Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 23.09.2020

staatliches „Quoten-Diktat“ beim Bauen?

Schwergewichte der Baustoffbranche gehen gemeinsam mit erhobenem Zeige­fin­ger (und einem Positionspapier) auf die Politik zu: Die Mauerstein- und die Beton­in­dus­trie, die Massivbauer und die mineralische Rohstoffindustrie fordern die Bauminister von Bund und Ländern auf, freien Wettbewerb sowie Technologieoffenheit am Bau sicherzustellen und keine Quotenregelungen für einzelne Baustoffe oder Bauweisen zu­zu­lassen. Ihr Signal an die Baupolitik kommt unmittelbar vor der Bau­mi­nis­ter­kon­ferenz, die am morgigen Donnerstag (24. September) in Weimar beginnt.

Deren Vorsitzender, Thüringens Infrastrukturminister Ben­ja­min-Immanuel Hoff (Linke), hatte sich zuvor an Bundes­bau­minis­ter Seehofer (CSU) sowie an seine Länderkollegen gewandt und im Gebäudebau den verstärkten Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen eingefordert. Holz sei „dabei eine Möglichkeit, innovativ, klimafreundlich und nach­hal­tig zu bauen“, so Herr Hoff. Das rief jetzt eine Baustoff-Allianz des Massivbaus auf den Plan: „Es ist der Grundsatz einer offenen Markt­wirt­schaft mit freiem Wettbewerb bei allen politischen und parlamentarischen Ent­schei­dun­gen zu berücksichtigen. Das schließt die Einführung und Umsetzung von Quo­ten­re­ge­lun­gen zugunsten einzelner Baustoffe und Bauweisen aus“, teilt die Aktion „Nach­hal­tiger Massivbau“ mit, die von der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Woh­nungs­bau (DGfM) koordiniert wird.

In der Aktion haben sich bundesweit 33 Verbände und Organisationen zu­sam­men­ge­schlos­sen, die das gesamte Spektrum der auf den Massivbau ausgerichteten Bau­wirt­schaft abdecken – und damit eine komplette Prozesskette am Bau: von der Roh­stoff­ge­winnung über die Baustoffherstellung bis zur Verarbeitung auf den Baustellen durch Bauindustrie und Bauhandwerk.

Zur Bauministerkonferenz will die Aktion „Nachhaltiger Massivbau“ ein „Posi­tions­pa­pier für Wettbewerbsgleichheit und Technologieoffenheit in der Bau­wirt­schaft“ vorlegen (PDF-Download). Darin warnen die Massivbauer indirekt vor einer „politisch diktierten Holzbau-Quote beim Neubau“. Quotenregelungen zugunsten einzelner Baustoffe und Bauweisen seien mit einer offenen Marktwirtschaft und mit einem fairen Wettbewerb nicht vereinbar, so die Aktion „Nachhaltiger Massivbau“. Sie fordert die Baupolitik auf, sich für eine gleichberechtigte und angemessene Förderung aller Bauprodukte und Bauweisen einzusetzen.

„Es geht darum, dass die seit einigen Jahren von der Holzwirtschaft penetrierte These, nur mit Holz noch klimagerecht bauen zu können, nicht länger unreflektiert Grundlage politischer Entscheidungen ist. Und der Massivbau mit seiner enormen Nachhaltigkeit auch den klimapolitischen Stellenwert bekommt, der ihm zusteht“, sagt der Koor­di­na­tor der Aktion „Nachhaltiger Massivbau“ und DGfM-Geschäftsführer Dr. Ronald Rast.

Seine Botschaft an die Bauminister ist eindeutig: Wenn in Deutschland gebaut werde, dann vor allem massiv - beständig, auf eine lange Lebensdauer ausgelegt und damit nachhaltig. Mauersteine und Stahlbeton seien die Massenbaustoffe, mit denen Deutsch­land seine gebaute Umwelt errichtet. Das sei nicht das Ergebnis eines „staat­li­chen Diktats“, sondern der freien Entscheidung von Bauherrn und Investoren, Planern und Architekten sowie öffentlicher Auftraggeber – und das bereits seit Jahrzehnten. „Denn der Massivbau bietet in vielen Fällen die kostengünstigste Lösung verbunden mit einer sehr guten Öko-Bilanz. Er bietet ‚Pro-Klima-Baustoffe‘, deren ökologische, klimafreundliche Weiterentwicklung enorme Fortschritte macht“, so Ronald Rast. Der Massivbau befinde sich in einer „intensiven Nachhaltigkeits-Offensive“.

Beim Massivbau gebe es heute schon eine enorm hohe Recyclingquote der Baustoffe, die zudem noch ständig optimiert werde. Der Massivbau biete Gebäuden damit die Chance auf ein „zweites, drittes ... Leben“, also die optimale Nutzung von mine­ra­li­schen Roh- und Baustoffen durch deren intensive Wiederverwendung und Weiternutzung.

Baulinks-Beiträge vom 22. September 2020

Dachpfannenprofile mit Stahlkern à la Lindab als leichte Ziegel- oder Dachstein-Alternative
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Die Dachpfannenprofile von Lindab wurden für skandinavisches Klima ent­wickelt und wollen sich auch auf deutschen Dächern etablieren. Dazu orientiert sich ihr Design nicht nur an den hierzulande weit verbreiteten Pfannen aus Ton oder Beton. weiter lesen

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