Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 16.6.2014

Regionale Unterschiede bei Hochbetagten in Deutschland

Wer im Nordwesten Deutschlands oder in Berlin geboren wurde, hat die höchsten Chancen, 105 oder älter zu werden. Viele Hochbetagte sterben auch nur unweit von dem Ort, an dem sie geboren wurden. Mit Karten der Geburts- und Sterbeorte von Höchstaltrigen, die 105 Jahre und länger lebten, belegen For­scher des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock erstmals, dass es in Deutschland regionale Hotspots extremer Langlebigkeit gibt - siehe auch rechte Grafik mit Legende.

Während der Anteil der Höchstaltrigen bei der Auswertung nach Geburtsort in nordwestlichen Regierungsbezirken um mehr als 50 Prozent über dem Bun­des­durchschnitt liegt, erreicht er in Bayern stellenweise kaum die Hälfte. So bleibt Oberbayern um 63 Prozent hinter dem Mittelwert zurück, während die Regierungsbezirke Hannover (+53%) und Schleswig-Holstein (+52%) Spitzenreiter außerhalb der großen Metropolen sind. Die höchsten Werte verzeichnen die Städte Berlin (+59%) und Hamburg (+72%).

Die MPIDR-Demografen Sebastian Klüsener und Rembrandt Scholz hatten Daten von extrem Langlebigen aufbereitet, die von 1989 bis 2002 ein Alter von 105 oder mehr erreicht hatten, also Ende des 19. Jahrhunderts geboren worden waren.

Höchstaltrige sind wohl sehr heimatverbunden

„Die Höchstaltrigen scheinen überraschend sesshaft gewesen zu sein“, sagt Sebastian Klüsener. Etwa ein Drittel starb in ihrem Geburtsort. Die Hälfte der Uralten wohnte am Lebensende nicht weiter als 25 Kilometer von ihrem Geburtsort entfernt. „Obwohl das 20. Jahrhundert voller Turbulenzen und Verwerfungen war, war der Lebensmittelpunkt für die meisten Höchstaltrigen zu Beginn und zum Ende des Lebens fast identisch“, sagt Geodemograf Klüsener. MPIDR-Demograf Rembrandt Scholz findet es darum „sinn­voll, nach Ursachen für die außergewöhnliche Langlebigkeit an diesen Orten zu for­schen“. Der Frage, ob Sesshaftigkeit zu einem Überlebensvorteil führt, konnten die Forscher mit den vorhandenen Daten allerdings nicht nachgehen.

Entscheiden die Lebensbedingungen bei der Geburt?

Noch ist unklar, was Menschen uralt werden lässt: Umgebung, Gene, oder beides? Die Kartierung der Höchstaltrigkeit könnte mehr Verständnis bringen: Sind vor allem die örtlichen Lebensbedingungen für extreme Langlebigkeit wichtig, müssten die meisten Methusalems in einigen Jahren nicht mehr an der Küste, sondern in der Nähe der Alpen zu finden sein. Denn die Lebenserwartung bei Geburt, in der sich die regionalen Be­din­gungen widerspiegeln, ist seit Mitte des 20. Jahrhunderts nicht mehr im Norden, sondern im Süden am höchsten.

Spielen die Gene eine größere Rolle, könnten die Hotspots hingegen im Norden ver­blei­ben. Ein Indiz dafür könnte sein, dass dort Geburtsgewicht und -größe am höchsten sind. Daten hierzu liegen zwar nur für die letzten Jahrzehnte vor, jedoch sind beide Faktoren stark von den Genen abhängig. Hierdurch ist es wahrscheinlich, dass Neu­ge­borene im Norden bereits vor hundert Jahren größer und schwerer waren, was sich zumindest unten den damaligen Bedingungen förderlich auf die Überlebenswahr­schein­lich­keit ausgewirkt haben könnte.

Das Langlebigkeitswunder von Berlin

Besonders in den Millionenstädten sticht die Langlebigkeit teils inselartig heraus: Das gilt vor allem für Berlin, dessen Höchstaltrigen-Anteil mit +59% weit über dem Bun­des­durchschnitt liegt, während das umgebende Brandenburg um fast -30% darunter bleibt. Für München ist die Situation auf niedrigerem Niveau ähnlich (nur knapp -6% im Vergleich zum umliegenden Oberbayern mit gut -50%).

„Das ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die Großstädte in den beiden Welt­krie­gen von Hungersnöten und Bombardierungen stark betroffen waren“, sagt Sebastian Klüsener. Die besseren wirtschaftlichen und medizinischen Bedingungen scheinen die Kriegsfolgen aber mehr als ausgeglichen zu haben. Metropolen bieten besonders für sehr alte Menschen höhere Überlebenschancen, wozu der gute Zugang zu medi­zi­ni­scher Versorgung beitragen könnte.

