres neunten internationalen An­wen­derwettbewerbs unter dem Motto „The Art of Structural Design” bekannt gegeben. Gesucht waren sechs anspruchsvolle Ingenieur­bau­projekte, die sich durch Originalität, Komplexität und den Einsatz von Allplan Engineering und SCIA Engineer auszeichnen. weiter lesen

eProjectCare 2.20 mit revisionssicherem Behinderungsmanage­­ment
http://www.baulinks.de/bausoftware/2015/0080.php4
Die PMG Projektraum Management GmbH hat Ende Oktober die Version 2.20 des eProjectCare Projektraums online gebracht. Durch das neue Modul „ClaimDoc“ können Baubeteiligte nun auch ihr Behinderungs­ma­na­ge­ment revisionssicher dokumentieren. weiter lesen

123erfasst.de nun offizieller DATEV-Software-Partner
http://www.baulinks.de/bausoftware/2015/0079.php4
Das mobile Zeiterfassungssystem 123erfasst.de ist nunmehr offizieller DATEV-Software-Partner. Bauunternehmer und Steuerberater sollten davon unmittelbar profitieren können, indem die direkt auf der Baustelle erstellten digitalen Stundenzettel mit DATEV-Software weiter­ver­ar­bei­tet werden können. weiter lesen

Kühllastberechnung nach VDI 2078 / 6007 à la Solar-Computer
http://www.baulinks.de/bausoftware/2015/0078.php4
Das Programm „Kühllast und Raumtemperatur nach VDI 2078 / 6007“ von Solar-Computer unterstützt den Weißdruck der VDI 2078 (Ausgabe 2015-06) sowie die zugrunde liegenden Simulations-Algorithmen der aktuellen VDI 6007-1,VDI 6007-2 und VDI 6007-3. weiter lesen

Polystyrol-Dämmstoff künftig Sondermüll?
http://www.baulinks.de/webplugin/2015/1804.php4
Ausgediente Dämmplatten aus Polystyrol müssen nach Informationen der NDR Doku-Reihe „45 Min“ künftig als Sondermüll behandelt werden. Der Rückbau einer Wärmedämmung mit dem am häufigsten ver­wen­de­ten Dämm­stoff dürfte sich dann für Hausbesitzer erheblich verteuern. weiter lesen

Impressum | Datenschutz © 1997-2018 ARCHmatic - Alfons Oebbeke (Google+, XING, linkedin)
ANZEIGE