Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 02.09.2022

Interhyp-Umfrage zum Klimaschutz: „vor allem Kosten sparen“

Nachhaltige Finanzprodukte, Treibhausgasneutralität im Gebäudesektor und EU-Taxonomie: Das Thema Klimaschutz im Immobilien- und Finanzsektor wird in den Medien immer präsenter. Aber was denken die deutschen Bürgerinnen und Bürger? Eine aktuelle Interhyp-Umfrage kommt zu dem Schluss: „Zwischen der öffentlichen und der veröffentlichten Meinung liegt ein messbarer Unterschied: Das Wissen um nachhaltige Finanzprodukte ist ausbaufähig und die Motivation zu klimafreundlichen Modernisierungen ist aktuell vorwiegend kostengetrieben“, konstatiert Jörg Utecht, CEO der Interhyp Gruppe. „Dennoch haben die Menschen in Deutschland auch beim Wohnen und bei der Immobilienfinanzierung die Zeichen der Zeit erkannt: Nun liegt es auch an uns, die richtigen Angebote zu erarbeiten und vor allem Informationen transparent und verständlich weiterzugeben.“ Interhyp hat im Juli eine repräsentative Umfrage mit 2079 Personen durchführen lassen.

Finanzdienstleister sollen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten

Die Europäische Union hat beim Klimaschutz große Ziele: Um bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen, haben sich Politiker bereits 2019 in Brüssel auf den „Green Deal“ geeinigt. Ein Teil der Maßnahmen zur Erreichung der ambitionierten Klimaziele beschäftigt sich auch mit dem Immobiliensektor bzw. mit der Immobilienfinanzierung. Hier werden von allen Seiten große Anstrengungen nötig sein, um den nächsten Schritt „Fitfor55“ bis 2030 zu erreichen. Dieser fordert eine Verringerung der Treibhausgasemissionen um 55% gegenüber 1990. „Die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes sind seit Langem für den Klimaschutz sensibilisiert und fordern nun auch uns in der Finanzbranche auf, unseren Teil dazu beizutragen“, betont der Vorstandsvorsitzende der Interhyp Gruppe Jörg Utecht. „Mehr als die Hälfte (57%) sind der Meinung, dass Finanzdienstleister wie Kreditvermittler, Banken oder Sparkassen einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten müssen.“ Die Anforderungen der Deutschen an die Finanzbranche sind vielfältig:
  • nachhaltige Geschäftsprozesse (25%),
  • bessere Kreditkonditionen für energieeffiziente Immobilien (25%), wie sie bereits von einzelnen deutschen Banken angeboten werden,
  • grüne Anlagemöglichkeiten (22 %) oder
  • Spenden für nachhaltige Projekte (18%).

1. Webinar zum Thema energetische Sanierung am 8.9.

Einige verlieren dabei den Überblick bei den vielen unterschiedlichen Maßnahmenpaketen der Politik: „Den Green Deal der Europäischen Kommission, der 2019 medienwirksam auf den Weg gebracht worden ist, kennt nicht einmal ein Drittel der Befragten“, stellt Herr Utecht fest. „Aufklären, übersetzen und Klarheit schaffen, ist ein wichtiges Ziel zukünftiger Informationskampagnen.“ Interhyp will vor diesem Hintergrund am 8. September das erste Webinar zum Thema energetische Sanierungfür seine Kundinnen und Kunden anbieten.

Kenntnis der eigenen Energieeffizienzklasse hilfreich

Auch hinsichtlich der eigenen Immobilie fehlt es vielen Menschen in Deutschland noch an ausreichendem Wissen: Drei Viertel der Befragten (76%) kennen die exakte Energieeffizienzklasse (EEK) ihrer Wohnung oder ihres Hauses nicht. Differenziert man zwischen Eigentümern und Mietern, so wissen immerhin noch 65% der Haus- oder Wohnungsbesitzer nicht, wie viel Energie ihre Immobilie verbraucht - bei den Mieterinnen und Mietern sind es fast 90 Prozent (87%). Je besser jedoch die EEK der eigenen Immobilie ist, desto eher ist sie den Bewohnerinnen und Bewohnern bekannt: Ein Fünftel der Befragten, deren EEK zwischen A+ und C liegt, wussten um den Energieverbrauch ihrer Immobilie. Aber nur vier Prozent derjenigen, deren Haus oder Wohnung in der EEK D bis H liegt, kennen diese.

