Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 14.10.2019

Erstmals eine Frau: Konrad-Zuse-Medaille für Dorothea Wagner

Die Forschung von Dorothea Wagner zur automatisierten Routenplanung findet täglich weltweit Anwendung. Mehr als 250 Arbeiten über Themen der Algorithmik hat die Informatikerin vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zudem bislang verfasst. Die Professorin verbindet theoretische und praktische Ansätze, u.a. um Ener­gie­sys­teme zu optimieren. Die nun auf ihrer Jahrestagung durch die Gesellschaft für Infor­ma­tik (GI) verliehene Konrad-Zuse-Medaille würdigt Dorothea Wagner als „über­ra­gen­de Wissenschaftlerin, deren Beiträge zur Informatikforschung zur Weltspitze gehören“.


GI-Präsident Hannes Federrath überreicht Dorothea Wagner die Konrad-Zuse-Medaille.
(Foto © Wefers, Uni Kassel)

Routenplanung, Fahrplanauskunft, Stromnetz,...

Dorothea Wagner war und ist ihrer Zeit voraus: „Als ich vor 20 Jahren mit der For­schung zur Routenplanung und automatisierten Fahrplanauskunft begann, war es noch völlig fraglich, wann diese Möglichkeiten einmal genutzt werden würden“, sagt sie. Heute gehören sie weltweit zum Alltag. Aktuell beschäftigt sich die Wissenschaftlerin des KIT mit der Frage, wie Algorithmen für die effiziente Steuerung von Stromnetzen zum Erfolg der Energiewende beitragen können. Die Stromerzeugung aus er­neuer­ba­rer Energie wird zunehmend dezentral, und die Einspeisungen schwanken je nach Sonneneinstrahlung und Windstärke. Informatikmethoden sollen helfen, das vor­han­de­ne Stromnetz angesichts dieser Herausforderungen mit wenig Aufwand auszubauen und besser zu nutzen - „die Einsatzfähigkeit unserer Methoden ist aber noch Zu­kunfts­musik“, sagt die Forscherin.

erste Frau

Dass durch ihre Ehrung erstmals eine Frau mit der seit 1987 alle zwei Jahre verge­be­nen Konrad-Zuse-Medaille ausgezeichnet wird, hält die Wissenschaftlerin für ein wichtiges Signal. „Trotz aller Anstrengungen ist es leider noch nicht gelungen, den Frauen­an­teil im Informatikstudium deutlich zu erhöhen, er liegt in der Regel unter 20 Pro­zent“, so Wagner. Sie selbst wählte Informatik als Nebenfach ihres 1976 begon­ne­nen Mathematikstudiums. An deutschen Universitäten begann sich die Informatik damals gerade erst zu etablieren. „Für alle, die sich in dem Fach bewegen, war immer klar, dass das Potenzial der Informatik wächst“, sagt die Wissenschaftlerin, die an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen promoviert wurde und sich an der TU Berlin mit einem Informatikthema habilitierte. Seit 2003 lehrt und forscht die Professorin in Karlsruhe und setzt sich neben ihrer Tätigkeit am KIT in zahlreichen Gremien und Wissenschaftsinstitutionen für die Belange der Informatik ein.

Ihre wissenschaftliche Exzellenz „geht Hand in Hand mit einem beispielhaften ehren­amt­li­chen Engagement für die Informatik und die Wissenschaft“, heisst es in der Begründung der GI zur Verleihung der Konrad-Zuse-Medaille. Frau Wagner machte sich für die Internationalisierung des Faches stark und erhielt 2018 für ihre Verdienste um die internationale wissenschaftliche Kooperation die Werner-Heisenberg-Medaille der Alexander-von-Humboldt-Stiftung. Im Chinesisch-Deutschen Zentrum für Wissens­för­de­rung Peking der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) engagierte sich die Informatikerin für die wissenschaftliche Zusammenarbeit der beiden Länder. „Wis­sen­schaft ist international, es hat mich von Anfang an interessiert, mich über mein eige­nes Fach hinaus im Wissenschaftssystem einzubringen“, sagt Wagner, die von 2007 bis 2014 Vizepräsidentin der DFG war. Seit 2015 ist sie Mitglied - und seit 2019 stell­ver­tre­ten­de Vorsitzende der wissenschaftlichen Kommission - des Wissen­schafts­rats, der Bund und Länder zu Themen von Wissenschaft und Forschung berät. 2016 wurde sie in die acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften gewählt.

Zu den zahlreichen Ehrungen der Informatikerin gehört der Google Focused Research Award, den sie 2012 gemeinsam mit ihrem Informatik-Kollegen am KIT Professor Peter Sanders und der Professorin Hannah Bast von der Universität Freiburg erhielt.

