Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 2.6.2015

Vier Schritte zur Stärkung des Innovationsstandorts Deutschland

Auf dem 27. Deutschen Ingenieurtag in Düsseldorf forderte VDI-Präsident Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer vier Schritte zur Stärkung des deutschen Innovationsstandorts. Demnach müsse Deutschland sich den Themen "Technischer Allgemeinbildung" und dem qualifizierten technischen Nachwuchs stellen. Außerdem müssten beim Thema Energiewende und Industrie 4.0 deutlich schneller Fortschritte erzielt werden.

Laut aktuellen Studien des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) basiert Deutschlands führende Stellung als Technik- und Innovationsstandort auf drei Stärken:
  1. der hohen Qualität der Ingenieurausbildung und der Ausbildung in anderen MINT-Bereichen,
  2. dem dualen Bildungssystem mit seiner Symbiose aus Theorie und Praxis sowie
  3. den ausgezeichneten Kooperationsmöglichkeiten zwischen Forschung und Wirtschaft mit intakten Wertschöpfungsketten.
„Wenn wir auch in Zukunft ein weltweiter Spitzen-Standort für Innovation und Technik bleiben wollen, brauchen wir die Vision dazu und müssen heute die Voraussetzungen dafür schaffen", so Ungeheuer. "Das verlangt Denken und Handeln mit Weitblick - und zwar über Generationen hinweg.“

thinkING generations - Innovationen für Deutschland“ lautete daher auch das Motto der Veranstaltung. Vor 1.400 geladenen Gästen, darunter auch Bundes­wirt­schafts­minister Sigmar Gabriel, benannte Ungeheuer vier zentrale Herausforderungen, denen sich Deutschland rasch stellen muss.

Technische Allgemeinbildung in Deutschland hat Nachholbedarf

Je mehr die Technik unseren Alltag durchdringt, desto wichtiger ist die technische Bildung der breiten Bevölkerung. Nur mit solidem technischen Grundlagenwissen können sich Bürger und Konsumenten überhaupt qualifiziert, kritisch und konstruktiv am Dialog über den Einsatz neuer Technologien beteiligen. „Tatsächlich aber fristet Technik als bildungspolitisches Opfer in unseren Schulen nach wie vor ein Mauer­blüm­chendasein“, so Ungeheuer. „Die Politik muss die technische Bildung endlich flä­chen­deckend fest verankern. In allen Schulen, über alle Jahrgangsstufen hinweg. Auf einem Niveau, das deren enormer Bedeutung gerecht wird.“

Mehr qualifizierter technischer Nachwuchs notwendig

Bereits heute können viele Unternehmen freie Stellen für Ingenieure nicht besetzen. Diese Situation wird sich in den nächsten Jahren zuspitzen, denn es werden mehr Ingenieure in Rente gehen, als Hochschulabsolventen nachrücken. Der VDI-Präsident setzt hier vor allem auf die Jugend: „Wir müssen unsere Kinder, insbesondere die Mädchen, mehr für Technik und Technik-Berufe begeistern - am besten schon ganz früh, wie in unseren VDIni-Clubs. Zudem brauchen wir auch ausländische Ingenieure, egal ob sie in Deutschland oder woanders ausgebildet wurden.“

Darüber hinaus brauche Deutschland aber auch gut ausgebildete technische Fach­kräf­te. Im Ausbildungsjahr 2013/14 verzeichnete man jedoch mit nur noch rund 522.000 Ausbildungsverträgen einen historischen Tiefstand. Laut Umfragen des DIHK sind mangelnde Deutsch- und Mathematikkenntnisse das Ausbildungshemmnis Nummer eins. Ungeheuer: „Hier müssen wir schnell und massiv gegensteuern. Sonst ist unser Erfolgsmodell der dualen Berufsausbildung nicht mehr zu retten.“

Die Energiewende braucht nicht nur Spitzentechnologie, sondern auch intelligentere Ansätze für die Bürgerbeteiligung

Ingenieure beschäftigen sich mit den Lösungen für die Umsetzung der Energiewende. Deutsche Produkte sind wettbewerbsfähig. Allerdings: Um diese innovativen Tech­no­lo­gien weltweit verkaufen zu können, muss deren Leistungsfähigkeit zuvor auf unserem Heimatmarkt unter Beweis gestellt werden. Der VDI-Präsident meint: „Dazu fehlt es in Deutschland leider oft am politischen Willen. Oder an den nötigen Gesetzen. Oder an beidem.“

Unverzichtbar sei auch der Ausbau der Infrastruktur. Ohne neue Trassen, die den Windstrom von der Nordsee in die Alpen transportieren, wird es keine Energiewende geben. „Gesellschaftlich tragfähige Lösungen für Großprojekte dieser Art bekommen wir nur, wenn wir die Bevölkerung früher und effektiver als bisher in die Planung und Umsetzung einbinden. Hier hat der VDI mit seiner Richtlinie VDI 7000, einem Leitfaden für die Praxis, wichtige Pionierarbeit geleistet.“

