Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 04.02.2020

Weltkrebstag: Verbot von Solarien gefordert

Mit der eindrucksvollen Installation „Spectrum. The most dangerous artwork.“ haben die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) ein deutschlandweites Verbot von Solarien gefordert. Das gefährliche Kunstwerk aus 65 handelsüblichen UV-Röhren, wie sie auch in Solariengeräten eingesetzt werden, machte das von vielen unterschätzte Risiko von schwarzem Hautkrebs durch UV-Strah­len unmittelbar greifbar: Besucher durften das Kunstwerk des Duos „Low Bros“ nur in Schutzkleidung und auch dann nur für maximal fünf Minuten besuchen. An manchen Stellen der dunklen Halle setzten sie sich einer Strahlung aus, die der direkten Äqua­tor­sonne zur Mittagszeit bei wolkenlosem Himmel, entsprochen hat - siehe auch Editorial vom 27.1.2020:


„Spectrum. The most dangerous artwork“ (Foto © Spectrum / Dennis Schnieber)

Anlässlich des 20. Jubiläums des Weltkrebstages am 4. Februar fordert Gerd Nette­koven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, ein umfassendes Verbot von Solarien in Deutschland: „Denn sie sind längst als krebserregend eingestuft und den­noch wird das Nutzungsverbot für Minderjährige völlig unzureichend durchgesetzt.“

Das Nutzungsverbot existiert seit 2009 und dennoch gelang es allein 2018 schät­zungs­weise rund 140.000 Minderjährigen, Zugang zu Solariengeräten zu erhalten. Tendenz steigend, wie Zahlen des Nationalen Krebshilfe-Monitoring (NCAM) belegen. Professor Dr. Eckhard Breitbart, Dermatologe und Vorsitzender der ADP ergänzt: „Welch ein wahnwitziger Trugschluss, dass gebräunte Haut immer noch als gesund und schön gilt. Der Bräunungsprozess ist immer ein Hilfeschrei der Haut. Jede Solariennutzung führt zu gesundheitlichen Schäden.“

Künstliche UV-Strahlung erhöht das Hautkrebsrisiko

Jährlich erkranken nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 3.400 Menschen in Europa an einem solarieninduzierten malignen Melanom - also an dem gefährlichen schwarzen Hautkrebs. Etwa 800 Fälle davon verlaufen tödlich. Die internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der WHO stuft...
  • sowohl die natürliche UV-Strahlung der Sonne
  • als auch die künstlich erzeugte in Solarien
... in die höchste Risikogruppe der krebsauslösenden Faktoren ein. Die WHO und andere wissenschaftliche Gremien raten daher dringend von jeglicher Solarien­nut­zung ab. Denn UV-Strahlung verursache neben der gewünschten Bräunung binnen Sekun­den Schäden im Erbgut der Hautzelle. Aus Zellen mit solch geschädigtem Erbgut könne sich auch Jahrzehnte später noch Hautkrebs entwickeln. Die Hautbräune stelle lediglich eine Schutzreaktion der Haut dar und sei niemals ein Zeichen von Gesundheit! Besonders die Haut von Kindern und Jugendlichen sei empfindlich gegen­über UV-Strahlung und das Risiko einer Hautkrebserkrankung ungleich höher als bei Erwachsenen.

Gesundheitlich sichere Bestrahlung durch UV-Strahlen nicht möglich

„Trotz gewisser gesetzlicher Vorgaben ist die Nutzung von Sonnenbänken niemals unbedenklich. Denn laut der IARC gibt es keinen Schwellenwert für ungefährliche künstliche UV-Bestrahlung, wodurch kein Solarium als gesundheitlich sicher betrachtet werden kann“, untermauert Gerd Nettekoven von der Deutschen Krebshilfe die Ver­bots­for­derung. „Und da selbst das Nutzungsverbot für Minderjährige nicht durch­ge­setzt wird, fordern wir zum Schutz ein vollständiges Solarienverbot“, so Professor Dr. Eckhard Breitbart von der ADP. Mit der eindrucksvollen Installation „Spectrum“ in den Berliner Reinbeckhallen wurden die gesundheitlichen Gefahren von Solariengeräten veranschaulicht und Aufmerksamkeit für das gesellschaftliche Problem der Solarien­nut­zung geschaffen. „Ein Sonnenstudio ist in unseren Augen eine Kultstätte, in dem sich ein wiederkehrendes Ritual vollzieht. In unserer Installation ,Spectrum‘ heben wir den Aspekt der Sonnenanbetung heraus und legen den Fokus auf das Objekt der Anbetung: Eine Sonne aus echten UV-Röhren, von der eine reale Bedrohung ausgeht“, erklären die Künstler das Werk.

