Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 26.2.2018

Seit hundert Jahren acht Stunden täglich

In diesem Jahr feiert der Arbeitsschutz ein wichtiges Jubiläum: Vor 100 Jahren führte Deutschland gesetzlich den Achtstundentag ein. In dem jetzt veröffentlichten Fakten­blatt „100 Jahre Achtstundentag in Deutschland“ gibt die Bundesanstalt für Arbeits­schutz und Arbeitsmedizin (BAuA) nicht nur einen geschichtlichen Überblick. Zugleich geht das Faktenblatt auf die aktuelle Arbeitszeitsituation der Beschäftigten in Deutsch­land sowie auf die gesundheitsförderliche Gestaltung der Arbeitszeit ein. Schließlich beeinflussen Dauer und Gestaltung der Arbeitszeit maßgeblich die Gesundheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten.

„Acht Stunden arbeiten, acht Stunden Freizeit, acht Stunden Schlaf.“ So lautete Mitte des 19. Jahrhunderts die Forderung des walisischen Unternehmers Robert Owen. Das Postulat des Sozialreformers wurde von der Arbeiterbewegung in Deutschland auf­ge­grif­fen und hier 1918 erstmals gesetzlich festgeschrieben. Die Arbeitszeitverordnungen 1923 und 1938 ließen durch Ausnahmeregelungen auch wieder Zehnstundentage zu. 1994 schließlich trat das Arbeitszeitgesetz in Kraft. Die acht Stunden werktäglicher Arbeitszeit werden hier um umfangreiche Flexibilitätsspielräume ergänzt. So kann beispielsweise die tägliche Arbeitszeit auf bis zu zehn Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen durchschnittlich acht Stunden Arbeit am Tag nicht überschritten werden. Einige Gruppen sind jedoch vom Arbeitszeitgesetz ausgenommen, dazu gehören u.a. Selbstständige, leitende An­ge­stellte, Chefärzte oder Beamte.

Einblicke in die deutsche Arbeitszeitrealität gewährt die BAuA-Arbeitszeitbefragung 2015. Neue Auswertungen zeigen, dass etwa zwei Drittel der Beschäftigten spätestens neun Stunden nach Arbeitsbeginn Feierabend machen. Die übrigen 34% der Beschäf­tig­ten sind länger als neun Stunden bei der Arbeit, wobei für 11% der Beschäftigten erst nach mehr als zehn Stunden der Arbeitstag zu Ende geht. Je länger die Ar­beits­zeit, umso häufiger berichten Beschäftigte über eine schlechtere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben. Auch einige gesundheitliche Beschwerden nehmen mit stei­gen­der Arbeitszeit zu. So geben 31% der Befragten, die spätestens nach neun Stunden die Arbeit beenden, an, unter Schlafstörungen zu leiden. Von den Beschäftigten, die nach mehr als zwölf Stunden Feierabend machen, berichtet dies beinahe die Hälfte (46%). Diese und weitere Fakten unterstreichen die Bedeutung einer guten Ar­beits­zeit­ge­staltung, die sowohl den betrieblichen Erfordernissen als auch dem Schutz der Beschäf­tig­ten gerecht wird.

Das Faktenblatt „100 Jahre Achtstundentag in Deutschland. Historische Meilensteine und aktuelle Zahlen“ gibt es als PDF im Internetangebot der BAuA unter baua.de > Angebote > Publikationen > baua: Fakten (direkter PDF-Download).

Baulinks-Beiträge vom 26. Februar 2018

Selfie-tauglich: Das Store Book mit den Ladenbau-Trends 2018
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Einzelhändler müssen einerseits ein klug ausgewähltes, ziel­grup­pen­spe­zi­fi­sches Sortiment in attraktiv gestalteten Räumen anbieten, und ande­rer­seits diese Räume auch als Kulissen für eine Kundschaft präparieren. weiter lesen

Zur Erinnerung: Eigentümer haftet für Schäden am Nachbarhaus
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Was war passiert? Ein Hausbesitzer hatte einen Handwerker mit Dach­ar­bei­ten beauftragt. Dabei geriet der Dachstuhl in Brand, und das Feuer machte vor dem Nachbarhaus nicht Halt. Die Haftungsfrage führte zu einem lang­wierigen Rechtsstreit. weiter lesen

Deutscher Ingenieurbaupreis 2018 ausgelobt
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Bundesbauministerin Barbara Hendricks hat am 20. Februar auf Berliner Bautec gemeinsam mit dem Präsidenten der Bundesingenieurkammer Hans-Ullrich Kammeyer den Deutschen Ingenieurbaupreises 2018 aus­ge­lobt. weiter lesen

„Gemeinsam Planen!“ - Architekten und TA-Ingenieure auf dem Weg in eine neue Planungskultur
https://www.baulinks.de/webplugin/2018/0329.php4
Im Rahmen der Berliner bautec präsentierten Bundesarchitektenkammer (BAK) und Bundesingenieurkammer (BIngK) ihr Leitbild „Gemeinsam pla­nen! Architekten und Ingenieure Technische Ausrüstung auf den Weg in eine neue Planungskultur“ weiter lesen

Frühjahrsgutachten 2018 der Immobilienweisen
https://www.baulinks.de/webplugin/2018/0328.php4
Die deutschen Immobilienmärkte entwickeln sich trotz zunehmender Verknappung bei Wohn- und Wirtschaftsimmobilien und einer historisch hohen Nachfrage nach Immobilieninvestments stabil. 2017 wurden auf dem gewerblichen Immobilienmarkt nach vorläufigen Ergebnissen 58,1 Mrd. Euro umgesetzt. weiter lesen

Umfrage des Deutschen Städtetages: Preise für Wohnimmobilien 2017 weiter gestiegen
https://www.baulinks.de/webplugin/2018/0327.php4
Die Preise für Grundstücke, Wohnungen und Häuser sind 2017 in deutschen Städten weiter gestiegen - das geht aus einer Umfrage des Deutschen Städtetages in 66 seiner Mitgliedsstädte hervor. weiter lesen

Höhere Risiken für Wohnungsmarkt-Blasen
https://www.baulinks.de/webplugin/2018/0326.php4
Derzeit gibt es keine Hinweise auf eine allgemeine(!) Überhitzung des deutschen Immobilienmarktes. In den vergangenen zwei Jahren ist allerdings in einzelnen Regionen sehr wohl das Risiko für eine Blase am Geschosswohnungsmarkt gestiegen - u.a. zu diesem Ergebnis kommt das vierte RWI-Immobilienpreis-Monitoring. weiter lesen

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