Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 29.1.2017

Nitratverschmutzung führt zu stark steigenden Wasserpreisen

Wenn sich die gängige Düngepraxis nicht ganz schnell ändert, könnten nach Berechnungen eines BDEW-Gutachtens (PDF-Download) erhebliche Mehrkosten auf die Verbraucher zukommen: „Trinkwasser könnte in einigen Regionen um bis zu 62 Prozent teurer wer­den. Denn die zunehmende Verschmutzung des Grundwassers erfordert eine immer kostenintensivere Trinkwasseraufbereitung. Noch kann die Politik das Ruder herum­rei­ßen. Dafür müsste sie das Düngegesetz und die Düngeverordnung so verschärfen, dass die Nitratbelastung nachhaltig reduziert wird“, stellte Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser, jüngst fest.

Wenn die bisherigen Maßnahmen der Wasserversorger nicht mehr ausreichen, wird laut Gutachten in belasteten Regionen der Einsatz einer Denitrifikationsanlage erforderlich. Die Berechnungen der Gutachter zeigen: Diese aufwendige Nitratentfernung könnte die Jahreswasserrechnung um eben bis zu 62% erhöhen. Bei den betrachteten Wasser­ver­sor­gern würde die durchschnittliche Jahresrechnung eines 3-Personen-Haushalts (6-Familienhaus) von aktuell 217 Euro auf 352 Euro steigen.

„Es kann nicht sein, dass die Verbraucher für die Sünden der industriellen Land­wirt­schaft geradestehen müssen. Seit den 1970er Jahren wird in einigen Regionen syste­ma­tisch überdüngt. Die Folgen bekommen wir jetzt zu spüren: Die Böden sind über­lastet und können kaum noch Nitrat abbauen. Die Politik muss endlich eingreifen und strenge Düngevorgaben mit wirksamen Überwachungs- und Kontrollmechanismen einführen. Der bislang erzielte Kompromiss zur Düngeverordnung enthält noch zu viele Ausnahmen und Schlupflöcher, die einen wirksamen Gewässerschutz verhindern“, so Weyand.

Der BDEW fordert, dass die in der Düngeverordnung vorgesehene Obergrenze von 170 kg Stickstoff pro Hektar Ackerfläche alle stickstoffhaltigen Düngemittel (auch Mineral­dün­ger) umfassen muss. Keinesfalls darf sie sich nur auf Wirtschaftsdünger beziehen. Auch müssten die Vorgaben insbesondere für die Stoffstrombilanz ohne Einschränkung für Agrarbetriebe aller Größen gelten und nicht nur Großbetriebe erfassen.

Das Gutachten zeigt am Beispiel von Dänemark, wie die konsequente Umsetzung der europäischen Nitrat-Richtlinie zu einer nachhaltigen Entlastung von Böden und Grund­wasser führen kann: Unter anderem durch die Einführung umfassender Melde­pflich­ten und Kontrollen für die Düngung konnten die Stickstoffüberschüsse von land­wirt­schaft­lich genutzten Flächen um 43% reduziert werden. Bei Phosphor wurde ein Rückgang um 80% erreicht.

Auch das Umweltbundesamt will in Kürze eine umfassende Analyse vorlegen, die die Kosten der Nitratbelastung für ganz Deutschland analysiert und Aussagen darüber trifft, wie sich verschiedene Rahmenbedingungen auf die Kosten auswirken. 

Baulinks-Beiträge vom 29.1.2017

Europäische Bauwirtschaft erholt sich weiter
http://www.baulinks.de/webplugin/2017/0134.php4
Die Bauleistungen in Europa sind 2016 um zwei Prozent gestiegen. Auch in den nächsten drei Jahren bis 2019 dürfte sich das jährliche Wachstum der Branche in dieser Größenordnung bewegen - zu diesem Ergebnis ist das Forschungsnetzwerk Euroconstruct gekommen. weiter lesen

Wohnimmobilienkreditrichtlinie soll geändert werden
http://www.baulinks.de/webplugin/2017/0133.php4
Im Deutschen Bundestag wurde am 26. Januar in erster Lesung das Gesetz über die Konkretisierung der Umsetzung der EU-Wohn­im­mo­bi­lienkreditrichtlinie beraten. weiter lesen

VDE-Studie fordert „Wirtschaftsinitiative Smart Living“
http://www.baulinks.de/webplugin/2017/0132.php4
Welche Produkte erfolgversprechend sind und was jetzt getan werden muss, damit „Smart Living“-Anwendungen und Dienste „Made in Ger­many“ zum Exportschlager werden, zeigt eine neue VDE-Studie mit Titel „Smart Living“. weiter lesen

„Leichte Räume“: Neues Planungshandbuch zur Gestaltungsvielfalt des Trockenbaus
http://www.baulinks.de/webplugin/2017/0131.php4
Die Trockenbauweise bietet ein nahezu unerschöpfliches Repertoire an Ge­staltungsmöglichkeiten im Innenraum. Längst sind es nicht mehr nur die konstruktiven, akustischen oder bauphysikalischen Anforderungen, die den Leichtbau in den Fokus rücken, sondern das große plastische Potenzial. weiter lesen

DAM Preis für Architektur in Deutschland 2017 geht nach Hamburg bzw. Lübeck
http://www.baulinks.de/webplugin/2017/0130.php4
Der DAM Preis geht in diesem Jahr an das Studio Andreas Heller Archi­tects & Designers aus Hamburg für das Europäische Hansemuseum in Lübeck. Den Ausschlag für die Juryentscheidung gab dem Vernehmen nach „die enorme Breite an differenzierten und langfristig wirksamen städtebaulichen Lösungen“. weiter lesen

Anmeldung zum Wienerberger Brick Award 2018 bis zum 20. April
http://www.baulinks.de/webplugin/2017/0129.php4
Im Rahmen des Wienerberger Brick Awards 2018 sollen - inzwischen zum achten Mal - die kreativsten Beispiele moderner Ziegelarchitektur ausgezeichnet werden. Wienerberger lädt deshalb ein, Projekte in Zie­gelbauweise einzureichen. Die Frist endet am 20. April 2017. weiter lesen

Impressum | Datenschutz © 1997-2018 ARCHmatic - Alfons Oebbeke (Google+, XING, linkedin)
ANZEIGE