Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 14.8.2012

Dieselruß ist “erwiesenermaßen Krebs erregend”

Seit Juni 2012 ist es amtlich: Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft Dieselruß als Erreger von Lungenkrebs ein. Artur Braun, Physiker an der Empa und Experte für Röntgenspektroskopie, hat maßgeblich dazu beigetragen, Struktur und Zusammensetzung von Rußpartikeln zu analysieren.

Feinstaub ist gefährlich – diese Erkenntnis ist nicht neu. Doch was macht am Feinstaub die Gefahr aus? Ist es nur der Dieselruß aus Motoren? Kommt die Gefahr auch vom holzgefeuerten Cheminée im Ferienhaus? Oder gar vom fettqualmenden Fritteusendunst aus dem Restaurant nebenan? Diese nahe liegenden Fragen waren lange Zeit eine rechte Knacknuss für die Wissenschaft. Wohl ließ sich rußiger Feinstaub in Filtern einsammeln und die chemischen Bestandteile wurden analysiert. Doch die Frage blieb: wo genau steckt die Gefahr? Sind es die Rußpartikel selbst, die Menschen krank machen? Oder sind es Giftstoffe, die der Ruß mit sich trägt wie ein vollgesogener Schwamm?

Qualm ist nicht gleich Qualm

Das norwegische Gesundheitsministerium ("Norwegian Institute of Public Health") wollte der Sache nachgehen und bat Artur Braun um Unterstützung. Vor seiner Zeit bei der Empa hatte der Forscher an der Universität von Kentucky gearbeitet und dort 2002 erstmals Rußpartikel mit Hilfe von weicher Röntgenstrahlung an einem Synchrotron analysiert. Ergebnis: Dieselpartikel, die unter hohem Druck und großer Hitze im Motor "geboren" wurden, besitzen ein Gerüst aus Graphit - das ist im Röntgenlicht deutlich zu sehen. Bei Rußpartikeln aus Holzfeuern, die unter milden Atmosphärenbedingungen entstanden, fehlt dieses Graphit-Gerüst. Auch die chemischen funktionellen Gruppen unterschieden sich: Im Dieselruß fanden sich Carboxylgruppen, wie sie auch an Ameisensäure- und Essigsäuremolekülen vorkommen; im Holzrauch fand Braun Hydroxylgruppen wie an Methanol und Ethanol. Qualm ist also nicht gleich Qualm.

Getrennt analysieren, vereint bekämpfen

Die norwegischen Toxikologen gingen nun einen Schritt weiter und ließen die Rußpartikel mit Hilfe von Lösungsmitteln von den anhaftenden chemischen Giftstoffen bei Brauns Kollegen an der "University of North Dakota" trennen. Dann analysierte Braun die Bestandteile einzeln im Röntgenlicht: erst die "nackten" Rußpartikel, danach die Lösung mit den mutmaßlich Krebs erregenden Giftstoffen, die zuvor am Ruß gehaftet hatten. Wieder fand Braun verschiedene funktionelle Gruppen am Kohlenstoffgerüst und konnte sie mit den Befunden seiner früheren Forschungsarbeit vergleichen.

Zugleich testeten die Toxikologen, welche Wirkung die beiden Fraktionen der Rußpartikel auf menschliche Lungenzellkulturen haben. Erstmals wurde also getrennt untersucht, was am Ruß so gefährlich ist. Die Studie, die kürzlich im Fachblatt "Toxicology Letters" erschien, ist nach Meinung von Braun die erste, in der die Methode der Röntgenabsorptionsspektroskopie (NEXAFS) mit Methoden der toxikologischen Forschung kombiniert worden war.

Die WHO reagiert: “erwiesenermaßen Krebs erregend”

Das Ergebnis der Studie fiel eindeutig aus: Die "nackten" Rußpartikel lösten in Zellkulturen einen genetischen Entgiftungsmechanismus aus. Die Zellen waren also angegriffen worden. Aber auch die ausgewaschenen, vorher am Ruß haftenden Stoffe zeigten Wirkung: Sie verursachten Entzündungsreaktionen in den Zellen und agierten zudem als Zellgift. Zeitgleich reagierte die Weltgesundheitsorganisation WHO. Mehrere neue Studien - so auch die von Braun und seinen Kollegen aus Norwegen und den USA - hatten auf die Krebs erregende Wirkung von Ruß hingedeutet und die Mechanismen hinreichend erklärt.