Baulinks-Beiträge vom 3. Februar 2020

Deutsches Architektur Jahrbuch 2020
https://www.baulinks.de/webplugin/2020/0184.php4
Das Deutsche Architektur Jahrbuch 2020 stellt in Besprechungen die Short­list von 26 Gebäuden vor, die eine Jury für den DAM-Preis für Architektur in Deutschland 2020 ermittelt hat. Kuratoren des Deutschen Architekturmuseums sowie renommierte Architekten und Architek­tur­kri­tiker sichteten dazu einhundert Nomi­nie­rungen. weiter lesen

DAM-Preis 2020 geht an die James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel
https://www.baulinks.de/webplugin/2020/0183.php4
Bei der James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel gelang David Chipperfield Architects ein städtebaulicher Spagat: Es galt, an einer der prominentesten Stellen Berlins ein repräsentatives Ein­gangs­ge­bäude zur Museumsinsel zu schaffen. weiter lesen

Heizkostenabrechnung 2019: Norden wärmer, Süden kälter, Kosten insgesamt höher
https://www.baulinks.de/webplugin/2020/0182.php4
2019 lagen die Durchschnittstemperaturen im Bundesgebiet 2,3% unter denen des Vorjahres. In der Folge nahm der Verbrauch von Raum­heiz­wärme in vielen Regionen Deutschlands zu - dies geht aus einer aktu­el­len Analyse des Energiedienstleisters Techem hervor. weiter lesen

Rollout intelligenter Messsysteme kann/muss nun beginnen
https://www.baulinks.de/webplugin/2020/0181.php4
Mit der am 31.1. veröffentlichten Marktanalyse hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik die technische Möglichkeit zum Einbau von Smart-Meter-Gateways als Herzstücke von intelligenten Messsystemen festgestellt. Damit sind die Voraussetzungen des Mess­stellen­be­triebs­ge­set­zes erfüllt, und der Rollout kann beginnen. weiter lesen

Initiative Wohnen.2050 startet mit über 1. Mio. Wohneinheiten
https://www.baulinks.de/webplugin/2020/0180.php4
Um bis 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen, trafen sich 24 Unternehmen der Wohnungswirtschaft am 28. Januar 2020 zur Gründung der Initiative Wohnen.2050 (IW2050) in Berlin. Ihr Motto: „Wir wollen nicht mehr über den Klimawandel reden. Wir wollen handeln.“ weiter lesen

Bundesbauminister will Mietwucher verbieten und Umwandlung von Mietwohnungen einschränken
https://www.baulinks.de/webplugin/2020/0179.php4
Horst Seehofer hat in einem Interview gesagt, dass der Woh­nungs­markt nicht allein den Regeln von Angebot und Nachfrage überlassen werden dürfe. Der Bundesbauminister sprach sich u.a. konkret für eine Änderung des Mietwucherparagrafen aus. weiter lesen

„Mietendeckel produziert nur Verlierer“
https://www.baulinks.de/webplugin/2020/0178.php4
Die Pfandbriefbanken kritisieren vehement den Ende Januar vom Ber­liner Abgeordnetenhaus beschlossenen Mietendeckel: „Wider besseren Wissens und trotz zahlreicher Warnungen ... haben die Abgeordneten ein Gesetz beschlossen, das die Funktionsweise des Berliner Miet­woh­nungs­markts in seinen Grundfesten erschüttert.“ weiter lesen

Einnahmen durch Grunderwerbsteuer klettern auf neues Rekordniveau
https://www.baulinks.de/webplugin/2020/0177.php4
Die Einnahmen der Länder durch die Grunderwerbsteuer sind 2019 auf 15,8 Mrd. Euro geklettert - das ist laut Angaben des Bundesfinanz­minis­te­ri­ums ein Anstieg von über 12%. Unter den Ländern ist Berlin mit einem Anstieg von 37% Spitzenreiter. weiter lesen

Nachschlagewerk der Verbraucherzentrale mit juristischem Praxiswissen für Wohnungseigentümer
https://www.baulinks.de/webplugin/2020/0176.php4
Wie oft darf gegrillt werden? Dürfen Kinderwagen oder Rollstühle im Treppenhaus abgestellt werden? Wie ist die Verteilung der Stimmrechte bei einer Eigentümerversammlung? Wer legt die Hausordnung fest? Welche Haustiere sind erlaubt? ... weiter lesen

VPB und Justizministerium veröffentlichen Informationsbroschüre zum „neuen“ Bauvertragsrecht
https://www.baulinks.de/webplugin/2020/0175.php4
Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) will das derzeitige Bauvertragsrecht noch einmal auf breiter Ebene bekannt machen. Dazu hat der VPB - unterstützt durch die Förderung des BMJV - nun eine neue Broschüre erstellt. weiter lesen

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