Bauletter, BAULINKS.de-Meldungen, vom 28.7.2010
Die wirtschaftlichen Schäden durch die globale Umweltzerstörung und den
damit verbundenen Artenverlust belaufen sich jährlich auf schätzungsweise 2
bis 4,5 Billionen US-Dollar. Zu diesem Ergebnis kommt die
Studie "The Economics of
Ecosystems and Biodiversity", an deren Erstellung für das Umweltprogramm
der Vereinten Nationen (UNEP) z.B.
PricewaterhouseCoopers (PwC) maßgeblich mitgewirkt hat. Obwohl die
Zerstörung von ökologischen Lebensräumen und der Rückgang der Artenvielfalt
bereits heute zu Ressourcenengpässen und erhöhten Kosten führen, ist der
Erhalt der Biodiversität bisher nur für wenige Unternehmen ein wichtiges
Thema. (Hier im Bauletter kommt das Thema dagegen zum zweiten Mal vor -
vergleiche
Bauletter vom 13.7. mit dem Aufhänger "Konsumenten kaufen nicht bei
Umweltzerstörern".)
Dennoch hat das Thema inzwischen Einzug in die
Berichterstattung einiger Großunternehmen gehalten. So erwähnen 18
der 100 weltweit größten Unternehmen Biodiversität oder Ökosysteme
in ihrem Geschäftsbericht, zwei definieren Biodiversität sogar als
wesentliches strategisches Thema. Im Rahmen der
Nachhaltigkeitsberichterstattung nennt knapp die Hälfte der
Unternehmen das Thema Biodiversität und knapp ein Viertel
berichtet über Maßnahmen in diesem Bereich.
Die Zusammenhänge zwischen Biodiversität und wirtschaftlicher
Entwicklung sind vielfältig. So leisten beispielsweise Insekten
durch Bestäubung einen Beitrag zur landwirtschaftlichen Erzeugung
im Wert von bis zu 190 Milliarden US-Dollar pro Jahr.
In einigen Ländern sind die Verursacher von Umweltschäden daher
gesetzlich dazu verpflichtet, ihre negativen Auswirkungen auf die
Ökosysteme durch Investitionen in Naturschutzgebiete und
-maßnahmen wieder auszugleichen. Der Markt für derartige
Biodiversity-Offsets wird heute bereits auf über 3 Milliarden US
Dollar jährlich geschätzt.
"Während der Kampf gegen den Klimawandel mittlerweile auf der
Agenda der großen Konzerne steht, wird das Thema Biodiversität
bisher erst von einigen Vorreitern strategisch angegangen. Viele
Unternehmen haben noch nicht realisiert, dass der Schwund der
Artenvielfalt direkte Auswirkungen auf Angebot, Nachfrage und
damit auch Kosten, Preise und Renditen hat", kommentiert Barbara
Wieler, Senior Managerin im Bereich Sustainability Services von
PwC.
Die Risikowahrnehmung ist allerdings regional sehr
unterschiedlich ausgeprägt. So zeigten sich im "Global CEO Survey
2010" von PwC ...
- über 50 Prozent der befragten Vorstandsvorsitzenden
lateinamerikanischer Unternehmen besorgt über den Schwund der
Biodiversität,
- in Afrika identifizierten 45 Prozent der Befragten die
negative Umweltentwicklung als Risiko für das
Unternehmenswachstum.
- Demgegenüber ist das Thema in Westeuropa nur für knapp jeden
fünften CEO wichtig, in Deutschland sogar nur für elf Prozent
der Befragten.
Unternehmen, die sich nicht mit dem Schutz der Biodiversität
auseinandersetzen, drohen jedoch nicht nur unerwartete Risiken. Sie können
auch nicht von den wirtschaftlichen Chancen profitieren, die eine nachhaltig
ausgerichtete Geschäftsstrategie eröffnet. Beispielsweise prognostiziert die
Studie, dass der weltweite Umsatz aus dem Verkauf ökologisch erzeugter
Nahrungsmittel bis 2020 auf 210 Milliarden US-Dollar steigen dürfte - im
Jahr 2008 waren es erst 40 Milliarden US-Dollar. Das Handelsvolumen mit
zertifiziertem Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft dürfte bis 2020 von
fünf Milliarden auf 15 Milliarden US-Dollar zulegen.
Ein rasantes Wachstum prognostizieren die Experten auch in
Zusammenhang mit dem Emissionshandel. So könnte die Aufforstung
von Wäldern im Jahr 2020 einen Gegenwert in CO2-Zertifikaten
von mehr als zehn Milliarden US-Dollar bringen. ... Im Bauletter
geht es heute um Wärmedämmverbundsysteme - wenn's geht jedoch ohne
eigene Ökosysteme:
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