Nun konnte nicht mehr, wie seit 1988, von wahrscheinlicher Krebsgefahr ("probably carcinogenic to humans") gesprochen werden. Die Neu-Einstufung folgte am 12. Juni 2012. Dieselruß gilt jetzt als erwiesenermaßen ("based on sufficient evidence") Lungenkrebs erregend; eine gewisse Wahrscheinlichkeit deutet außerdem darauf hin, daß Dieselruß ebenfalls das Risiko von Blasenkrebs erhöht. Entsprechend fordern IG BAU und Deutsche Umwelthilfe unbedingt Filterpflicht für Baumaschinen - siehe Baulinks-Beitrag vom 10.6.2012. Aktuell dreht sich dagegen im Bauletter / in Baulinks alles ums Fenster: 

   

kostenpflichtiges(!) iBAT-Merkblatt „Anschluss bodentiefer Elemente“ 
Der Anschluss bodentiefer Elemente im Bereich von Terrassen oder Balkonen führt in der Praxis immer wieder zu Problemen und zu teilweise gravierenden Schadensfällen. Deshalb wurde in Zusammenarbeit mit der Henkel AG & Co. KGaA – Teroson Bautechnik zu dieser Problematik ein kostenpflichtiges Merkblatt entwickelt.

Neues Aluminium-Programm von Finstral mit auffallend schmalen Rahmenansichten 
Das neue Aluminium-Programm FIN-Project kombiniert die Eleganz klarer Aluminiumoptik mit der Energieeffizienz wärmedämmender Kunststoffprofile. So will Fin­stral den Widerspruch zwischen aktuellen Architekturtrends und hoher Energieeffizienz lösen.

Barrierefreie Lösungen mit activPilot von Winkhaus für Fenstertüren 
Mit activPilot hat Winkhaus auch einen Beschlag für barrierefreie Dreh­kipptüren für Terrassen und Balkone entwickelt. Dank des modularen Aufbaus des Be­schlagsystems sind nur drei zusätzliche Bauteile erforderlich, um aus einer Standard­lösung eine barrierefreie Konstruktion zu erzielen.

Neue verdeckt liegende Bandseite „Multi Power“ von Maco 
Maco hat den neuen, völlig verdeckt liegenden Dreh- und Dreh-Kipp-Beschlag „Multi Power“ für Holz- und Kunststoff-Elemente vorgestellt. Der Beschlag trägt ohne zusätzliche Lastabtragung an Fenstern ein Flügelgewicht bis 130 und an Fenstertüren bis zu 150 Kilogramm.

Eco Slide: neuer Schiebebeschlag von Siegenia-Aubi verspricht hohe Dichtigkeit 
Als erster Beschlag auf dem Markt soll der Eco Slide von Siegenia-Aubi die einfache Bedienung von Hebe-Schiebe-Systemen mit der hohen Dichtigkeit von Parallel-Schiebe-Kipp-Elementen kombinieren und für Flügelgewichte bis 250 kg geeignet sein.

Veka System „Softline 82 passiv“ passivhaustauglich nach ift-Richtlinie 
Um seinen Partnerbetrieben für den Passivhausbereich die geforderte Planungssicherheit zu geben, hat Veka sein Fenstersystem Softline 82 vom Rosenheimer Institut für Fenstertechnik (ift) auf Basis der neuen ift-Richtlinie WA-15/2 „Passivhaustauglichkeit von Fenstern, Außentüren und Fassaden“ prüfen lassen.

Vier Dämmsysteme von Beck+Heun zur Rollladenkasten-Sanierung 
Beck+Heun hat für die Sanierung alter ungedämm­ter Rollladenkästen gleich eine ganze Produktfamilie entwi­ckelt: Die Serie enthält eine anwenderfreundliche Dämm-Mat­te, zwei Kombi-Systeme für Rollraum und Verschlussdeckel so­wie eine Speziallösung für Rollladenkästen mit kleinem Roll­raum.

Glasfaserverstärkter Fensterladenhalter von Maco kooperiert mit Fassadendämmung 
Die Montage von Fensterläden auf einem WDVS-System kann gehöriges Kopfzerbrechen bereiten. Für die Kloben gibt es bei Maco schon seit einiger Zeit prak­tikable Lösungen. Ungelöst hingegen war bisher die Befestigung des Ladenhalters. Hier schafft Beschlägespezialist Maco nun mit zwei Lösungen Abhilfe.

Fensterbank mit Pufferzone vermeidet Spannungsrisse und Abplatzungen 
Drei Millimeter Pufferzone, wasserdicht, einbaufertig geliefert: Die neue Fensterbank StoFentra Profi ist gedacht für die Montage in WDV-Systemen, da sie mit einem elastischen Dehnungskeder im Bordprofil thermische Längenänderung abfangen kann. Spannungsrisse und Abplatzungen sollen so vermieden werden.

 

Impressum | Datenschutz © 1997-2018 ARCHmatic - Alfons Oebbeke (Google+, XING, linkedin)
ANZEIGE