Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 6.3.2016

Giftmülltourismus

Die Erdöl- und Erdgasindustrie in Deutschland scheint vor einem gewaltigen Ent­sor­gungsproblem zu stehen: Nach Recherchen von NDR und WDR fielen in den vergan­genen zehn Jahren allein bei der Sanierung von drei sogenannten Bohrschlammgruben in Niedersachsen rund 720.000 Tonnen Giftmüll an. Da Niedersachsen seit 2005 über keine geeigneten Deponien verfügt, wurden die Schlämme in andere Bundesländer gebracht. Ungefähr die Hälfte (335.000 Tonnen) wurde wohl nach NRW auf die Sonderabfalldeponie Hürth-Knapsack in der Nähe von Köln gebracht. Weitere 260.000 Tonnen gingen demnach nach Rheinland-Pfalz. In 40 weiteren von den Behörden erfassten Gruben befinden sich noch einmal fast zwei Millionen Kubikmeter giftiger Bohrschlämme.

Allein der Transport dieser Mengen birgt erhebliche Sicherheitsrisiken. Laut der Recherchen von NDR und WDR wurden bei ähnlichen Sanierungsvorhaben teils ungeeignete Fahrzeuge eingesetzt, wodurch es zu gefährlichen Zwischenfällen kam. Eine an den Transporten beteiligte Fahrerin berichtet von einer mutmaßlichen Quecksilbervergiftung, die sie sich bei der regelmäßigen Reinigung der Fahrzeuge zugezogen habe.

Die Bohrrückstände stammen aus mehreren Jahrzehnten, in denen die Schlämme ohne besondere Sicherung direkt an den Bohrplätzen vergraben wurden. Bohrschlämme gelten heute als „gefährlicher Sonderabfall“. Die ölhaltigen Rückstände sind oft mit Schwermetallen wie Quecksilber und Arsen sowie radioaktiven Partikeln wie Radium 226 belastet. Die „wilden“ Alt-Deponien drohen nun Böden und Grundwasser zu kontaminieren.

Ende 2015 einigten sich die Industrie und das niedersächsische Umweltministerium auf ein umfassendes Programm, mit dem Standorte und Sanierungsbedarf der alten Bohr­schlammgruben erfasst werden sollen. Allein in Niedersachsen gibt es nach Angaben des Umweltministeriums mindestens 519 sogenannte Verdachtsflächen. In ganz Deutschland werden laut besagter Recherchen mehr als 1.400 Bohrschlammgruben vermutet. Außer Niedersachsen sind auch die Bundesländer Brandenburg (400 Gruben), Mecklenburg-Vorpommern (345) und Bayern (170) betroffen. ... Mehr dazu ist für die Sendung „Markt“am Montag, 7. März, um 20.15 Uhr im NDR Fernsehen angekündigt. ... Und mit Begrünen oder Zubetonieren wird's auch nicht getan sein.

Baulinks-Beiträge vom 7. März 2015



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Zertifizierungs-Wahnsinn im Holz- und Trockenbau?
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