Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 4.3.2010

Deutschlands Konzert- und Opernhäusern droht schon in naher Zukunft ein dramatischer Niedergang. Zu diesem Schluss kommt der Kulturwissenschaftler Dr. Martin Tröndle, Juniorprofessor für Kulturbetriebslehre und Kunstforschung an der Zeppelin Universität (ZU) in Friedrichshafen. Nach einer dreijährigen Forschungsarbeit in Kooperation mit verschiedenen Experten aus den Bereichen Publikumsforschung und Musikbetrieb fordert er angesichts einer massiven Überalterung des Publikums: "Wir müssen das Konzert verändern, wenn wir es erhalten wollen."

"Silbersee ist mittlerweile die gängige Metapher für das ergraute Publikum klassischer Konzerte - Veranstaltungen, die aufgrund ihrer geringen sozialen Attraktivität Jüngere kaum anziehen können", stellt Tröndle fest. So zeigt eine Reihe von Studien, dass das Durchschnittsalter des Konzert-Publikums zwischen 55 und 60 Jahren liegt. Dabei ist das Durchschnittsalter des Klassik-Publikums in den vergangenen 20 Jahren dreimal so schnell angestiegen (um rund elf Jahre) wie das Durchschnittsalter der Bevölkerung (rund 3,4 Jahre). Tröndle: "Prognosen für die Zukunft verheißen nichts Gutes: Demnach wird das Klassik-Publikum in den nächsten 30 Jahren um mehr als ein Drittel zurückgehen - es stirbt schlichtweg aus." Das eigentliche Problem der Konzert- und Opernhäuser sei deshalb der mangelnde Nachwuchs in jüngeren Altersgruppen; solchen vor allem, die eine völlig andere musikalische Sozialisation erlebt haben, "in der Pop- und Rockmusik die Hauptrolle spielt und der Bezug zu klassischer Musik tendenziell immer geringer wird". Der Kunstmusikbetrieb profitiert derzeit noch von der Umkehrung der Alterspyramide. Das wird sich aber dramatisch ändern, wenn die nach 1960 Geborenen vermehrt zum Zielpublikum werden. "Denn die Präferenz für Klassik geht in diesen Altersgruppen - je jünger sie werden - kontinuierlich zurück", sagt Tröndle. Dies jedoch sei kein Alters-, sondern ein Kohorteneffekt. Für Tröndle gibt es kein "Klassik-Gen", durch das man im Alter von allein auf den Geschmack für klassische Musik käme.

In der öffentlichen Kulturförderung macht die Förderung der Musik den größten Teil aus. So gaben Bund, Länder und Gemeinden zuletzt mehr als zwei Milliarden Euro für die Musikförderung aus - das sind rund 30 Prozent der Gesamtausgaben für Kultur. Nur circa ein Prozent dieser Summe aber, kritisiert Tröndle, werden in der Musikförderung für Innovationen ausgegeben, also dafür, neue Angebotsformen zu entwickeln. Tröndle in seinem jüngst erschienenen Buch "Das Konzert" (transcript-Verlag): "Obwohl sich die Rahmenbedingungen des Konzerts etwa durch die technische Reproduzierbarkeit von Musik, den Siegeszug des Visuellen und des Virtuellen, ein verändertes Arbeits- und Freizeitverhalten, die Ausdifferenzierung und Pluralisierung der Lebensstile oder die Ökonomisierung nahezu aller Lebensbereiche maßgeblich gewandelt haben, dominiert das standardisierte bürgerliche Konzertwesen, dessen Höhepunkt zwischen 1870 und 1910 lag, bis in die Gegenwart den Musikbetrieb." Form und Ablauf des Konzerts, bis dahin immer wieder variiert, seien im Konzertritual bis heute nahezu unverändert erhalten geblieben. Dass sich der klassische Konzertbetrieb in den letzten hundert Jahren kaum den veränderten Rezeptionsbedingungen angepasst hat, könnte für Tröndle der Hauptgrund für dessen Krise sein. Tröndle: "Und das hieße auch, dass die Krise der klassischen Musik weniger eine der Musik selbst ist, als vor allem eine ihrer Darbietungsformen."

Bekräftigt sieht der Kulturwissenschaftler seine These beim Blick auf andere Kunstsparten: Das Theater beispielsweise habe als eine künstlerische Methode zur Transformation des historischen Materials das Regietheater entwickelt. Im Bereich der Bildenden Kunst sei der Beruf des Kurators entstanden, der sich auf Ausstellungskontexte und Vermittlungsfragen spezialisierte. Beide, so Tröndle, "haben dazu angestoßen, das Selbstverständnis dieser Kunstsparten, sowohl die Art des Zeigens und Präsentierens als auch das Inszenieren und Interpretieren, neu zu denken und konstant weiter zu entwickeln."