Zur Erinnerung: Die Konrad-Zuse-Medaille der GI gilt als bedeutendste Ausz­eich­nun­gen für Informatik in Deutschland. Erhalten haben sie u.a. auch Prof. Dr.-Ing. Casimir Katz (SOFiSTiK-Mitgründer), Prof. Dr.-Ing. Joaquin Diaz (u.a. BVBS-Vor­stands­vor­sit­zen­der), Prof. Dr.-Ing. Raimar Scherer (für BIM-Forschung), Prof. Dr. rer. nat. Ernst Rank und Prof. Dipl.-Ing. Georg Nemetschek (das war 1997 - da sind wir gerade erst online gegangen).

Baulinks-Beiträge vom 14. Oktober 2019

Fachbroschüre „Knotenverbindungen für Betonfertigteile - Hinweise für Bemessung und Konstruktion“
https://www.baulinks.de/bausoftware/2019/0099.php4
Die neue Ausgabe der FDB-Broschüre „Knotenverbindungen für Beton­fer­tig­teile - Hinweise zur Bemessung und Konstruktion“ ersetzt die gleich­na­mige Broschüre aus dem Jahr 2011, die sich als Standardwerk für das Bauen mit Betonfertigteilen etabliert hat. weiter lesen

Erste vollintegrierte 4D BIM-Software für den Brückenbau von Allplan
https://www.baulinks.de/bausoftware/2019/0098.php4
Allplan Bridge 2020 dient der parametrischen Modellierung, statischen Berechnung und Konstruktion von Brücken und ist jetzt verfügbar. Die Software ist in der Lage, das statische Modell automatisch aus dem geometrischen Modell abzuleiten und bei Planungsänderungen auto­ma­tisch anzupassen. weiter lesen

Neue Versionen der Dlubal-Statikprogramme RFEM und RSTAB
https://www.baulinks.de/bausoftware/2019/0097.php4
Dlubal hat seine Finite-Elemente-Software RFEM und sein Stab­werks­pro­gramm RSTAB sowie die dazugehörigen Module upgedatet. U.a. wird bei Strukturänderungen von Membranen eine automatische vorläufige Form­fin­dung ausgelöst. weiter lesen

SWOOD für vielfältige Anwendungen im Holzbau ... incl. dem Export von Abbund-Daten
https://www.baulinks.de/bausoftware/2019/0096.php4
DPS Software hat ein neu entwickeltes SWOOD-Modul für Balken­kon­struk­tionen vorgestellt. Darüber hinaus wurden SWOOD Design und SWOOD CAM upgedatet. weiter lesen

Version 19 des BKI Energieplaners erschienen
https://www.baulinks.de/bausoftware/2019/0095.php4
Das Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern (BKI) hat die Version 19 des BKI-Energieplaners fertiggestellt. Die neue Version berücksichtigt auch Anforderungen gemäß EnEV, EEWärmeG und KfW. weiter lesen

Vergabe in Mecklenburg-Vorpommern ab 2020 durchgängig digital auf Basis von iTWO e-Vergabe public
https://www.baulinks.de/bausoftware/2019/0094.php4
Die staatliche Hochbau- und Liegenschaftsverwaltung von Mecklenburg-Vorpommern will ab 2020 sämtliche Vergabeverfahren mit einem Volu­men von >10.000 Euro vollständig elektronisch abwickeln. weiter lesen

„BIM contracts“: Effiziente Zahlungsprozesse für die Baubranche
https://www.baulinks.de/bausoftware/2019/0093.php4
Im Rahmen des neuen Verbundprojektes „BIM contracts“ soll ein auto­ma­ti­sches Zahlungsmanagement für die Baubranche entwickelt werden - und zwar auf Basis digitaler Bauwerksmodelle und der Blockchain-Technologie in Verbindung mit Smart Contracts. weiter lesen

Datenmanagement in der Bauwirtschaft durch Künstliche Intelligenz (KI)
https://www.baulinks.de/bausoftware/2019/0092.php4
Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat mit Erfolg am BMWi-Innovationswettbewerb zur Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Bauwirtschaft teil­ge­nom­men. Gefördert wird u.a. das For­schungs­pro­jekt Smart Design and Construction (SDaC). weiter lesen

Making of: 60 Jahre Veenhuis Generalbau ... und wie Software davon profitiert
https://www.baulinks.de/bausoftware/2019/0091.php4
Im September 2019 feierte die H. Veenhuis Generalbau GmbH & Co.KG ihr 60-jähriges Firmenjubiläum. Zu den Gesellschaftern des Unter­neh­mens zählt auch Wilhelm Veenhuis, Geschäftsführer der MWM Software & Beratung GmbH. weiter lesen

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