Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 9.9.2018

Lassen sich Biokunststoffe recyceln?

Biokunststoffe gelten als nachhaltige Alternative zu Kunst­stof­fen aus Erdöl. Sollten diese Materialien verstärkt eingesetzt werden - z. B. für Verpackungen? Das umweltschonende Potenzial von Biokunststoffen wird erst dann vollständig aus­ge­schöpft, wenn es gelingt, diese zu recyceln. Experten vom Fraunhofer UMSICHT haben nachgefragt: Sind Biokunststoffe kreislauffähig? Antworten liefert das neue Positionspapier „Recycling von Biokunststoffen“ (PDF-Download).

Lebensmittelverpackungen - z.B. für Obst und Gemüse - könn­ten bald häufiger aus nachhaltigeren Kunststoffen her­ge­stellt werden, denn am 1. Januar 2019 tritt das neue Ver­pa­ckungs­ge­setz in Kraft. Dadurch werden Anreize geschaffen, Produkte aus recyc­ling­fä­hi­gen Kunststoffen und nachwachsenden Rohstoffen bei Verpackungen einzusetzen. Damit könnte sich der Biokunststoffanteil am gesamten Kunststoffmarkt erhöhen. Bislang liegt er bei nur 0,6%. Der Großteil davon wird in Verpackungen genutzt; weitere Einsatzbereiche sind Konsumgüter, Landwirtschaft, Textilien oder Elektronik.

Biokunststoffe sind biobasiert, bioabbaubar oder beides. Das Material scheint also ein idealer Kandidat, um unsere Verpackungen nachhaltiger zu gestalten. Der Beitrag von Biokunststoffen zu dieser Entwicklung kann jedoch nur vollständig ausgeschöpft wer­den, wenn es gelingt, das Material im Wertstoffkreislauf zu führen.

In besagtem Positionspapier „Recycling von Biokunststoffen“ haben Experten vom Fraunhofer UMSICHT die Materialgruppe der Biokunststoffe genauer betrachtet und fragen: Sind Biokunststoffe kreislauffähig?

Die Position vom Fraunhofer UMSICHT

Die Wissenschaftler stellen klar, dass Biokunststoffe wie auch konventionelle Kunst­stof­fe prinzipiell identifiziert und sortiert werden können. Sollten Biokunststoffe künftig stärker genutzt werden, macht das u.a. eine zielgerichtete Anpassung des Ab­fall­ma­na­ge­ments erforderlich. Daraus ergeben sich verschiedene Handlungsempfehlungen:
  1. Produkte und Materialien müssen so gestaltet sein, dass sie nach Benutzung im Kreislauf bleiben können. Dazu zählt, dass alle Komponenten rückstandsfrei voneinander getrennt werden können, um das Recycling zu erleichtern (z. B. die Deckel von Joghurtbechern).
  2. Pfandsysteme, z.B. für PET-Flaschen, erreichen hohe Reinheiten und Recyc­ling­ra­ten. Auch Pfandsysteme für biobasierte Kunststoffe könnten die Entsorgung für Verbraucher erleichtern.
  3. Es sollten Sortierversuche mit Produkten aus Biokunststoffen durchgeführt werden. Damit können Sortieranlagen und softwaregesteuerte Kunst­stoff­er­ken­nungs­sys­teme optimiert werden für den Fall, dass in Zukunft größere Mengen an Biokunststoffen in die Sortierungen gelangen.
  4. Eine Kennzeichnung von Recyclingprodukten (z. B. zum Recyclinganteil und zur Qualität) wäre wünschenswert, um den Verbraucher zu befähigen, sein Kauf­ver­hal­ten anzupassen.

Lösungen für optimale Kreislaufführung von Biokunststoffen

Noch einmal die Frage: Sind Biokunststoffe kreislauffähig? Fraunhofer UMSICHT be­ant­wor­tet sie grundsätzlich mit „ja“. Es müssen aber noch technisch, ökonomisch und ökologisch sinnvolle Konzepte entwickelt und etabliert werden. Nur so lasse sich der Anteil nachhaltiger Kunststoffe in der Wertschöpfungskette sinnvoll steigern. In der Verantwortung stehen dabei...
  • Materialentwickler und -designer,
  • Hersteller von Kunststoffprodukten,
  • Haushalte zur Sortierung,
  • Logistik- und Transportsysteme sowie
  • Recyclingunternehmen.

Baulinks-Beiträge vom 9. September 2018

5%-Studie 2018: Kaum noch Inflationsschutz bei Wohnimmobilien
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Schon zum vierten Mal hat Bulwiengesa den deutschen Immo­bi­lien­markt auf seine Renditepotenziale hin untersucht. Die jetzt erschienene 5%-Stu­die 2018 untersucht Märkte hinsichtlich ihrer Ertrags­mög­lich­kei­ten. weiter lesen

SOKA-BAU: Bautätigkeit gibt auch im Juli nach
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Die Uponor Gruppe plant, alle Geschäftsanteile an der Zent-Frenger GmbH an die schwedische Swegon Group AB zu verkaufen. Die ent­sprechenden Verträge wurden bereits am 5. September 2018 unter­zeichnet. weiter lesen

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