Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 13.1.2020

Möbelindustrie erwartet 2020 leichtes Plus

Auch vor zehn Jahren stand die deutsche Möbelindustrie am Beginn eines neuen Jahr­zehnts - aber auch am Ende einer großen wirtschaftlichen Krise, die der Möbelindustrie einige Verwerfungen gebracht hat. Ende 2009 erwirtschaftete die Branche einen Umsatz von 15,4 Mrd. Euro und damit rund zwei Mrd. oder 12% weniger als noch ein Jahr zuvor. Die Möbelindustrie hatte 540 Betriebe und zählte 90.000 Beschäftigte. Jetzt, zehn Jahr weiter, sind es...
  • 17,7 Mrd. Euro Umsatz
  • in 477 Betrieben und
  • mit 85.000 Beschäftigen.
Die 2010er Jahre waren zwar kein goldenes Jahrzehnt, aber eines, in dem sich die Branche einerseits deutlich konsolidiert hat, im internationalen Wettbewerb aber andererseits durchaus an Boden gewonnen hat. Heute erwirtschaften die Unternehmen mit insgesamt größeren und damit wohl auch moderneren Einheiten einen um 2,3 Mrd. Euro höheren Umsatz. Auch wenn es oft nicht so wahrgenommen wird, so geht es der Möbelindustrie in Deutschland nach wie vor mehrheitlich gut, und die Unternehmen sind deutlich professioneller und zukunfts­siche­rer aufgestellt als eben noch vor 10 Jahren.

Kaufabsichten 2020

Der Blick in die nahe Zukunft zeigt, dass die Deutschen durchaus Lust auf das Thema Wohnen und Einrichten verspüren. Der Verband der Deutschen Möbelindustrie hat hierzu kurz vor Weihnachten 2019 eine repräsentative Befragung mit dem Markt­for­schungs­institut TNS Kantar in Deutschland durchgeführt. Die wichtigsten Ergebnisse sind:
  • Immerhin knapp ein Viertel aller Deutschen - und damit knapp 19 Mio. Men­schen in 9,3 Mio. Haushalten - planen 2020 die Anschaffung neuer Möbel. Die durchschnittliche Ausgabenbereitschaft 2020 für Möbel beträgt 2.581 Euro pro Haushalt.
  • Gerade bei jungen Leuten ist die Lust auf neue Möbel besonders spürbar: So planen 40,5% der Bevölkerung zwischen 14 und 29 Jahren neue Möbel zu kaufen. Auch 31,5% der 30 bis 39-jährigen Bevölkerung planen einen Neukauf. Von den über 60-jährigen planen dies nur 12,5%.

Nachfrage im In- und Ausland

Die Möbelindustrie geht vor diesem Hintergrund mit realistischem Optimismus in das neue Jahrzehnt und geht für 2020 von einem leichten Umsatzplus von rund einem Prozent aus. Im Inland müsse dazu mit aller Kraft das Thema „Made in Germany“ in den Vordergrund gerückt werden. Dabei müssten die Themen Nachhaltigkeit, Klima­ver­träg­lich­keit und der Trend zur Regionalität stärker gespielt werden.

Die aktuelle Entwicklung der Auslandsmärkte stimmt die Hersteller ebenfalls positiv. In den ersten zehn Monaten 2019 gingen 32,8% der in Deutschland produzierten Möbel direkt ins Ausland. Dies sei die höchste jemals gemessene Exportquote. Um die Jahr­tau­send­wende betrug sie noch vergleichsweise magere 16,3%.

Insgesamt stiegen die Ausfuhren der Hersteller im Jahresverlauf 2019 um 2,1%. Die meisten großen außereuropäischen Märkte liegen derzeit im Plus. Allein die Möbel­aus­fuh­ren in die USA konnten von Januar bis Oktober 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 15,1% gesteigert werden. Der Absatz deutscher Möbel in Russland erhöhte sich nach längerer Schwächephase 2019 das dritte Jahr in Folge um aktuell 18,8%. Andere wichtige Wachstumsmärkte wie Japan, Kanada und Südkorea profitieren von den jüngsten Freihandelsabkommen mit der EU und wiesen ebenfalls positive Vorzeichen auf. Lediglich China als Wachstumsmarkt der vergangenen Jahre fiel im vergangenen Jahr um 22,3% zurück. Durch die Handelsbeschränkungen in den USA verbleibe mehr Ware im Inland. Allerdings würden dadurch auf der anderen Seite neue Möglichkeiten in den USA eröffnet.

Auch innerhalb der EU zog die Möbelnachfrage in 2019 im Vergleich zu 2018 deutlich an. Frankreich konnte sich als wichtigster Absatzmarkt für Möbel „Made in Germany“ behaupten, die deutschen Möbelausfuhren legten um 6,8% zu. Auch andere euro­päi­sche Märkte wie die Schweiz, Belgien, Polen, Italien und Schweden entwickelten sich positiv. Bremsspuren erzeugt hingegen vor allem der Brexit: Die deutschen Möbel­ex­por­te über den Ärmelkanal reduzierten sich das dritte Jahr in Folge um aktuell 3,2% auf jetzt knapp 700 Mio. Euro. Damit belegt UK aber immer noch Platz fünf im Ranking der wichtigsten Exportmärkte.

Dennoch bleibt der heimische Markt mit zwei von drei abgesetzten Möbeln auch im Jahr 2020 der mit Abstand wichtigste Markt für die deutschen Möbelhersteller.