Industrie 4.0 für deutsche Wettbewerbsfähigkeit nutzen

Die Digitalisierung und Vernetzung bietet Deutschland die historische Chance, in der Wettbewerbsfähigkeit auf die Pole Position zu gelangen. Zu den kritischen Erfolgs­fak­toren gehören die Entwicklung technischer Standards für Industrie 4.0 sowie inno­va­tive Geschäftsmodelle, die noch stärker auf individuelle Kundenwünsche zugeschnitten sind. „Zudem müssen wir das Problem der mangelnden Sicherheit von Daten lösen“, so Ungeheuer. „Ohne Datensicherheit werden Unternehmen ihre Daten nicht in einer Cloud speichern und über weltweit vernetzte Systeme austauschen. Die neu auf­ge­leg­te Platt­form Industrie 4.0 unter Führung der Bundesminister Gabriel und Wanka muss diese zentralen Themen nun entschieden anpacken.“ ... Auch heute haben wir in den Baulinks-Beiträgen noch einmal Beispiele für das Einsickern digitaler Konzepte selbst in die Baubranche:

Verdrehte Schornsteinskulptur fast 50 m hoch und mit Schiefer verkleidet
http://www.baulinks.de/webplugin/2015/0980.php4
Wohl niemand will einen Industrie-Schornstein in der Nähe seiner Woh­nung haben - zumal solche technischen Bauwerke in der Regel mit Architektur nichts zu tun haben. Ganz anders der Schieferschornstein der zentralen Ener­gieversorgung des Stadtkrankenhauses Triemli in Zürich. weiter lesen

Pavillon auf der Clerkenwell Design Week: Experimentell und wandelbar mit Equitone Linea
http://www.baulinks.de/webplugin/2015/0979.php4
Die Clerkenwell Design Week lockt jährlich bis zu 50.000 Besucher in das zentrale Londoner Viertel - dem Ort mit der höchsten Dichte an Architek­turbüros weltweit. Um einen Raum zu schaffen, der hand­werk­liche Produk­tionsformen zeigt, entwarf das ortsansässige Studio Weave für 2014 den Pavillon „Smith“ aus Faserzement. weiter lesen

Rockpanel Fassadentafeln als Leinwand für eine dreistöckige Gravur
http://www.baulinks.de/webplugin/2015/0978.php4
Rockpanel Fassadentafeln dienen als Leinwand für ein dreistöckiges Kunst­werk an der Fassade eines Neubaus der Sheffield Hallam Uni­ver­sity. Als „Heart of the Campus“ bietet er auf 7.400 m² Platz für Unter­richts-, Studien- und Gesellschaftsräume. weiter lesen

Wie vorgehängte hinterlüftete 3D-Fassaden um freie Formen ringen können
http://www.baulinks.de/webplugin/2015/0977.php4
Moderne Fassaden bewegen sich längst nicht mehr auf einer Ebene - wie u.a. auf dem Sto-Messestand während der BAU zu sehen war. So zeigte Tochter StoVentec Systeme, die einen prozesstechnisch siche­ren Umgang mit dreidimensionalen Fassadenflächen erlauben - fugenlos verputzt oder mit Naturstein bzw. Keramik belegt. weiter lesen

„ATK 601 NEU“: BWMs neue Produktgeneration für VHF-Unterkonstruktionen aus Alu
http://www.baulinks.de/webplugin/2015/0976.php4
Die Aluminium-Unterkonstruktion ATK 601 war das erste Patent von BWM, dem Hersteller für HF-Unterkonstruktionssysteme aus Leinfelden-Echter­dingen. Auf der BAU 2015 stellte das Unternehmen nun die weiterent­wi­ckel­te und auf heutige Marktbedürfnisse abgestimmte neue Produktge­neration ATK 601 NEU vor. weiter lesen

Erste Europäische Bewertung für Fassadenbefestigung per Hinterschnittanker
http://www.baulinks.de/webplugin/2015/0975.php4
Die erste Europäische Bewertung für einen Hinterschnittanker zur rück­sei­tigen Befestigung von Fassadenplatten nach neuer Bauprodukten­ver­ord­nung wurde vom Deutschen Institut für Bautechnik der Firma KEIL erteilt. Diese Zulassung gilt für die Befestigung aller Feinstein­zeug­platten nach EN 14411. weiter lesen

facade4zeroWaste: Forschungsprojekt von TU Graz und Sto bekommt Recycling Preis
http://www.baulinks.de/webplugin/2015/0974.php4
Ein Team vom Institut für Architekturtechnologie der TU Graz ent­wi­ckelt gemeinsam mit Sto im Projekt „facade4zeroWaste“ ein sortenrein trennba­res und wiederverwertbares Fassadensystem als Weiterent­wick­lung des aktuell vorherrschenden WDV-Systems. weiter lesen

Impressum | Datenschutz © 1997-2018 ARCHmatic - Alfons Oebbeke (Google+, XING, linkedin)
ANZEIGE