Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 27.1.2015

Insolvenzanfechtung - ein Killer für den Mittelstand

Der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) forderte im Rahmen einer Pressekonferenz während der BAU eine Korrektur beim Insolvenzrecht, denn die Bran­che stecke in dem Dilemma, dass Insolvenzverwalter Geschäfte der vergangenen zehn Jahre anfechten und geflossenes Geld zurückfordern könnten, wenn ein Baustoff-Fachhändler als Gläubiger einem Kunden öfter Zahlungsaufschübe gewährt oder mit ihm Teilzahlungsvereinbarungen abgeschlossen habe.
         
„Für die Baustoff-Branche ist diese Entwicklung fatal“, warnte BDB-Präsident Stefan Thurn. Denn nach der Pleite eines Kunden blieben Baustoff-Händler nicht nur auf unbezahlten Rechnungen sitzen; besonders hart treffe den Baustoff-Fachhandel, dass der Insolvenzverwalter auch noch Beträge zurückverlangen dürfe, die der Kunde Jahre vor seiner Insolvenz für gelieferte Baustoffe gezahlt habe. Das Geld, das die Baustoff-Händler bereits erhalten und ihrerseits fest verplant haben, drohe verloren zu gehen. „Oft droht dabei dann auch dem Baustoff-Händler der wirtschaftliche Ruin“, stellte Thurn klar. Bau-Pleiten entwickelten sich so zum „Bumerang“ für den Fachhandel.
                 
Der BDB fordert hier dringend Korrekturen. Denn es seien gerade die Baustoff-Fach­händ­ler, die beispielsweise in langen Wintern von ihren Kunden, Bauunternehmen und Handwerkern, gefragt würden, ob sie ihnen mit Warenkrediten in der Refinanzierung entgegenkommen könnten. „Händlern, die Kulanz zeigen, fällt dann ihr kollegiales Verhalten auf die Füße“, so Thurn. Prof. Dr. Rödl von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform erklärte dazu: „Der Insolvenzverwalter ... wertet die gezeigte Kulanz als Indiz dafür, dass der Fachhändler von einer drohenden Zahlungsunfähigkeit des Kunden gewusst habe. Und dann hält der Konkursverwalter die Hand auf, um Geld zurückzufordern.“

Betroffen ist aber nicht allein der Baustoff-Fachhandel. Einem aktuellen Hilferuf aus der Wirtschaft haben sich mittlerweile 11 Unternehmerverbände angeschlossen. Dabei reicht das Spektrum von Handelsverbänden über Energieversorger bis hin zum Gesamtverband Textil und Mode.

Anfechtung bei jeder achten Insolvenz

Eine aktuelle Untersuchung des Verbands der Insolvenzverwalter (VID) habe das „Ausmaß der Misere“ bereits gezeigt, so Prof. Rödl. Bei nahezu jeder achten Insolvenz sei es in den vergangen Jahren zur Anfechtung gekommen. Durchschnittlich seien über 38.700 Euro zurückgefordert worden. „Diese große Summe sorgt im Mittelstand für Kopfzerbrechen“, sagte Prof. Rödl. Hier müsse sich so schnell wie möglich etwas ändern.

2014 rückläufige Insolvenzzahlen

Die Insolvenzanfechtung sei ein dicker Wermutstropfen bei einer insgesamt eher erfreulichen Insolvenzentwicklung, so die Creditreform: Deren Daten zeigen, dass die Insolvenzzahlen 2014 auf breiter Front gesunken sind. 23.800 Unternehmen gingen 2014 in die Insolvenz – ein Rückgang von 8,9% gegenüber dem Vorjahr und damit sogar der niedrigste Stand seit 15 Jahren. (Die Verbraucherinsolvenzen gingen im vergangen Jahr mit 86.900 um immerhin 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr nach unten. Weniger wurden zuletzt 2005 gemessen.) Zustande gekommen seien die guten Werte durch die günstige Wirtschafts- und Konjunkturlage der letzten Jahre, kom­men­tierte Prof. Rödl. Entscheidend sei jetzt allerdings, dass die Politik wichtige Wirt­schafts­zweige wie die Baustoff-Branche endlich vom „Bremsklotz Insolvenz­an­fech­tung“ befreie.

„Bund, Länder und Kommunen sind miese Zahler“

Zum „aktiven Bremser“ wird der Staat auch selbst, wenn es um das Bezahlen offener Rechnungen geht. Nur rund zwei Drittel der öffentlichen Auftraggeber zahlen innerhalb der üblichen Monatsfrist - rund 32 Prozent brauchen länger, wie Credit­reform ermittelt hat. Bei den privaten Auftraggebern sind es nur 8,2 Prozent, die sich nicht an die Monats-Marke halten. „Die Zahlungsmoral des Staates ist mies“, kritisierte Prof. Rödl. Die Folgen: Wer lange auf sein Geld warten müsse, der könne auch nur schwer eigene Rechnungen begleichen. Verzögerte Zahlungseingänge - oder gar keine - ge­hör­ten zu den häufigsten Gründen dafür, dass Firmen in die Insolvenz müssten. „Daran tragen Bund, Länder und Kommunen eine Mitschuld“, meinte Prof. Rödl. Seine Botschaft: Würde der Staat ein besseres Zahlungsverhalten an den Tag legen, würde dies den Unternehmen konkret helfen.
                    