Branchenstatistik 2019 nach Segmenten

Das Jahr 2019 bescherte der deutschen Möbelindustrie eine Seitwärtsbewegung und wird mit einem geringfügigen Umsatzminus in Höhe von rund einem halben Prozent abschließen. Nach zehn Monaten - also bis einschließlich Ende Oktober - weist die Branchenstatistik nun ein leicht negatives Ergebnis von 0,4% mit einem Gesamt­um­satz von knapp 14,9 Mrd. Euro aus. Für das Gesamtjahr 2019 rechnen Verbands­ver­treter mit einem Umsatz von rund 18 Mrd. Euro.

Deutlich zulegen konnten erneut die Küchenhersteller mit einem Umsatzanstieg von 2,8% auf über 4,2 Mrd. Euro bis einschließlich Oktober. Dieser Effekt ist vor allem auf die sehr gute Auslandsnachfrage mit einem Plus von 5,9% im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Der Inlandsmarkt entwickelte sich mit einem Plus von 0,7%. Aufgrund des branchenintern gemessenen Auftragseingangs von plus 5,1% bis Ende Oktober wird auch das Gesamtjahr 2019 entsprechend positiv abschließen.

Das Segment der Büro-, Laden- und Objektmöbel erzielte nach amtlichen Angaben bei einem Plus von 0,7% einen Umsatz von knapp 3,5 Mrd. Euro.

Bei Matratzen schlug ein Umsatzminus von 2,3% auf rund 640 Mio. Euro zu Buche.

Für die Polstermöbelindustrie weist die amtliche Statistik, die ausschließlich die Entwicklung an den deutschen Produktionsstandorten erfasst, einen Umsatzrückgang um 0,5% auf rund 760 Mio. Euro aus. Unternehmen mit eigenen Produktionsstätten im Ausland verzeichneten hingegen einen Anstieg des Auftragseingangs bis Ende Oktober um rund 4%.

Das statistisch ausgewiesene Segment der "sonstigen Möbel" zeigt ein Umsatzminus von 2,9% auf knapp 5,8 Mrd. Euro. Dieses größte Teilsegment der Branche umfasst in der amtlichen Auswertung nicht nur Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel, sondern auch Kleinmöbel, nicht gepolsterte Sitzmöbel und Möbelteile.

Baulinks-Beiträge vom 12. Januar 2020

Anhörung zur Digitalisierung des Bauwesens am 15. Januar 2020
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Die Digitalisierung im Baubereich beschäftigt den Bau-Ausschuss des Bundestages am 15. Januar 2020. Konkret befassen sich die Abge­or­dneten mit der Vorlage „Digitalisierung des Planens und Bauens“ sowie mit einem Antrag „Update für den Wohnungsbau“. weiter lesen

VHV-Bautage auf Deutschlandtournee
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Gemeinsam mit Verbänden der Bauwirtschaft veranstaltet VHV Versi­che­run­gen auch in diesem Jahr die kostenfreien VHV-Bautage und lädt dazu Bauunternehmen, Bauhandwerker, Architekten und Bauingenieure ein. weiter lesen

Seminarprogramm 2020 der Bernhard Remmers Akademie erschienen
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Mit seinem „Wissenskompass“ wendet sich die Bernhard Remmers Aka­demie (BRA) Jahr für Jahr an Bauprofis. Das diesjährige Seminar­pro­gramm beinhaltet aber nicht nur bewährte „Klassiker“, sondern auch einige neue Themenfelder. weiter lesen

MeisterWerke steigt ins Objektgeschäft ein
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Die MeisterWerke Schulte GmbH hat für sich das Geschäftsfeld „Objek­te“ ent­deckt. Die Geschäftsführung hat Dirk Steinmeier die Verant­wor­tung für den Aufbau des neuen Bereiches übertragen. weiter lesen

2020er Hauptkatalog lux&lumen von Glamox verfügbar
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Inspiration, Information, Beleuchtung: Zum Start ins neue Jahr ist der Gesamtkatalog lux&lumen 2020 des norwegischen Leuchtenherstellers Glamox erschienen. Die neue Ausgabe ist wieder eine Kombination aus Produktleitfaden und inspirierendem Magazin. weiter lesen

Stiebel Eltron beteiligt sich an Zimmermann Lüftungs- und Wärmesysteme
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Stiebel Eltron wird vorbehaltlich ausstehender Genehmigungen neuer Mehrheitsanteilseigner der Zimmermann Lüftungs- und Wärmesysteme GmbH & Co. KG, die im Heizungsmarkt mit den Marken „Proxon“ und „Atarus“ präsent ist. weiter lesen

Wechsel in der Essertec-Geschäftsführung
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Winfried Traub, Geschäftsführer der Soprema GmbH, stieg zum 19.12.2019 auch in die Essertec Geschäftsführung ein. Der 56-Jährige ver­ant­wortet als Nachfolger von Karla Schröder die operative Geschäfts­füh­rung von Essertec gemeinsam mit Philippe Fritzinger. weiter lesen

Baufluencer-Forum: Nur noch wenige Plätze für Unternehmen
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Am 19. Februar ist es soweit: dann findet das erste Baufluencer-Forum in Berlin im Rahmen der bautec 2020 statt. Bereits im Vorfeld erhielt/erhält das neue Veranstaltungsformat eine durchweg positive Resonanz. weiter lesen

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