Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 30.07.2020

Die vier größten Irrtümer bei der Mülltrennung

Noch immer existieren in der Bevölkerung eine Menge Vor­ur­teile und Irrtümer über das deutsche Recyclingsystem. Darun­ter leidet die Mülltrennung, wodurch den Wertstoffkreisläufen wichtige Rohstoffe verloren gehen. Die dualen Systeme will dies zum Anlass nehmen, um mit ihrer Kampagne „Müll­tren­nung wirkt“ aufzuklären und mit den wichtigsten Irrtümern aufzuräumen. Demnach soll sich sehr wohl eine richtige Müll­tren­nung entgegen vieler Vorurteile sehr deutlich und unmit­tel­bar positiv auf die Umwelt auswirken:
  • Private Haushalte könnten mit einer korrekten Abfall­ent­sor­gung jährlich bundesweit sogar rund 3,1 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente einsparen.
  • Getrennte Abfälle würden darüber hinaus nicht, wie oft fälschlich angenommen, später wieder zusammengekippt.
  • Und schließlich gehörten in den Gelben Sack und die Gelbe Tonne weit mehr als ausschließlich Kunststoffverpackungen.
Axel Subklew, Sprecher der Kampagne „Mülltrennung wirkt“: „Mülltrennung wirkt - und das viel nachhaltiger, als viele glauben. Ein Blick in die Gelben Säcke und Tonnen in Deutschland zeigt, dass Irrtümer zum Thema Mülltrennung immer noch weit verbreitet sind. Von den in Deutschland jährlich rund 2,6 Millionen Tonnen über die Gelben Säcke und Tonnen gesammelten Materialien sind etwa 70 Prozent Verpackungen und durch­schnitt­lich 30 Prozent nicht richtig entsorgter Restmüll. In manchen Gebieten liegt diese Quote sogar bei bis zu 60 Prozent. Schuld daran sind oft Mythen, an die viele glauben, die aber keine Grundlage haben.“ (kleiner Querverweis an dieser Stelle: siehe auch gestriges Editorial „Restmüll inerhalb von 35 Jahren fast halbiert“)

Irrtum 1: Es ist egal, ob Müll getrennt wird - Mülltrennung hat keine positive Auswirkung auf die Umwelt.

Richtig ist laut der Kampagne „Mülltrennung wirkt“: Mit richtiger Mülltrennung kann jeder mit wenig Aufwand einen wichtigen Beitrag für die Umwelt und den Klimaschutz leisten, weil er wertvolle Ressourcen wieder dem Wertstoffkreislauf zuführt. Das Öko-Institut in Freiburg hat berechnet, dass durch das Recycling von Leichtverpackungen aus dem Gelben Sack und der Gelben Tonne, von Verpackungen aus Glas sowie aus Papier, Pappe und Karton in Deutschland jährlich rund 3,1 Mio. t CO2-Äquivalente eingespart werden. Das entspricht den Emissionen einer Stadt in der Größe von Bonn im gleichen Zeitraum:
  • Jede Tonne Recyclingkunststoff, die anstelle von neu produziertem Kunststoff zum Einsatz kommt, vermeidet zwischen 1,5 und 3,2 t klima­re­le­van­ter Treibhausgase.
  • Die Produktion von Recyclingpapier verbraucht nur ein Drittel der Energie und etwa ein Fünftel des Wassers, das für die Produktion von Frischfaserpapier benö­tigt wird.
  • Und der Einsatz von recyceltem Aluminium verbraucht nur fünf Prozent der Energie, die zur Herstellung von Primäraluminium notwendig ist.

Irrtum 2: Gesammelte Verpackungsabfälle und Restmüll werden zusammen verbrannt.