Derlei Transformation und das Erproben von Methoden der Aktualisierung, um neue Präsentationsformen, also neue Aufführungsformate zu entwickeln, sind im klassischen Musikbetrieb kaum vorhanden, beklagt Tröndle. Dabei gehe es nicht um eine "Eventisierung" des Konzerts, sondern darum, "die Kunstform Konzert als ästhetisch-soziale Präsentationsform zeitgemäß weiter zu entwickeln, um der Musealisierung des Konzerts und der steten Veralterung des Publikums entgegenzuwirken". Tröndle: "Man muss das Konzert verändern, um es zu erhalten." ... Und wie bekomme ich jetzt die Kurve in Richtung (Schall)Dämmung?
 

Gestern noch Zeitung, heute schon Zellulosedämmung
"Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern", heißt es. Nicht alt, aber bewährt ist der Dämmstoff, den man daraus machen kann. Jährlich mehr als 15 Tonnen Zellulose vertreibt z.B. Isocell in mehr als 13 Ländern Europas. Neben bemerkenswerten Dämmwerten bietet Zellulosedämmstoff auch einen nennenswerten Hitzeschutz.
 
Neues Eternit Dämmelement für Wellplattendächer
Für landwirtschaftlich oder handwerklich genutzte Betriebsgebäude, die nicht den Vorschriften der Energieeinsparverordnung unterliegen, verspricht das neue Eternit Dämmelement Etertherm-W-PUR+ für Wellplattendächer einen wirkungsvollen Schutz gegen Wärmeverluste im Winter und übermäßige Aufheizung im Sommer.
 
Blocks en bloc: Passivhausdächer im Wirtschaftsbau
Heizkosten sind im Wirtschaftsbau ein mehr als aktuelles Thema - auch bei Unidek Gefinex: Mit deren hoch wärmedämmenden Dachelementen Uni-Plan und Uni-Plan Plus sind Dächer von Sport-, Produktions- und Lagerhallen, Schulen und Ausstellungsräumen - je nach Dämmdicke - mit U-Werten von 0,26 bis 0,14 W/m²K realisierbar.
 
"Selbstdämmendes" Attikaelement aus Purenit
Unter dem Motto "Das System zum nachhaltigen Energiesparen" präsentierte die Puren GmbH auf der Dach+Holz 2010 Neues und Bewährtes aus Polyurethan-(PUR/PIR)-Hartschaum für die Bereiche Steildach, Flachdach, Wand und Boden. Zu den Neuigkeiten zählte auch das Purenit Attikaelement.
 
Puren kündigt verbesserte Dämmwerte an
Die Puren GmbH nutzte die Dach+Holz u.a. dazu, neue, verbesserte Dämmwerte anzukündigen, die - produkt- und dickenabhängig - künftig in Deutschland und den EU-Ländern gelten.
 
Neuer Dämm-Ratgeber rund ums Dach
Wohnen unterm Dach hat heute noch mehr Charme als je zuvor: Offene und helle Räume, großflächige Fenster, Dachaustritte und -terrassen ermöglichen höchsten Wohnkomfort. Entscheidend für die Wohnqualität "ganz oben" ist aber nicht zuletzt die Wärmedämmung. Worauf es dabei ankommt, erfahren Fachleute und Bauherren jetzt im neuen "Ratgeber rund ums Dach" der Firma Bauder.
 
Ganz flache Vakuumdämmung (WLS 007) für Dachterrassen
Die Paul Bauder GmbH & Co. KG hat eine bemerkenswert schlanke Lösung für die intensive Wärmedämmung von Terrassen entwickelt, die besonders beim Bestandsumbau zumeist nur eine sehr geringe Aufbauhöhe zulassen. Mit einem wirkungsvollen, Platz sparenden Vakuum-Isolier-Kern können Anschlusshöhen eingehalten werden, die mit üblichen Dämmstoffen nicht möglich waren.
 
Mini-Drucksensoren für Vakuumisolationspaneele
Zum Dämmen von Fassaden eignen sich Vakuumisolationspaneele (VIPs) besonders gut - allerdings nur, solange das Vakuum nicht "entweicht". Ein winziger Drucksensor kann zukünftig ständig den Zustand des Vakuums überwachen und informieren, ob die Dämmwirkung noch vorhanden ist.

  

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