Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 23.8.2009

Nach dem überaus erfolgreichen Beginn der großen Jubiläumsausstellung "Modell Bauhaus“ in Berlin, die am 21. Juni startete, meldet auch die Bauhausstadt Dessau Rekordzahlen. Gut 10.000 Besucher sahen seit Juni die Filmausstellung "Bauhaus in Aktion“ und die Dauerausstellung "Werkstatt der Moderne“ im historischen Bauhausgebäude - ein ausgesprochen stolzes Ergebnis für die kleine Stadt im Herzen Mitteldeutschlands, das die Stiftung Bauhaus Dessau durchaus mit Stolz erfüllt. "Bauhaus in Aktion“ zeigt Originalfilme von Bauhausmeistern und -schülern, dokumentarische Lehrfilme ebenso, wie abstrakte Kunstwerke und Interviews. Zusätzlich wurde auf der Bauhausbühne zum ersten Mal László Moholy-Nagys revolutionäres Ausstellungskonzept, der "Raum der Gegenwart“, realisiert. Die Ausstellung ist noch bis 4. Oktober zu sehen, der "Raum der Gegenwart“ bis 24. September. Damit ist das Bauhausjahr aber noch längst nicht zu Ende. Ganz kurzfristig können sich Interessierte noch für den Workshop "Papierräume - der Vorkurs von Josef Albers 1925-28“ anmelden. Vom 21. bis 23. August wird der legendäre Bauhaus-Vorkurs im Martin-Gropius-Bau in Berlin neu ins Werk gesetzt. Dieter Raffer, HfG-Ulm-Absolvent und derzeit Professor für gestalterische Grundlagen an der Hochschule Anhalt (FH) in Dessau, will in praktischen Experimenten aufzeigen, wie man mit einem Blatt Papier von der Fläche zum Raum gelangen kann.

Einen Teil der faszinierenden Filme aus der Filmausstellung werden in einer Filmnacht am 28. August im Martin-Gropius-Bau gezeigt. Ab 18 Uhr können die Zuschauer hier Bauhäusler im Gespräch und bei der Arbeit erleben. Der Film spielte in der Programmatik des Bauhauses eine große Rolle, und es entstanden beeindruckende Filmarbeiten von Lehrern und Schülern, die in der Filmnacht vorgestellt werden. In das Programm des Abends führen Philipp Oswalt, Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, und Thomas Tode, Film-Kurator aus Berlin, ein.

Am 31. August soll gestritten werden: Ist das Bauhaus gescheitert? Sein Geist verweht, seine Ideen überholt? Oder muss man das Bauhaus als prägenden Motor der Moderne weiterdenken, seine Visionen auf- und seine Utopien ernst nehmen? Lohnt es sich, seine Lösungsversuche auf die Herausforderungen der Gegenwart anzuwenden? Ab 19.30 Uhr soll im Martin-Gropius-Bau über Relevanz und Konflikte, über Problembewusstsein und Visionen diskutieren. Andreas Ruby (Architekturkritiker Berlin) wird das Podiumsgespräch moderieren, es sprechen Eckhard Fuhr (Die Welt), Paul Kahlfeldt (Architekt Berlin), Harald Martenstein (Die Zeit), Barbara Steiner (Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig) und Philipp Oswalt (Stiftung Bauhaus Dessau).

Mit dem Zwölften Farbfest folgt am 5. September ein spektakuläres Ereignis am historischen Ort des Bauhauses in Dessau. Das Fest, das in diesem Jahr der Farbe Rot und dem Werk Oskar Schlemmers gewidmet ist, lässt die legendären Bauhausfeste der zwanziger Jahre wiederaufleben. Es beginnt mit einem Open-Air-Konzert vor dem Anhaltischen Theater, setzt sich mit dem Umzug durch die Stadt fort und erlebt seinen Höhepunkt im rot inszenierten Bauhaus. Anlässlich des Farbfestes gibt es in diesem Jahr die einmalige Möglichkeit, mit einer echten JU52 von Zürich über München und Berlin nach Dessau zu fliegen. Die Stiftung Bauhaus Dessau möchte damit an den Flug zur Eröffnung des Bauhausgebäudes von Walter Gropius im Dezember 1926 erinnern und die enge Verbundenheit des Luftfahrtpioniers Hugo Junkers mit den Bauhäuslern dokumentieren.