Einige Unternehmen warten Jahre auf ihr Geld: Ein Tief- und Straßenbauer aus Nordrhein-Westfalen hatte 2013 im Rheinisch-Bergischen Kreis zu tun. Ein Jahr nach Stellung der Abschlussrechnung hatte der öffentliche Auftraggeber 500.000 Euro immer noch nicht bezahlt. Das Unternehmen bohrte nach – und der Beamte erwiderte, man möge doch den städtischen Auftraggeber verklagen. Sei dies erfolgreich, müsse der Kämmerer zahlen – der nur leider kein Geld in der Kasse habe. „Das ist mehr als unbefriedigend“, sagte BDB-Präsident Thurn. Derselbe Straßenbauer arbeitete außerdem an einem Autobahnkreuz in Düsseldorf zwei Jahre länger als geplant. Der Staat hatte Auftrags-Nachträge angeordnet, drückte sich dann allerdings vor der Zahlung. Und der Straßenbauer musste vier Millionen Euro vorstrecken. „Diese Beispiele zeigen ganz deutlich, wie die öffentliche Hand auf Verzögerung setzt“, so Thurn. Wer Leistung erbringe, müsse dafür Geld bekommen - und zwar unverzüglich. ... Und damit starten wir (endlich) mit unserer Berichterstattung von der BAU, die wohl einige Wochen in Anspruch nehmen wird:

Rekord: BAU 2015 meldet über 250.000 Besucher
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Die BAU hat in ihrer 50-jährigen Geschichte erstmals die Schallmauer von 250.000 Besuchern durchbrochen. Zu der schon seit langer Zeit mit 2015 Ausstellern aus 42 Ländern völlig ausgebuchten Fachmesse kamen an sechs Messetagen laut Messe München 251.200 Besucher, das sind über 16.000 mehr als 2013. weiter lesen

Sto-Stiftung will künftig angehende Planer und Handwerker mit 600.000 Euro im Jahr fördern
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Als 2005 das 50-jährige Jubiläum der damaligen Sto AG anstand, lief es am Bau nicht gerade rund. Deshalb gründete das Unternehmen die ge­mein­nützige Sto-Stiftung zur Ausbildungsförderung junger Architekten und Handwerker, anstatt das Jubiläum groß zu feiern. weiter lesen

Laminatboden-Trends 2015 laut EPLF: Es wird optisch (zumeist) ruhiger
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„Shabby Chic“, „Vintage“ oder „Scandinavian Style“ heißen 2015 die gro­ßen Einrichtungstrends der internationalen Märkte. In der Innen­raumge­staltung sind Ursprünglichkeit, Klarheit und Natürlichkeit ge­fragt - entspre­chend ist das Angebot der europäischen Laminatboden-Hersteller ausge­richtet. weiter lesen

Drei große EPLF-Projekte im Bereich Technik sowie Infoflyer zu Unterlagsmaterialien
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Eberhard Herrmann von Egger Retail Products leitet seit Sommer 2014 als Obmann den EPLF-Arbeitskreis Technik. Aus der Fülle der laufenden Arbei­ten wurden im Rahmen der Jahres-Pressekonferenz auf der Domo­tex drei aktuelle, große Verbandsprojekte herausgestellt. weiter lesen

Europäischer Laminatboden 2014 global leicht im Plus
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2014 haben die 21 ordentlichen Mitgliedsunternehmen des EPLF - also Her­steller von Laminatfußböden - nach konservativer Hochrechnung weltweit 465 (2013: 463) Mio. m² Laminatfußböden aus europäischer Produktion ab­gesetzt. weiter lesen

40.000 Besucher zählte die Domotex 2015 - passabel für ein BAU-Jahr
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Alle zwei Jahre, wenn die BAU diverse Aussteller und Besucher nach Mün­chen lockt, schwächelt die Besucherzahl der Domotex: Während für 2014 rund 45.000 Besucher gemeldet wurden, kamen heuer rund 40.000 Besucher aus 100 Ländern nach Hannover. weiter lesen

Emissionslabel für Möbel - entwickelt von der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel
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Um dem Verbraucher die Suche nach wohngesunden Möbeln im Handel zu erleichtern, hat die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel das weltweit erste Emissionslabel für Möbel entwickelt. Das Label kann angewendet werden auf Sitzmöbel, Kastenmöbel, Tische, Büromöbel, Lattenroste und Matrat­zen. weiter lesen

146.000 Besucher aus 138 Ländern auf der imm cologne und LivingKitchen 2015
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Am Ende von sieben Messetagen zeigten sich die Verantwortlichen von imm cologne und LivingKitchen 2015 mit dem Ergebnis des Messedop­pels sehr zufrieden: 146.000 Besucher aus 138 Ländern kamen laut offiziellen Zahlen in die Kölner Messehallen, darunter 102.000 Fachbe­sucher. weiter lesen

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