Für die Jüngeren ist die Situation zumindest in Berlin hingegen nicht besonders vor­teil­haft: In den letzten 40 Jahren konnten Hauptstädter weder bei Geburt noch im Alter von 65 Jahren mit überdurchschnittlich vielen (weiteren) Lebensjahren rechnen. Erst ab einem Alter von 80 Jahren sind die Erwartungen dort besser als für den Durch­schnitts­deutschen.

Jahrhundertalter wird immer normaler

Menschen, die ein Jahrhundert oder mehr erleben, dürften künftig vom Ausnahme- zum Normalfall werden. So hat sich ihre Zahl in Deutschland in den letzten 30 Jahren nach MPIDR-Schätzungen etwa verzehnfacht. 2012 wurden gut 14.000 Menschen hundert oder älter. Entwickelt sich die Lebenserwartung wie in den letzten 150 Jahren, wird bereits jedes zweite heute in Deutschland geborene Kind ein Alter von 100 Jahren erreichen. ... Die Probleme des Alterns spielen auch in den heutigen Baulinks-Beiträgen eine ausgeprägte Rolle:

Machbarkeitsstudie „Vertikaler Garten am Palmengarten Frankfurt“ (fast) abgeschlossen
http://www.baulinks.de/webplugin/2014/1028.php4
Dr. Matthias Jenny, Direktor Palmengarten Frankfurt a.M. und Dr. Gunter Mann, Präsident der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. (FBB), ha­ben am 20. Mai auf einer Pressekonferenz die Machbarkeitsstudie „Verti­kaler Garten am Palmengarten Frankfurt“ nach einem Jahr Laufzeit abge­schlossen und den Gewinner verkündet. weiter lesen

Tagungsband zur 20. Fachtagung Natursteinsanierung Stuttgart 2014
http://www.baulinks.de/webplugin/2014/1027.php4
Der Tagungsband der 20. Fachtagung Natursteinsanierung enthält wieder umfangreiche Fachartikel, die neue Verfahren und Erkenntnisse vorstellen. So wird beispielsweise auf die Rolle des Architekten bei der Planung und Durchführung steinrestauratorischer Arbeiten eingegangen. weiter lesen

Neue zementfreie Feuchteregulierungsputze für die Restaurierung historischer Bauwerke
http://www.baulinks.de/webplugin/2014/1026.php4
Zur Erhaltung historischer Gebäude fordern Denkmalpfleger häufig Baustof­fe, die ihren historischen Vorbildern möglichst nahe kommen bzw. kompati­bel zu diesen sind. Die neuen zementfreien Feuchteregulierungsputze „Ex­zellent historic“ und der Kalkputz „Oxal NHL 3 historic“ von MC-Bauchemie wollen diesen Forderungen nachkommen. weiter lesen

Modulares Sanierputzsystem mit Salzdepot
http://www.baulinks.de/webplugin/2014/1025.php4
Bei der Sanierung alter Gebäude sind Salzausblühungen und zerstörte Putzoberflächen eher die Regel; für die Instandsetzung sind Original-Bau­stoffe nur bedingt geeignet. Erfolgversprechend ist vielmehr, das Putzsys­tem in Bezug auf Salzeinlagerung, hydrophober Einstellung und Feuchte­durch­gang objektspezifisch anzupassen. weiter lesen

HydroPurSilan: Matter Schutz gegen Graffiti neu von Scheidel
http://www.baulinks.de/webplugin/2014/1024.php4
Scheidel hat mit HydroPurSilan einen matten und farblosen Anti-Graffiti-Schlussanstrich neu vorgestellt, der für die Anwendung auf zahlreichen Untergründen ausgelegt ist. Kunstharzputze und Silikonharzfarben sind demnach ebenso geeignet wie gestrichener Beton und WDV-Systeme. weiter lesen

Neue Betoplan top MF für Sichtbeton Klasse 4 im Einsatz beim Deutschen Primatenzentrum
http://www.baulinks.de/webplugin/2014/1023.php4
Das Deutsche Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen bekommt ein neues Multifunktionsgebäude. Um die geforderte Sichtbetonqualität erreichen zu können, kommen neue, auf der Bauma vorgestellte Schalungsplattentyp der Westag & Getalit AG zum Einsatz. weiter lesen

„Elegance - exploring Intelligent Solutions“: Concrete Design Competition ist entschieden
http://www.baulinks.de/webplugin/2014/1022.php4
Der Concrete Design Competition 2013/2014 ist entschieden. Mehr als 140 Studierende von 27 deutschen Hochschulen reichten ihre Arbeiten zum Thema „Elegance - exploring Intelligent Solutions“ ein. Die interdisziplinäre Jury kürte im DAZ die Gewinner für Deutschland. weiter lesen

BER: Kosten und Eröffnungstermin stehen in den Sternen
http://www.baulinks.de/btw/2014/0009.php4
Vor einer weiteren dramatischen Kostensteigerung beim neuen Hauptstadt­flughafen warnt der Vorsitzende des BER-Untersuchungsausschusses Martin Delius. weiter lesen

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