Dass das Bauhaus 1925 nicht zufällig nach Dessau zog, sondern ganz gezielt eine weltweit führende Hightech-Region mit Flugzeugbau, Filmindustrie, Gewerkschafts- und Genossenschaftsbewegung sowie einer starken aufklärerischen Tradition auswählte, ist Thema eines Vortrags von Prof. Philipp Oswalt. Am 10. September ab 18:30 Uhr spricht Oswalt im Martin-Gropius-Bau über Innovativität und Liberalität der "Bauhausstadt Dessau“, in der sich das Bauhaus innerhalb von sieben Jahren und unter drei Direktoren zur vollen Blüte entwickelte. "Hier, im Silicon Valley der zwanziger Jahre, war man Teil eines regionalen Modernisierungsprojektes von ungeahnter Kraft“, so der Direktor der Stiftung. ... Mal sehen, was wir davon in den heutigen Bauletter übertragen können:
 

()  Baufach-Seminare für die Wohnungswirtschaft
"Energieeffiziente Modernisierung - Lösungen statt Rekorde" lautet das Motto zweier Seminare für Profis aus der Wohnungswirtschaft am 14.10. in München und 12.11. in Stuttgart von Profis: Bauder, Brunata-Metrona, Buderus, Hausbank München, Hilti, MBS, R.A.B.S., Sto, Südwärme und Weru.
 
() Pro Passivhaus e.V. gegründet
Am Dienstag 3.6.2008 wurde in Stuttgart zunächst die Initiative Pro PassivHaus gegründet. Aus dieser Initiative ist nun der gemeinnütziger Verein "Pro Passivhaus" (PPH) hervorgegangen, der Ende Juli von insgesamt zwölf Gründungsmitgliedern (Aerex, Drexel und Weiss, Hans Fischer, Isoquick, Laible, Lignotrend, Reeco, r-m-p, Topa, Unipor, Variotec sowie Wiegand) in Darmstadt ins Leben gerufen wurde.
 
() Häuser im Norden und Westen Deutschlands verbrauchen mehr Energie
Im Norden und Westen Deutschlands verbrauchen die Wohnhäuser mehr Energie als im Osten und im Süden. Zu diesem Ergebnis kommt der erste ista-IWH-Energieeffizienzindex.
 
() Finanztest: "Immobilien jetzt kaufen"
Immobilien sind wieder attraktiv. Wer genug Kapital hat, sollte jetzt in ein Eigenheim oder eine vermietete Eigentumswohnung investieren. Dank der aktuell günstigen Zinsen stehen Käufer auf Dauer fast immer besser da als Mieter und haben in eine stabile Geldanlage investiert. Auch mit einer vermieteten Eigentumswohnung kann man Geld verdienen. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift Finanztest in ihrer September-Ausgabe.
 
() Bankenverband: "Gute Zeiten für Häuslebauer"
Hypothekendarlehen mit 10-jähriger Zinsfestschreibung sind aktuell zu Effektivzinsen von im Schnitt etwa 4,5% erhältlich. In früheren Jahren musste teilweise deutlich mehr gezahlt werden, so im Jahr 2000 über 6%, in den 1990er Jahren sogar zeitweise über 8%.
 
() Interhyp: "Ausgeprägte Schwankungen bei langfristigen Zinsen"
Trotz vieler positiver Stimmungsindikatoren für die Wirtschaftsaussichten in den USA und in Europa sind die Renditen für langfristige Staatsanleihen in den vergangenen zwei Wochen überraschend gesunken und haben damit auch die Konditionen für Baugeld niedrig gehalten. Die gestiegene Nachfrage am Anleihemarkt scheint mit Kursverlusten an den Aktienmärkten zu korrelieren.
 
() 8,1% weniger genehmigte Wohnungen im ersten Halbjahr
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurde von Januar bis Juni 2009 in Deutschland der Bau von 80.700 Wohnungen genehmigt. Das waren 8,1% oder 7.100 Wohnungen weniger als im Vorjahreszeitraum.

  

 

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