Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 19.6.2017

„30-Hektar-Tag“

Der Flächenverbrauch für neue Siedlungen, Gewerbe und Verkehrsinfra­struktur ist zwi­schen 2011 und 2014 leicht auf 69 Hektar pro Tag gesunken; im Zeit­raum 2009 bis 2012 waren es noch 74 Hektar (siehe Baulinks-Beitrag mit BBSR-Zahlen vom 24.4.2016). Aktu­ell werden wohl jeden Tag rund 66 Hektar pro Tag für Wohnen und Verkehr ver­braucht - das entspricht etwa einer Größe von 94 Fußballfeldern. Damit liegt das Ziel der Bundesregierung, bis 2030 den täglichen Flächenverbrauch auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, immer noch in weiter Ferne. Laut 30-Hektar-Ziel wäre die ver­füg­bare Fläche für das gesamte Jahr nun aufgebraucht.  Ab sofort müssten also in Deutschland die Bagger still stehen.


Grafik aus dem Baulinks-Beitrag „Flächenverbrauch in Deutschland immer noch zu hoch“ vom 24.4.2016

Anfang 2017 wurde mit der Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung das 30-Hektar-Ziel für das Jahr 2020 auf das Jahr 2030 verschoben. Zwar soll die Inanspruchnahme zusätzlicher Flächen auf „unter 30 Hektar pro Tag“ begrenzt werden. „Die nebulöse und wenig konkrete Formulierung  ‚30-Hektar minus X‘ enttäuscht vor allem, wenn nicht klar ist, wie groß das X ist. Statt ambitionierte Ziele zu setzen und diese zu qualifizieren, verschiebt die Bundesregierung lediglich das alte, nicht erreichte Ziel um weitere zehn Jahre“, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Dass sich das Bundesumweltministerium in seinem Integrierten Umweltprogramm als Zielmarke gesetzt hat, den Flächenverbrauch bis 2030 auf 20 Hektar pro Tag zu sen­ken, sei da nur ein schwacher Trost. Es zeige, dass die Bundesregierung hier nicht in der Lage ist, mit einer Stimme zu sprechen und die Ministerien für Wirtschaft und Verkehr den Umweltschutz weiter hinten an stellen.

Tschimpke erinnert daran, dass mit steigendem Flächenverbrauch und zunehmender Versiegelung  der Boden an Fruchtbarkeit und Wasserdurchlässigkeit verliert. Zu den Folgen zählen...
  • der Verlust der Bodenfauna,
  • örtliche Überschwemmungen bei starken Regenfällen,
  • niedrige Grundwasservorräte sowie
  • städtische Wärmeinseln durch fehlende Verdunstungskälte.
Mit unbebauten Flächen und unversiegelten Böden als endliche Ressource müsse also sparsam umgegangen werden. Der benötigte Wohnraum sollte primär im Bestand durch Nachverdichtung wie den Ausbau von Dachgeschossen und das Schließen von Baulücken, Umnutzung von Gewerbegebäuden sowie intelligente Nutzungskonzepte erfolgen.

Das 30-Hektar-Ziel und eine flächensparende Siedlungsentwicklung wurden nicht zu­letzt durch die Neufassung des Baugesetzbuchs konterkariert, indem für Woh­nungs­bau auf landwirtschaftlichen und unbebauten Flächen am Ortsrand erhebliche Aus­nah­me­regelungen und Erleichterungen geschaffen wurden. Durch die Einbeziehung von Außen­bereichsflächen in das beschleunigte Bebauungsplanverfahren kann nunmehr generell auf eine Prüfung der Umweltauswirkungen der geplanten Bebauung sowie auf Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in Natur und Landschaft verzichtet werden.

„Diese Ausnahmeregelungen gelten zwar nur bis Ende des Jahres 2019, entfalten aber eine verheerende Signalwirkung und sind ein Schlag ins Gesicht aller, die sich für eine flächensparende und nachhaltige Siedlungsentwicklung einsetzen“, schimpft Tschimp­ke. Obwohl der Flächenverbrauch von etwa 120 Hektar pro Tag um die Jahr­tau­send­wende mittlerweile nahezu halbiert wurde, seien zusätzliche Anstrengungen un­ver­zicht­bar, um den Flächenverbrauch möglichst gering zu halten. Langfristig müsse eine Flächenkreislaufwirtschaft angestrebt werden, deren Netto-Flächenverbrauch Null betrage. Das Bundesumweltministerium nennt hierfür das Jahr 2050.