Richtig ist laut der Kampagne „Mülltrennung wirkt“: Verpackungsabfälle aus dem Gelben Sack und der Gelben Tonne gelangen in einen Wertstoffkreislauf und werden zum größten Teil wieder zur Herstellung neuer Produkte verwendet. Hierzu bringen die Entsorgungsunternehmen sie zunächst vollständig in Abfallsortieranlagen, die in Deutschland flächendeckend vorhanden sind. Dort werden sie nach Materialien sortiert, Restmüll und nicht Verwertbares aussortiert und alle dafür verwertbaren Abfälle dann dem Recycling zugeführt. Das 2019 in Kraft getretene Verpackungsgesetz verpflichtet die dualen Systeme dazu, dass aktuell mindestens ...
  • 80% aller Glas-, Weißblech- und Aluminiumverpackungen,
  • 85% aller Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton und
  • rund 60 Prozent aller Kunststoffverpackungen
... aus dem Gelben Sack und der Gelben Tonne recycelt werden. Je besser die Haus­hal­te trennen, desto mehr Wertstoffe aus Verpackungsabfällen bleiben diesem Kreislauf erhalten:
  • Verpackungsmüll, der in der Restmülltonne eingeworfen wird, wird tatsächlich verbrannt und geht dem Rohstoffkreislauf unwiederbringlich verloren.
  • Restmüll, der wiederum falsch in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack gelangt, erschwert den Sortierprozess erheblich und kann das Recycling unmöglich machen.

Irrtum 3: Verschiedenfarbige Glasscherben werden wieder zusammengekippt.

Richtig ist laut der Kampagne „Mülltrennung wirkt“: Das Zusammenkippen getrennter Glasscherben würde zu Verunreinigungen führen, die ein Recycling erschweren. Gemäß Verpackungsgesetz müssen die dualen Systeme aktuell mindestens 80% aller (Ein­weg-)Glasverpackungen recyceln und das ist nur mit korrekt getrenntem Glas möglich. Befindet sich zum Beispiel ein braunes Glas zwischen Weißglas, verfärbt sich beim Einschmelzen das gesamte Weißglas. Um einen Beitrag zum Klima- und Res­sour­cen­schutz zu leisten, ist es deshalb wichtig, Verpackungen aus Glas kor­rekt zu trennen. Mit weiterem positiven Effekt für die Umwelt: Denn der Einsatz von Recyclingglas spart Energie und Ressourcen. Allein 10% Scherbeneinsatz reduzieren die Schmelzenergie um 3% und die CO2-Emissionen um 3,6%. Jede Glasflasche besteht zu ca. 60% aus Alt-Scherben, bei grünen Gläsern sind es sogar bis zu 90%.

Nicht zuordenbare Farben, wie beispielsweise Verpackungen aus blauem Glas, gehören im Übrigen in das Grünglas, das als Mischfarbe die meisten Unreinheiten verträgt.

Irrtum 4: In den Gelben Sack und die Gelbe Tonne gehört nur Plastik.

Richtig ist laut der Kampagne „Mülltrennung wirkt“: In den Gelben Sack und die Gelbe Tonne gehören neben Kunststoffverpackungen auch alle Verpackungen aus...
  • Weißblech,
  • Aluminium und
  • Verbundmaterialien wie Getränkekartons.
Sie sollten dabei vollständig entleert sein, damit die Materialien im Sortierprozess sauber voneinander getrennt werden können. Ein Ausspülen der Verpackungen ist nicht erforderlich, da im anschließenden Verwertungsprozess ohnehin eine indus­tri­elle Reinigung erfolgt.

Und wichtig: Alle Gegenstände aus Kunststoff oder Metall, die keine Verpackung sind, wie Kinderspielzeug oder Zahnbürsten, gehören in die Restmülltonne oder können in einem Wertstoffhof abgegeben werden.

Baulinks-Beiträge vom 28. Juli 2020

R+T 2021 auf 2022 verschoben
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Wohnungsbestand Ende 2019: 42,5 Mio. Wohnungen und durchschnittlich 91,9 m² groß
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In Tübingen überzeugte die freundliche Farbigkeit der akustisch wirksamen Lighting Pads von Nimbus
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Wie LED-Hinterleuchtung in Lübeck historische Deckenverglasung erstrahlen lässt
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Ein besonderes Highlight im Bürgerschaftssaal des mittelalterlichen Lübecker Rathauses ist die Deckenverglasung aus großen Blei­glas­ele­men­ten. Diese wurde jetzt im Rahmen einer Gebäudesanierung aus­ge­baut, aufgearbeitet und mit LED-Lichttechnik hinterleuchtet. weiter lesen

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