Modernisierung um Kosten zu sparen

Fast die Hälfte (48%) der Befragten besitzt Wohneigentum, jedoch plant nur ein Drittel (32%) davon aktuell eine Modernisierung. Die grundsätzlichen Gründe für eine Modernisierung haben vorwiegend einen Aspekt: Kostenersparnis. „Der Wunsch, unabhängig von den aktuell in die Höhe schießenden Energiepreisen zu werden beziehungsweise durch die Modernisierung eine Kostenersparnis zu erreichen, steht bei jeweils 39 Prozent der Immobilienbesitzer im Vordergrund", so Herr Utecht. Ein Drittel (32%) hofft durch die Modernisierung auch auf einen gestiegenen Immobilienwert, weitere 29% wünschen sich dadurch ein verbessertes Raumklima. Lediglich ein Fünftel (22%) stellt den Klimaschutz ins Zentrum der Sanierungspläne.

Staatliche Unterstützung ist wichtig für den Weg zur Klimaneutralität

Auch eine staatliche Förderung kann für die eine oder den anderen ein wichtiger Anreiz für eine Modernisierung sein (33%). Auf die konkrete Nachfrage, wie wichtig eine angemessene und verlässliche staatliche Förderung sei, um langfristig Klimaneutralität im Wohn- und Immobiliensektor zu erreichen, zeigt sich die Bedeutung der Subvention noch klarer:
  • Fast drei Viertel (72%) der Befragten sagen, dass diese Art der Unterstützung wichtig oder sehr wichtig sei.
  • Lediglich 14% halten eine staatliche Unterstützung für irrelevant.
  • Weitere 14% können dies nicht beurteilen.
„Dies zeigt erneut, wie kontraproduktiv die einmal mehr sehr kurzfristig angekündigte Einstellung mehrerer Förderungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bei den Menschen in Deutschland ankommt“, so der Interhyp-Vorstand. „Wer Klimaschutz und Wohlstand beim Wohnen fördern will, muss vor allem ein verlässlicher Partner für die Menschen in Deutschland sein.“ (siehe auch redaktionelle Beiträge zu aktuellen Fördermaßnahmen auf Baulinks)

Eingriff ins private Wohnumfeld unerwünscht

Die Corona-Pandemie hat gezeigt: In absoluten Ausnahmefällen wird dem Staat der Eingriff ins Privatleben gewährt. Viele Deutsche gestehen dem Klimawandel diese Bedeutung - noch - nicht zu. „Immerhin mehr als 40 Prozent (43%) tolerieren keine von uns zur Wahl gestellte Maßnahme, um im Privathaushalt einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“, fasst Jörg Utecht die Ergebnisse zusammen:
  • Knapp ein Viertel (24 %) würde Vorgaben bei der Raumtemperatur hinnehmen, wie sie in anderen Ländern bereits gang und gäbe sind.
  • Rund ein Fünftel (19%) toleriert noch einen definierten Wasserverbrauch pro Person.
  • Jedoch Begrünungspflichten von Dächern und Gärten (12%), Vorgaben zu technischen Einstellungen (12%), Sanierungspflichten (11%) oder zur Verwendung bestimmter Baumaterialien (11%) kommen beim deutschen Verbraucher aktuell nicht gut an.
Klimaschutz und CO2-Neutralität stehen auf der medialen Agenda weit oben. „Politik und Wirtschaft müssen die Menschen nun auf diese entscheidende Reise mitnehmen“, resümiert Interhyp-CEO Jörg Utecht. „Wir müssen uns strategisch darauf einstellen und unseren Kundinnen und Kunden verständliche, pragmatische und effiziente Lösungen anbieten.“

Über die Umfrage: Die Umfrage wurde im Auftrag von Interhyp Ende Juli 2022 durchgeführt. Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2079 Personen teilnahmen. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Baulinks-Beiträge vom 1. September 2022

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Heizen-Kühlen-Entfeuchten mit einem System, einem VRF-/VRV-System
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