„Notwendig sind aber kurzfristigere und vor allem auch kleinräumliche Flächensparziele der Länder und Kommunen“, meint Siedlungsentwicklungsexperte Henry Wilke. Dabei dürfe das Bauen am Ortsrand nach wie vor nur die absolute Ausnahme sein. Die dop­pel­te Innenentwicklung, also das Bauen im Bestand, sowie die Sicherung und Auf­wer­tung von innerstädtischen Grünflächen, müsse sich zum Regelfall entwickeln.

Baulinks-Beiträge vom 19.6.2017

Meltems Sonderlösung für Vermieter: Lüftungsgeräte mit ohne Netzschalter
http://www.baulinks.de/webplugin/2017/0933.php4
Meltem bietet der Wohnungswirtschaft jetzt dezentrale Lüftungsgeräte aus der M-WRG-Reihe an, die mit der Sonderlösung „Netzschalter ohne Funkti­on“ (M-WRG O/NOF) ausgestattet sind. In dieser Variante lässt sich das Gerät nicht direkt vom Nutzer abschalten. weiter lesen

Smart Comfort: Lunos' neue Lüftungs-Steuerung ermöglicht feuchtegeführte Automatik
http://www.baulinks.de/webplugin/2017/0932.php4
Nach UNI-FT und TAC hat Lunos eine neue Steuerung auf den Markt ge­bracht: Neben einem manuellen Betrieb mit vier Lüftungsstufen ermög­lichen integrierte Feuchte- und Temperatursensoren auch einen feuchtege­führten Automatikbetrieb. weiter lesen

Neues sensorenbestücktes und vernetzbares dezentrales Lüftungsgerät von getAir
http://www.baulinks.de/webplugin/2017/0931.php4
getAir hat sein neues dezentrales Lüftungsgerät SmartFan S erstmals auf der ISH 2017 dem Fachpublikum präsentiert. Es verfügt über diver­se Sensoren, welche neben der Außen- und Innentemperatur auch die Luftfeuchtigkeit detektieren. weiter lesen

Wie getAir das SmartFan L Plus zu seinem leisesten dezentralen Lüftungsgerät macht
http://www.baulinks.de/webplugin/2017/0930.php4
Mit dem SmartFan L Plus hat die SmartFan-Serie von getAir leisen Zu­wachs bekommen. Das neue dezentrale Lüftungsgerät ist die schall­op­ti­mierte Weiterentwicklung des SmartFan L. Der Hersteller weist das Ge­rät mit einer Normschallpegeldifferenz von 60 dB aus. weiter lesen

Dezentrale Ein- und Zweiraum-Lüftung von Dimplex mit Enthalpie-Wärmetauscher und Heizregister
http://www.baulinks.de/webplugin/2017/0929.php4
Bei der neuen WRG-Lüftungsgerätefamilie DL 50 W2 setzt Dimplex auf die dezentrale Lüftung. Zur Wärmerückgewinnung ist ein Enthalpie-Wär­metau­scher verbaut, und das vom Passivhaus-Institut zertifizierte Modell DL 50 WH2 verfügt über ein Heizregister. weiter lesen

Dezentrale WRG-Lüftung à la Stiebel Eltron und Tecalor auch für quadratische Wanddurchbrüche
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Stiebel Eltron und Tecalor haben in Frankfurt für ihren jeweiligen Kun­denkreis baugleiche Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung (WRG) vor­gestellt, die für den Pendelbetrieb in Kombination mit einem Schwestergerät konzipiert sind. weiter lesen

Viessmann lüftet Räume und Wohnungen auch dezentral - mit Gerätepärchen im Wechselbetrieb
http://www.baulinks.de/webplugin/2017/0927.php4
Für die dezentrale Lüftung von einzelnen Räumen, Teilen einer Woh­nung (Lüftungszonen) oder ganzen Wohnungen hat Viessmann das WRG-Woh­nungslüftungsgerät Vitovent 100-D vorgestellt. Dank inte­griertem Wärme­tauscher sollen bis zu 91 Prozent der Wärme zurück­gewonnen werden kön­nen. weiter lesen

Schräder kann nicht nur Abgastechnologie, sondern auch dezentrale Lüftung
http://www.baulinks.de/webplugin/2017/0926.php4
Schräder zeigte sich sehr umtriebig im Bereich Lüftung. So hat der Ab­gasspezialist nicht nur einen Lüftungsschacht vorgestellt, sondern mit dem AIR DL 50 auch ein dezentrales WRG-Lüftungsgerät. weiter lesen

Vallox B44 - dezentrale Lüftung über die Fensterlaibung
http://www.baulinks.de/webplugin/2017/0925.php4
Mit dem Laibungsmodul B44 bietet Vallox eine alternative Form der En­tlüf­tung über die Fensterlaibung an. Aufgrund seines  symmetrischen Aufbaus kann es links oder rechts neben einem Fenster eingebaut wer­den. weiter lesen

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