Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 1.12.2009

Die Mehrheit aller Nationalregierungen hat noch immer keine Strategie, die Ausrichtung ihrer Städte auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu fördern. Dabei gehen weltweit rund 70% aller CO₂-Emissionen auf das Konto von Städten. Daher sollte ein Querschnittsressort auf Regierungsebene geschaffen werden, das die Klimarelevanz jeder Regierungsentscheidung mit Blick auf die Städte überprüfen und notfalls korrigieren kann. Nur so könne verhindert werden, dass Nationalregierung und Städte beim Klimaschutz aneinander vorbei arbeiten, so das Ergebnis der Expertenkommission "Städte und Klimawandel" des World Future Council und der Hamburger HafenCity Universität, die am 19. und 20. November in Hamburg tagte.

Entscheidend dabei ist, dass nicht nur energiepolitische Entscheidungen unmittelbare Rückwirkung auf den CO₂-Fußabdruck einer Stadt haben. "Vor allem in den Entwicklungsländern ist Armutsbekämpfung und Bildung für den Klimaschutz ebenso wichtig wie der Ausbau Erneuerbarer Energien, da das drohende Welt-Bevölkerungswachstum ansonsten jeden Klimaschutzplan zunichte machen kann", so das Gremium in seiner abschließenden Erklärung. Zu den Mitgliedern des zwanzigköpfigen internationalen Expertengremiums gehören unter anderen der Präsident der internationalen Naturschutzorganisation IUCN, Dr. Ashok Khosla, der Leiter der Klimaabteilung der UN-Organisation UN-Habitat, Nicholas You, der anerkannte Erneuerbare Energien Experte Dr. Eric Martinot, der indische Stararchitekt Sanjay Prakash sowie der Hamburger Architekt Prof. Dr. hc. mult. Meinhard von Gerkan an.

"Bei dem Thema nachhaltiger Stadtplanung tappen die meisten Nationalregierungen im Dunkeln", sagt Prof. Herbert Girardet, Programmdirektor des World Future Council. "Die Stadtregierungen haben aber häufig nicht das Mandat, dringend notwendige verbindliche Klimaschutzmaßnahmen allein zu ergreifen. Diese Verantwortlichkeitslücke muss dringend geschlossen werden, wenn man es ernst meint mit dem Klimaschutz."

Im Rahmen seines dritten Zusammentreffens präsentierte das Expertengremium darüber hinaus einen Report mit konkreten Handlungsempfehlungen, wie Städte in den Industriestaaten ihr Transportwesen nahezu klimaneutral gestalten können.

Zur Erinnerung: Der World Future Council setzt sich für ein verantwortungsvolles, nachhaltiges Denken und Handeln im Sinne zukünftiger Generationen ein. Seine 50 Mitglieder kommen aus Politik, Geschäftswelt, Wissenschaft und Kultur - und von allen fünf Kontinenten. Der Rat identifiziert mithilfe seines Netzwerks von Wissenschaftlern, Parlamentariern und Umwelt-Organisationen weltweit zukunftsweisende Politikansätze und fördert ihre Umsetzung auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene. ... und wir schauen auf die Parzelle / das kleine Grundstück:
 

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