Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 2.1.2012

Tarifverdienste in einigen Branchen unter 6,50 Euro

Die niedrigsten Tarifverdienste lagen im Dezember 2011 in einigen Branchen unter 6,50 Euro je Stunde. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitgeteilt hat, legen au√üerdem nicht wenige Tarifvertr√§ge Verdienstuntergrenzen von unter 8,00 Euro fest. Die niedrigen Tarifverdienste gelten insbesondere f√ľr gering qualifizierte Besch√§ftigte in Gartenbau und Landwirtschaft sowie in Handwerks- und Dienstleistungsbranchen.

In Gartenbaubetrieben in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen beispielsweise betr√§gt der unterste tarifliche Stundenverdienst 6,50 Euro. Im Ern√§hrungsgewerbe beginnt der Tarifverdienst im Konditorenhandwerk in Bayern bei 5,26 Euro und im Fleischerhandwerk in Sachsen bei 6,00 Euro. Verbreitet sind niedrige Anfangsverg√ľtungen auch im Hotel- und Gastgewerbe. Die unterste Verg√ľtung f√ľr Tarifbesch√§ftigte betr√§gt in Brandenburg 6,29 Euro je Stunde, in Th√ľringen 6,50 Euro und in Nordrhein-Westfalen 6,74 Euro. In der ostdeutschen Systemgastronomie - dazu z√§hlen zum Beispiel Fast-Food- und Restaurantketten - lag sie bei 6,85 Euro. Auch in anderen Dienstleistungsbranchen gelten tarifliche Stundenverdienste von deutlich unter 8,00 Euro je Stunde, wie beispielsweise im Friseurhandwerk (Schleswig-Holstein: 6,00 Euro), in der Textilreinigung (neue L√§nder: 6,73 Euro), in der Zeitarbeit (neue L√§nder: 7,01 Euro) und im Einzelhandel (Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen: 7,23 Euro). In einigen Branchen der Industrie, wie der Schuhindustrie (Rheinland-Pfalz, Saarland: 6,35 Euro) oder der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie (Th√ľringen: 7,54 Euro) wurden √§hnlich niedrige tarifliche Stundenl√∂hne vereinbart.

Auch Fachkräfte verdienen in einigen Branchen wenig

Zwar gelten die untersten Verg√ľtungsgruppen meist nur f√ľr gering qualifizierte Besch√§ftigte, aber auch Fachkr√§fte verdienen in einigen Branchen wenig. So liegt der tarifliche Anfangsverdienst f√ľr B√§cker- und Konditorengesellen in Mecklenburg-Vorpommern bei 6,97 Euro und f√ľr Besch√§ftigte mit bestandener Gesellenpr√ľfung im Friseurhandwerk Schleswig-Holstein bei 7,00 Euro. Ausgebildeten Hotel- und Restaurantfachleuten sowie K√∂chinnen und K√∂chen stehen laut Tarifvertrag in Th√ľringen anf√§nglich 8,04 Euro, in Hamburg 8,27 Euro und in Nordrhein-Westfalen 9,38 Euro zu. In der Zeitarbeit wurde f√ľr Fachkr√§fte mit abgeschlossener Berufsausbildung als Untergrenze ein tariflicher Stundenlohn von 8,71 Euro in den neuen L√§ndern und 9,97 Euro im fr√ľheren Bundesgebiet vereinbart.

Derzeit gelten in Deutschland in zehn Brachen - darunter vier Baubranchen - allgemeinverbindliche Mindestl√∂hne. Dabei liegt der Mindestlohn im fr√ľheren Bundesgebiet bei W√§schereidienstleistungen und gr√∂√ütenteils im Wach- und Sicherheitsgewerbe bei weniger als 8,00 Euro je Stunde. In den neuen L√§ndern werden 8,00 Euro zus√§tzlich bei der Geb√§udereinigung und in der Pflegebranche unterschritten - siehe auch "Tarifl√∂hne / Tarifvertr√§ge in der Baubranche".

Die Ergebnisse beruhen auf einer Auswertung von √ľber 600 Fl√§chentarifvertr√§gen. Bei Angaben zu Monatsverdiensten erfolgte eine Umrechung auf Stundenbasis. Informationen √ľber die Zahl der Besch√§ftigten in den untersten Verg√ľtungsgruppen liegen nicht vor. Aber um Geld geht es auch gleich im ersten Baulinks-Beitrag:
   

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